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Truppen  möglichst  zu  erhalten  und  alle  schädigenden  Einflüsse  von
ihnen  fernzuhalten.  Das  war  aber  nur  möglich,  wenn  die  Regierung
  mit  ganzer  Energie  dafür  eintrat,  unter  keinen  Umständen
umstürzlerische  Zeeinflussung  der  Truppe  duldete  und  allen  Anregungen
  der  Gbersten  Reeresleitung  tatkräftig  nachkam,  denn  die
Armee  von  damals  hatte  ihren  Charakter  gegen  früher  vollständig
geändert.  -  .  "

Sie  hatte  sich,  wie  erwähnt,  überall  gut  geschlagen  und  hatte
sich  auch  in  der  Minderzahl  allen  Gegnern  überlegen  gezeigt.  91
hatte  sie  noch  gut  überstanden  und  ihre  innere  Kraft  gewahrt,  aber
sie  nahm  nichtsdestoweniger  immer  mehr  einen  milizartigen  Charakter
an.  Etwa  00%  der  alten  Offiziere  waren  tot  oder  schwer  verwundet.
Die  neuernannten  hatten  keinerlei  Erfahrung.  Es  fehlte  ihnen  vielfach
  das  Derständnis,  mit  den  Leuten  umzugehen;  sie  hatten  wenig
Einfluß  auf  die  Truppe,  ja  vielfach  einen  schädlichen.  Oft  hatte  sich
das  auch  im  Gefecht  gezeigt,  wo  es  feindliche  Lebensmittelvorräte
zu  plündern  gab,  und  die  Soldaten  ihnen  nicht  gebhorchten.  Auch  das
alte  zuverlässige  Unteroffizierkorps  lag  zum  großen  Teil  unter  dem
grünen  Rasen.  So  war  die  Armee  ohne  nennenswertes  Gegengewicht
allen  Einflüsterungen  von  außen  preisgegeben,  und  an  solchen  fehlte
es  nicht.  Sunächst  wirkte  die  feindliche  Dropaganda  wie  in  der  Heimat
so  auch  direkt  auf  das  Beer.  Alle  Gegenmaßregeln  der  Obersten
Beeresleitung  mußten  versagen,  da  sie  von  der  Regierung  nicht  unterstützt
  wurden.  Dann  brachten  die  Urlauber  das  Gift  aus  der  Heimat
mit  und  verbreiteten  es  unter  der  Truppe.  In  dem  gleichen  Sinne
wirkten  vielfach  die  aus  Rußland  heimkehrenden  Kriegsgefangenen,
die  in  großer  Menge  von  bolschewistischen  Ideen  angekränkelt  waren.
Der  Ersatz  wurde  immer  schlechter  und  trug  immer  mehr  die  aufrührerischen
  Jdeen  ins  Heer.  Er  war  das  eigentlichste  Feld  der  aufrübrerischen
  Minierarbeit.  Was  aber  die  Unabhängige  Sozialdemokratie
  in  dieser  HRinsicht  leistete,  ist  bereits  erwähnt  worden.  Frühb
schwand  bei  den  Regimentern,  die  sich  aus  rein  sozialistischen  Gegenden
  ergänzten,  der  Einfluß  der  Offiziere.  So  war  das  Heer  in
manchem  seiner  Glieder  ein  getreues  Abbild  des  deutschen  Volkes:  zu
den  höchsten  Leistungen  befähigt,  wenn  es  gut  geführt  wurde,  wie  es
das  auf  unzähligen  Schlachtfeldern  auch  gegen  ungebeure  Übermacht
bewiesen  hatte,  daneben  aber  allen  Einflüsterungen  preisgegeben  und
völlig  willenlos;  der  idealsten  Regungen,  aber  zugleich  der  ehrlosesten
Willenslosigkeit  fähig,  wenn  ihm  niemand  das  Banner  voraustrug,
um  das  sich  alle  scharen  konnten.  Das  fehlte.

Was  hier  über  die  Armee  gesagt  ist,  traf  übrigens  nur  auf
einen  Teil  der  Truppen  zu,  der  sich  den  Einwirkungen  der  Umstürzler
  besonders  zugänglich  erwies;  die  große  Masse  der  im  Felde
stebenden  Soldaten  war  immer  noch  besserer  Regungen  fähig.  Das
hatten  die  bisherigen  siegreichen  Kämpfe  zur  Genüge  bewiesen.  Die
Gewohnheit  der  Dissiplin,  der  angeborene  Beldenmut  und  das  Selbst-