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angenehm,  weil  er  seine  politischen  Kreise  störte.  War  doch  ein
Teil  der  Nation,  weit  entfernt  sein  Außerstes  an  den  Sieg  zu  setzen,
im  Glauben  an  die  feindliche  Propaganda  immer  noch  auf  einen
Derständigungsfrieden  versessen,  der  die  Macht  der  Cinksparteien
steigern  mußte,  und  daher  einem  deutschen  Siege  abgeneigt,  weil  ein
solcher  den  Frieden,  wie  sie  meinten,  gefährden  mußte.  Daß  solche
Gesinnung  zugleich  eine  Ehrlosigkeit  sei,  focht  diese  Art  Deutsche
wenig  an.  «  ·

Die  Schlacht  von  Armentieres  und  die
Erstürmung  des  Kemmel.

Die  deutsche  Oberste  Heeresleitung  hatte  von  Anfang  an  den
Plan  gehabt,  in  dem  Falle,  daß  der  erste  überraschende  Angriff  noch
nicht  zu  einer  Operation  im  Sinne  eines  Bewegungskrieges  führen
sollte,  an  anderen  Stellen  anzugreifen,  um  durch  eine  Reihe  von
Schlägen  das  feindliche  Heeresgebäude  allmählich  zu  erschüttern  und
so  den  Vernichtungswillen  des  Feindes  zu  brechen.  In  Erwartung
solcher  späteren  Angriffe  hatte  sie  solche  wenigstens  theoretisch  und
zum  Teil  auch  praktisch  vorbereiten  lassen.  Außerdem  war  aber
eine  Erweiterung  des  Angriffs  vom  21.  März  sowieso  vorgesehen.
Die  17.  Armee  sollte  sich  in  den  Besitz  des  Höhengeländes  östlich  und
nördlich  von  Arras  setzen;  die  6.  Armee  sollte  sich  am  darauffolgenden
  Tage  in  der  Gegend  von  Cens  anschließen  und  auch  ihrerseits
die  vor  ihr  liegenden  Höhen  erstürmen.

Um  die  Monatswende  erfolgte  der  Angriff  der  17.  Armee,  führte
aber  trotz  des  großen  Munitionseinsatzes  zu  keinem  Erfolge.  Die
Artilleriewirkung  hatte  allem  Anscheine  nach  noch  immer  nicht  genügt.
  Die  6.  Armee  gab  nunmehr  auch  ihrerseits  den  geplanten
Angriff  ihres  Südflügels  auf  und  entschloß  sich,  zwischen  Armentières
  und  La  Bassée  anzugreifen.  Der  Südflügel  der  4.  Armee  sollte
sich  demnächst  anschließen.  Die  Gegend  in  Flandern,  die  sonst  besonders
  sumpfig  war,  gestattete  des  besonders  trockenen  Frühlings
wegen  schon  um  diese  Seit  militärische  Operationen.  Auch  war  der
Angriff  bereits  theoretisch  vorbereitet,  und  nun  gingen  die  Armeen
mit  solchem  Eifer  an  die  Vorbereitungen,  daß  schon  am  9.  April  der
Stoß  erfolgen  konnte.  Oberst  Bruchmüller  prüfte  Stellung  und
Aufgaben  der  Artillerie  und  fand  alles  in  Ordnung.  Die  für  den
Kampf  überwiesenen  Divisionen  aber  waren  nicht  für  den  Angriff
  besonders  ausgebildet,  sondern  gewöhnliche  Stellungsdivisionen,
die  bald  versagten  und  wenig  in  der  Hand  ihrer  Offiziere  waren.

Der  strategische  Sweck  des  ganzen  Unternehmens  wurde  denn
auch  nicht  vollständig  erreicht,  obgleich  die  Engländer  sowohl  wie
die  Hortugiesen,  die  die  Stellung  besetzt  hatten,  vollkommen  überrascht
  wurden.  «