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tells  durch  die  aus  der  Heimat  zurückkehrenden  Urlauber,  teils  durch
den  Ersatz.  Sie  wirkte  auch  auf  das  deutsche  Volk.  Dieses,  durch  die
lange  Dauer  des  Krieges  und  durch  die  Not  entmutigt,  hatte  Tatkraft
  und  Stolz  verloren  und  dachte  nur  noch  an  den  Frieden.  Es
glaubte,  wie  schen  gesagt,  an  die  Möglichkeit  eines  Verständigungsfriedens,
  weil  es  der  feindlichen  Propaganda  glaubte,  die  um  so
dreister  auftrat,  als  sie,  wie  gesagt,  auch  in  Deutschland  selbst
unterstützt  wurde.

Daß  sich  hier  ein  Fürst  Cichnowsky  fand,  der  —  obgleich  früher
deutscher  Botschafter  in  England  —  die  Schamlosigkeit  hatte,  die
Schuld  am  Kriege  Deutschland  zuzuschieben  und  das  öffentlich
schreiben  durfte,  ohne  sich  einer  exemplarischen  Strafe  auszusetzen,
wurde  von  der  feindlichen  Hropaganda  weidlich  ausgebeutet;  daß
aber  so  etwas  wie  diese  Broschüre  überhaupt  geschrieben  werden
konnte,  ist  zugleich  ein  Zeichen  dafür,  welchen  Tiefstand  die  öffentliche
  Meinung  in  Deutschland  bereits  erreicht  hatte.  Es  gab  zahlreiche
  Deutsche,  die  solches  Seug  glaubten.  Aber  auch  sonst  tat
die  feindliche  Hropaganda  ihr  möglichstes,  um  alle  Autorität  zu  vernichten,
  und  berührte  sich  hier  mit  den  deutschen  Harteien  der  Linksbürgerlichen,
  der  Sozialdemokraten  und  der  Unabhängigen,  die  alle
die  Mot  des  Daterlandes  benutzen  wollten,  um  alle  Autorität  zu
untergraben  und  ihre  Harteisuppe  an  dem  entstandenen  Feuer  zu
kochen.  Mag  man  die  Net,  die  der  Krieg  mit  sich  brachte,  noch  so
hoch  einschätzen:  daß  jedes  Gefühl  für  ZRecht  und  Ehre  bei  einem
großen  Teile  des  Dolks  darüber  verlorenging,  das  wird  für  die
Deutschen  eine  ewige  Schmach  bleiben.

Der  Wunsch,  jede  Autorität  zu  vernichten,  wurde  noch  dadurckh
verstärkt,  daß  Berlin  selbst  zu  einem  Sitz  der  bolschewistischen  Dropaganda
  wurde.  Wan  ließ  deutscherseits  den  russischen  Gesandten
Joffe,  ein  eifriges  Mitglied  des  Bolschewismus,  nicht  nur  nach
Berlin  kommen  und  gab  ihm  dort  völlig  freie  Hand,  sondern  man
brachte  ihm  sogar  trotz  aller  Warnungen  der  Obersten  Beeresleitung
Dertrauen  entgegen,  so  daß  die  russische  Gesandtschaft  in  Berlin
der  Sitz  und  Mittelpunkt  aller  staatsumstürzlerischen  Umtriebe  wurde.
Diel  zweckmäßiger  wäre  es  offenbar  gewesen,  durch  einen  kurzen
energischen  Dorstoß  auf  Hetersburg  und  Moskau  die  damalige
russische  Regierung  zu  stürzen  und  ein  für  allemal  Ruhe  zu  schaffen,
anstatt  mit  ihr  Hand  in  Zand  zu  gehen  und  durch  sie  den  Osten
beherrschen  zu  wollen.  Der  Erfolg  war  sicher,  und  mehr  Cruppen
hätte  man  dazu  auch  nicht  gebraucht,  als  nötig  waren,  um  die
Grenzen  und  zugleich  die  Ukraine  zu  bewachen.  Su  einem  energischen
Schritt  aber  war  unsere  Regierung  nicht  zu  bewegen.  Sie  ließ  auch
die  Unabhängigen  und  die  Sozialdemokraten  gewähren.  Ihr  Führer
—  namens  Dater  —  hat  selbst  in  Magdeburg  bekundet,  daß  seit
dem  25.  Jannar  1018  der  Umsturz  spstematisch  vorbereitet  worden
sei.  „Wir  haben“,  sagt  er,  unsere  Leute,  die  zur  Front  gingen,  zur

v.  Bernhardi,  Deutschlands  Beldenkampf.  30