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in  Slandern  zu  bemächtigen.  Sie  waren  vor  dem  tapferen  Widerstande
  der  4.  Armee  vergeblich  gewesen.  England  hatte  sich  genötigt
gesehen,  seine  Cebensmittel  zu  rationieren,  den  Kohlentransport
zu  beschränken  und  mit  unerhörter  Rücksichtslosigkeit,  die  für  uns
Deutsche  hätte  vorbildlich  sein  sollen,  den  feindlichen  Schiffsraum
  in  seinen  Dienst  zu  zwmingen.  So  mußten  beispielsweise  im
März  1018  Rolland  640  000,  Norwegen  600000  und  Schweden
200  000  Tonnen  der  Entente  überlassen,  während  Japan  den  Amerikanern
  500  000  Tonnen  zur  Derfügung  stellte.

Auch  die  in  Asien  und  Amerika  beschlagnahmten  deutschen
Schiffe  wurden  sämtlich  in  Dienst  gestellt.  Daß  die  amerikanischen
Soldaten  nur  in  der  notdürftigsten  Weise  und  ohne  alles  Subehör
nach  Krankreich  kamen,  ist  schon  gesagt  worden.  Auch  waren  die  feindlichen
  Unterseeboot-Abwehrmaßregeln  derart  ausgebildet,  daß  es
nur  ein  einziges  Mal  gelang,  ein  feindliches  Truppentransportschiff
zu  versenken.  Die  deutschen  U-Boote  konnten,  wenn  auch  einzelne
von  ihnen  an  der  amerikanischen  Küste,  bei  den  Azoren  und  im
Wittelländischen  Meer  erfolgreich  auftraten,  die  sämtlichen  Derkehrsstraßen
  nicht  ausreichend  besetzen  und  mußten  notgedrungen  in  der
Tähe  der  englischen  Küste  bleiben,  um  den  vorhandenen  Schiffsraum
überhaupt  erheblich  schädigen  zu  können.  Dennoch  fühlten  sich  die
Engländer.  durch  die  Unterseeboote  schwer  bedrängt.  Hatten  doch  die
Deutschen  i  im  Januar  1018  165,  am  1.  Mai  1el  und  am  I.  August  180
Boote  im  Dienst,  die  die  überhaupt  vorhandene  Schiffszahl  dauernd
verringerten.  Die  Westmächte  beschlossen  daher  im  Frühjahr  1018,
wenigstens  die  U-Boot-Räfen  in  Flandern,  die  sie  1917  vergeblich
wegzunehmen  versucht  hatten,  auf  alle  Lälle  zu  sperren  und  so  den
Unterwasserkrieg  empfindlich  zu  schädigen.  «

In  der  Nacht  zum  25.  April  1018,  als  der  Sturm  auf  den
Kemmel  sich  vorbereitete,  und  ein  Sieg  im  Rücken  der  Deutschen  gewiß
  großen  Erfolg  gehabt  hätte,  griffen  die  Engländer  Ostende  und
Geebrügge  von  der  See  her  an.  Dor  Ostende  endete  der  Dersuch  mit
einer  gänzlichen  NRiederlage.  Die  Engländer  verloren  600  Mann,
während  die  Deutschen  nur  24  Mann  einbüßten;  die  vorgesehenen
Sperrschiffe,  „Brilliant"“  und  „Sirius“  strandeten  brennend  außerhalb
  des  Hafens.  Auch  in  Seebrügge,  das  von  dem  Kleinen  Kreuzer
„Oindictive“  und  dem  U-Boot  „C  3“  angegriffen  wurde,  blieb  der
Kampf  ergebnislos.  Eine  Landungsabteilung  der  Engländer  wurde
fast  vollständig  vernichtet,  und  die  Sperrschiffe  „Iphigenia“,  „Intrepid“
  und  „Thetis“,  die  vor  dem  Schleusentor  versenkt  wurden,
vermochten  den  Hafen  nicht  zu  sperren.  Ebenso  endete  am  Morgen
des  10.  Mai  ein  erneuter  Angriff  auf  Ostende.  Die  MKleinen  Kreuzer
„Sappho“  und  „Dindictive“  tauchten  dicht  vor  dem  Rafen  aus  künstlichem
  Nebel  auf.  Der  „Dindictive“  sank  außerhalb  der  Fahrtrinne,
und  „Sappho“  ergriff  unter  dem  deutschen  Feuer  die  Flucht.  Eine
Behinderung  des  U-Boot-Krieges  wurde  durch  diese  Dersuche  eben-