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waren  am  1.  August  bereits  in  Frankreich  gelandet.  In  großer
Menge  hatten  sie  schon  an  den  letzten  Schlachten  teilgenommen.  Sie
warfen  selbst  als  Reserven  ein  ungeheures  Gewicht  in  die  Wagschale.
  Hinzu  kam  der  zweifellose  Mißerfolg  des  letzten  Angriffs.
Alle  diese  Gründe  führten  dazu,  die  Offensive  zur  Seit  aufzugeben
und  die  Armee  ganz  auf  Abwehr  einzustellen.  Es  war  das  ein  ungemein
  folgenschwerer  Entschluß.  Man  verzichtete  darauf  —  wenigstens
  zeitweise  —  die  Entscheidung  durch  Waffengewalt  zu  erzwingen,
denn  niemand  konnte  zur  Zeit  übersehen,  ob  die  Ersatzlage  und  die
sonstigen  Derhältnisse  es  gestatten  würden,  wieder  zum  Angriff  überzugehen.
  War  das  aber  nicht  der  Fall,  dann  konnte  man  ein  einigermaßen
  siegreiches  Ende  des  Krieges  nur  von  dem  U-Boot-Krieg,
der  bisher  den  Erwartungen  in  seinen  Folgen  nicht  entsprochen  hatte,
oder  von  der  Erschöpfung  der  Gegner  erwarten,  die  die  ganze
Welt  mit  ihrem  Menschenmaterial  und  ihrer  Industrie  hinter  sich
hatten.  An  einen  vollen  Sieg  konnte  jedenfalls  nicht  mehr  gedacht
werden.  Nur  eines  war  noch  zu  erhoffen.  Wenn  das  ganze  Dolk
sich  einmütig  erhob,  um  für  sein  Dasein  und  seine  Ehre  zu  kämpfen;
wenn  es  entschlossen  war,  alles  an  alles  zu  setzen  und  entweder  sein
politisches  Dasein  zu  retten  oder  mit  dem  Degen  in  der  Faust  unterzugehen;
  wenn  es  wie  einst  der  Alte  Fritz  den  Gifttrank  bei  sich  trug
und  entschlossen  war,  ihn  eher  zu  leeren,  als  die  eigene  Schande  zu
unterschreiben,  dann  konnte  noch  ein  ebrenvolles  Dasein  erkämpft
werden.

Das  hofften  auch  Kindenburg  und  Ludendorff,  und  daher  stellten
sie  rasch  entschlossen  das  Reer  auf  die  Abwehr  ein.  Zeit  wurde
jedenfalls  auf  diese  Weise  gewonnen;  und  die  Zeit  konnte  einen  Umschwung
  der  Verhältnisse  bringen.

So  wurden  denn  die  Befehle  gegeben,  um  die  Heeresgruppe
Kronprinz  Rupprecht  auf  Abwehr  zu  stellen  und  die  Verstärkungen
für  die  18.,  9.,  und  die  stark  mitgenommene  7.  Armee  aus  Flandern
heranzuziehen.

Den  25.  erfolgte  wieder  ein  gewaltiger  Angriff  gegen  die  neue
Stellung  der  angegriffenen  Armee,  der  im  allgemeinen  zurückgewiesen
wurde.  In  den  nächsten  Tagen  fanden  nur  örtliche  Kämpfe  statt,
und  in  der  Nacht  vom  26.  zum  27.  ging  die  Armee  in  die  vorgesehene
Linie  La  Käre  en  Tardenois—Dille  en  Tardenois,  in  der  Nacht  vom
1.  zum  2.  August  hinter  die  Desle  zurück.  Der  überall  gegen  den  Fluß
vordrängende  Gegner  wurde  blutig  zurückgewiesen.  Die  18.  und
9.  Armee  wurden  verstärkt.  Uberall  richtete  man  sich  zur  Verteidigung
ein.  Etwa  10  Dioisionen  wurden  aufgelöst,  weil  sie  so  schwer  verloren
  hatten,  daß  es  nicht  möglich  war,  Ersatz  für  sie  zu  beschaffen.
Aber  auch  der  Feind  hatte  schwer  gelitten.  Sechs  amerikanische  Divisionen,
  die  an  der  Schlacht  teilgenommen,  hatten  besonders  große
Derluste,  und  die  Franzosen  sahen  sich  gezwungen,  in  erhböhtem  Maße
Marokkaner  und  Senegalneger  zu  verwenden,  um  ihre  eigenen