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Auch  wurde  der  Ersatz,  der  aus  der  Heimat  kam,  immer  schlechter.
Er  war  mehr  wie  je  in  hohem  Maße  von  dem  Geiste  der  feindlichen
Propaganda  beherrscht,  die  dem  deutschen  Volke  unendliche  Segnungen
  von  einem  Frieden  versprach,  da  nur  seine  jetzigen  Regierungen,
  die  den  Krieg  künstlich  aufrecht  erhielten,  an  allem  Elend
chuld  seien.  Die  Entente  wußte  genau,  wo  die  deutsche  Schwäche  zu
d  sei,  und  handelte  dementsprechend.  Bindenburg  andererseits
hielt  noch  immer  eine  einigermaßen  günstige  Beendigung  des  Krieges
für  möglich.  Größere  Angriffe  hielt  er  zwar  im  Augenblick  nicht  für
angängig,  aber  er  glaubte  sich  da,  wo  er  stand,  behaupten  zu  können.
Das  war  wenigstens  seine  Absicht.  Tanks  könnten  freilich  nur  im  geringen
  Umfange  gebaut  werden,  Artillerie  und  Munition  aber  sowie
Ausrüstung  seien  genug  vorhanden,  und  auch  die  Derpflegung,  die
den  Kampfwert  der  Truppen  beeinflusse,  werde  besser  werden.  Die
Ukraine  allerdings  müsse  besetzt  bleiben,  da  sie  mit  ihren  Cebensmitteln
  und  Pferden  für  die  Erhaltung  der  Armee  notwendig  sei,
und  der  Sustand  der  österreichischen  Armee  sei  schlecht.  Dagegen  sei
mit  einer  italienischen  Offensive  zunächst  nicht  zu  rechnen;  die  Kampfkraft
  der  bulgarischen  Armee  bessere  sich,  nur  eine  halbe  deutsche
Division  stände  in  Mazedonien,  und  mit  einem  großen  Angriff  der
Saloniki-Armee  sei  zur  Seit  auch  nicht  zu  rechnen.  So  berichtete  er
am  8.  September  an  den  Rieichskanzler,  und  so  glaubte  er  den
vielen  Gegnern  noch  lange  widerstehen  zu  können.

Der  Susammenbruch  Bulgariens  und  der  Kürkei.

Die  Deutschen  hatten  bedeutende  Derluste  gehabt;  ihre  Truppen
waren  nicht  mehr  die  alten,  sondern  vielfach  politisch  verseucht.  Dennoch
  hielten  sie  die  Front  und  wehrten  sich  erfolgreich  gegen  ihre
übermächtigen  Gegner,  gegen  fast  die  halbe  Welt,  die  in  Waffen
begen  sie  stand.  Katten  doch  auch  TChina  und  Brasilien  ihnen  schon
m  August  und  Mai  197  den  Krieg  erklärt.  Da  traf  sie  ein  Schlag,
von  dem  sie  sich  nicht  mehr  erholen  sollten:  der  Abfall  Zulgariens,
und  bald  hernach  der  Susammenbruch  der  Türkei.

Die  Bulgaren  waren  schon  durch  die  Friedensresolution  des
deutschen  Reichstages  vom  10.  Juli  1917  in  ihrer  Treue  wankend
geworden.  Jetzt  waren  sie  erbittert,  daß  man  ihnen  den  nördlichen
Teil  der  Dobrudscha  vorenthielt,  und  daß  die  Türken  eine  neue
Grenzberichtigung  an  der  Maritza  forderten.  Auch  waren  sie  des
Krieges  gründlich  müde.  Als  daher  am  15.  September,  nachdem  das
Geld  der  Entente  genügend  vorgearbeitet  hatte,  Franchet  d'Espérey
mit  drei  französischen,  drei  serbischen  und  einer  südslawischen  Division
  über  die  Tidze  Hlanina,  die  Wardarengen  bei  Demir  Kapu  und
Krivolac  angriff,  um  hier  die  bulgarische  Armee  zu  durchbrechen  und
sie  der  einzigen  Zahnlinie  zu  berauben,  die  sie  für  ihre  rückwärtigen
Verbindungen  zur  Verfügung  hatte,  drang  er  siegreich  durch.  Neben-