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Befehlen  des  Generals  Foch  entsprechend  der  Angriff  staffelförmig
fortgesetzt.  Die  französische  Armee  Debeney  griff  etwa  in  der  Richtung
  über  Montdidier  an,  und  die  Deutschen  mußten  sich  entschließen,
  auch  ihren  linken  Flügel  nördlich  der  Oise  zurückzunehmen.  In
der  Nacht  vom  9.  zum  10.  August  sollte  diese  Bewegung  ausgeführt
werden,  von  der  es  abhing,  ob  sich  die  Deutschen  fernerhin  würden
behaupten  können.  Die  Bewegung  gelang,  und  als  die  französische
Armee  Bumbert  am  10.  früh  den  befohlenen  Staffelangriff  nördlich
der  Oise  fortsetzte,  stieß  sie  auf  verlassene  Stellungen,  die  nun  auch
von  den  Vachhuten  planmäßig  geräumt  wurden.  Im  übrigen  wurde
zwischen  Albert  und  der  Avre  am  10.  und  1I.  hartnäckig  und  ergebnislos
  für  die  verbündeten  Westmächte  gekämpft,  während  zwischen
Avre  und  Oise  die  Franzosen  scharf  drängten.  Die  deutsche  Front
hatte  sich  durch  das  Beranführen  von  Reserven  wesentlich  befestigt
und  setzte  dem  Feinde  erfolgreichen  Widerstand  entgegen;  in  den
nächsten  Tagen  fanden  auf  der  ganzen  Schlachtfront  nur  örtliche  Gefechte
  statt.  Immerhin  waren  die  erluste  der  Deutschen  sehr  erheblich
  gewesen.  Die  Engländer  allein  meldeten  für  den  8.  und
0.  August  24000  Mann  an  Gefangenen  sowie  300  Geschütze,  und  bei
dem  Zückzuge  des  linken  Flügels  ging  den  Deutschen  wieder  eine
Menge  Kriegsgerät  verloren.  Die  deutsche  Heeresleitung  mußte  sich
abermals  entschließen,  mehrere  Divisionen  aufzulösen,  um  sie  als
Ersatz  zu  gewinnen.  Die  Mannschaften  hatten  sich,  wie  Ludendorff
erzählt,  vielfach  einzelnen  Reitern,  geschlossene  Abteilungen  Tanksgefangengegeben,
  und  einer  tapfer  angreifenden  Division  war  von
feige  zurückgehenden  Truppen  „Streikbrecher“  und  „Kriegsverlängerer“
  zugerufen  worden.  Die  COffiziere  hatten  vielfach  die  Macht
über  die  Leute  verloren  und  ließen  sich  mitreißen.  Wenn  auch  manche
Taten  glänzender  Tapferkeit  zu  berichten  waren,  so  zeigten  sich  doch
vielfach  deutliche  Anzeichen  moralischen  Derfalls.

Der  Eindruck,  den  die  Niederlage  machte,  war  denn  auch  ein
ganz  gewaltiger.  Die  Feinde  verkündeten  jubelnd,  daß  der  Geist  der
deutschen  Truppen  gebrochen  sei.  Auch  die  Bundesgenossen  Deutschlands
  mußten  sich  überzeugen,  daß  die  Wahrscheinlichkeit  eines  deutschen
  Sieges  immer  mehr  schwand;  das  stärkte  naturgemäß  die
deutschfeindlichen  Elemente,  besonders  in  der  bulgarischen  Armee;
auch  in  Gsterreich  wurde  man  schwankend.  Das  schlimmste  aber  war,
daß  man  in  der  deutschen  Obersten  Heeresleitung  selbst  das  Vertrauen
  zu  der  eigenen  Truppe,  das  bisher  nnerschütterlich  gewesen
war,  verlor.  Hindenburg,  der  die  Sachlage  nicht  so  schwarz  ansah
wie  Ludendorff,  war  doch  der  Ansicht,  daß  der  Krieg  jetzt  nicht  mehr
zu  gewinnen  sei,  wenn  er  auch  noch  immer  an  einen  ehrenvollen
Ausgang  glaubte,  und  befürwortete  daher  auch  seinerseits,  daß
Schritte  getan  würden,  um  zum  Frieden  zu  gelangen.  Er  begab  sich
nach  Spaa  in  das  Kaiserliche  Kauptquartier,  wo  auch  der  Reichskanzler
  und  der  neue  Staatssekretär  des  Auswärtigen  hinkamen,  um