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waren  in  ergebnislosen  Gegenangriffen  verblutet.  3440  qkm  Gelände
  waren  verlorengegangen,  während  die  Arrasschlacht  1917  nur
einen  Gewinn  von  188  qkm  gebracht  hatte.  ·

Strategisch  bedeutete  der  Umstand,  daß  es  nicht  gelang,
Amiens  zu  nehmen,  dennoch  das  Scheitern  der  ganzen  Unternehmung.
Der  Besitz  dieser  Stadt  hätte  es  den  Deutschen  ermöglicht,  den  Zusammenhang
  der  Engländer  und  Franzosen  zu  unterbrechen  und  zu
einer  operativen  Kriegführung  zu  gelangen,  die  den  Sieg  bedeutete;
taktisch  war  das  Ergebnis  ein  ungeheures  und  wurde  noch  dadurch
  gesteigert,  daß  während  der  Schlacht  die  deutschen  Bombengeschwader
  heftige  Angriffe  gegen  die  rückwärtigen  Verbindungen
des  Feindes  richteten,  und  Haris  mit  einem  120  km  weit  tragenden
Geschütz  aus  der  Gegend  von  Caon  beschossen  wurde.  Schon  am
24.  März  waren  45000  Mann  gefangen  und  weit  über  600  Geschütze
  erbeutet.  Im  ganzen  wurden  90000  unverwundete  Gefangene
  gemacht.  Die  blutigen  Derluste  des  Feindes  waren  sehr
bedeutend.  Die  Engländer  stellten  viele  Sehntausende  von  Arbeitern
  aus  den  Kohlenbergwerken  und  der  Kriegsindustrie  in  die
Armee  ein  und  vermochten  es  dennoch  nicht,  diese  vollständig  wiederherzustellen.
  Stwa  zehn  Divisionen  verschwanden  gänzlich  aus  der
Front  und  tauchten  erst  im  Berbst  wieder  auf.  Die  Derluste  des
Gegners  müssen,  hiernach  zu  urteilen,  ungeheuer  gewesen  sein,
während  die  der  Deutschen  zwar  groß,  aber  immerbin  erträglich
waren.  Auch  die  Beschießung  von  Haris  verbreitete  Schrecken  und
veranlaßte  einen  Teil  der  Bevölkerung,  der  auf  eine  Million  Seelen
geschätzt  wurde,  die  Zauptstadt  zu  verlassen,  sie  vermehrte  die  Unruhe,
  die  unsere  Waffenerfolge  in  ganz  Frankreich  hervorriefen.
Weit  entfernt  aber,  daß  der  Dernichtungswille  des  Feindes  durch
all  dieses  Unglück  erschüttert  worden  wäre,  wurde  seine  Takkraft
dadurch  nur  gesteigert.  Die  Dienstpflicht  in  England  wurde  verlängert.
  Wilson  wurde  dringend  um  Hilfe  gebeten.  Aller  in  England
  selbst  verfügbare  Schiffsraum  wurde  nach  Amerika  geschickt,
um  Derstärkungen  zu  holen.  Aus  dem  gleichen  Grunde  wurden  die
europäischen  Meutralen  von  Amerika  und  England  vergewaltigt  und
gLezwungen,  ihren  Schiffsraum  herzugeben.  Massenweise  zusammengepfercht
  und  nur  mit  ihrer  persönlichen  Ausrüstung  versehen,  kamen
die  amerikanischen  Soldaten  nach  Europa.  Alles,  was  sie  sonst  bedurften,
  erhielten  sie  in  Frankreich.  Mit  der  höchsten  Snergie  suchte
man  hier  dem  Unglück  die  Spitze  zu  bieten.

In  Deutschland  aber  geschah  gar  nichts,  um  die  Kriegsfähigkeit
  zu  stärken.  Trotz  der  Bemühungen  der  Gbersten  Heeresleitung
wurde  der  große  Sieg  nicht  einmal  diplomatisch  ausgenutzt.  Dagegen
  hatten  manche  Truppenteile  gezeigt,  daß  sie  nicht  mehr  genug
in  der  Hand  ihrer  Offiziere  waren.  Sie  hatten  sich  durch  Cebensmittelmagazine
  aufhalten  lassen  und  den  Waffenerfolg  dadurch  beeinträchtigt.
  Manchem  Deutschen  war  der  taktische  Sieg  sogar  un-