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mannhaft  um  so  mehr  Trotz,  als  es  den  Deutschen  trotz  aller  taktischen
  Siege  nicht  gelungen  war,  das  feindliche  Stellungssystem
zu  zerreißen  und  zu  einer  Operation  zu  gelangen,  die  die  einen
fürchteten,  die  anderen  ersehnten.

Demgegenüber  hielt  auch  die  GOberste  RKeeresleitung  der  Deutschen
  einen  Sieg  immer  noch  für  möglich.  Sie  glaubte  ihn  sicher
zu  haben,  wenn  sie  nur  noch  200  000  Mann  aufbringen  könne.  Diese
glaubte  sie  in  Ssterreich,  das  sieben  Divisionen  aufbringen  sollte,
in  der  Türkei,  durch  Rückkehr  von  Derwundeten  und  durch  weiteres
Auskämmen  der  BReimat  aufbringen  zu  können.  So  ward  denn  die
Fortsetzung  der  Offensive  deutscherseits  beschlossen.

Osterreichs  verfehlter  Angriff  in  Italien
und  der  Niedergang  des  deutschen  Geistes.

In  Ztalien,  das  wir  zuerst  ins  Auge  fassen,  war  die  Geit  seit
den  großen  Erfolgen  Deutschlands  und  Esterreichs  im  Rerbste  1917
unter  ergebnislosen  Stellungskämpfen  bingegangen.  Sie  dauerten
bis  Ende  Mai  1018.  Erst  am  23.  dieses  Monats  griffen  die  Jtaliener,
  durch  Engländer  und  Franzosen  verstärkt,  am  Tonalepaß,
am  Adamello  und  an  der  Hiavemündung  an,  konnten  aber  trotz  namhafter
  Beute,  die  sie  gemacht  haben  wollen,  nichts  Entscheidendes
erreichen.  Mittlerweile  Batten,  wie  wir  bereits  wissen,  die  deutsche
und  die  österreichische  Heeresleitung  einen  Doppelangriff  in  Frankreich
  und  Jtalien  gegen  die  Entente  geplant,  der  etwa  zu  gleicher
Seit  stattfinden  sollte.  Deutschland  hatte  sein  Dersprechen  durch  den
siegreichen  Angriff  am  Damenweg  eingelöst.  Esterreich  sollte  am
10.  oder  U.  Juni  vorgehen,  doch  wurde  der  Angriff  in  Rücksicht  auf
den  Stand  der  Vorbereitungen  auf  den  15.  Juni  verschoben.  Nachdem
ein  solcher  auf  die  Adamellogruppe  stattgefunden  hatte,  der  den
Sweck  verfolgte,  den  Gegner  irrezuleiten,  brach  der  Hauptangriff
an  diesem  Tage  durch  die  Gruppe  Conrad  auf  dem  plateau  der
Sieben  Gemeinden,  durch  die  Gruppe  Erzherzog  Joseph  am  Monte
Grappa  und  am  MWontello,  durch  die  Gruppe  Boroevic  an  der
unteren  Hiave  los.  Sunächst  war  er  erfolgreich  und  brachte  nach
österreichischen  Angaben  40000  Gefängene  und  eine  große  Anzahl
  von  Geschützen.  Dann  aber  trat  unter  dem  Druck  von  Gegenangriffen,
  die  von  englischen,  französischen  und  italienischen  Re—
serven  geführt  wurden,  ein  Rückschlag  ein.  Auch  Regengüsse  in
den  Alpen,  die  die  Hiave  zum  reißenden  Strom  anschwellen  ließen,
behinderten  den  Derkehr  über  den  Fluß,  und  am  23.  Juni  sahen
sich  die  GEsterreicher  gezwungen,  in  ihre  Ausgangsstellungen  zurückzugehen.
  Teilweise  war  Kaiser  Karl  selbst  an  dem  Mißerfolg  schuld,
weil  er  die  tüchtigsten  Generale  willkürlich  absetzte  und  keinen  Susammenhang
  in  die  Operationen  zu  bringen  verstand.