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organisieren.  Die  Bulgaren  gingen  einfach  nach  Hause.  Welche
Rolle  die  Deutschen  bei  diesen  Dorgängen  gespielt  haben,  und  aus
welchen  Truppen  sie  bestanden,  habe  ich  leider  nicht  ermittelt;  einige
bulgarische  Truppenteile,  die  unter  unmittelbarem  deutschen  Kommando
  standen,  zeigten  anfangs  eine  etwas  bessere  Kaltung;  das
rettete  die  Lage  aber  nicht.  General  Lukow,  der  an  der  Struma  befehligte,
  telegraphierte  schon  am  16.  oder  l.  September  an  den
Saren  Ferdinand,  er  müsse  so  bald  als  möglich  Waffenstillstand
schließen.  Das  war  der  Geist,  der  überall  herrschte  und  dem  deutschen
Oberkommando  verborgen  geblieben  war.

Da  man  deutscherseits  die  Verhältnisse  in  Bulgarien  zunächst
noch  nicht  übersehen  konnte,  und  es  scheinbar  darauf  ankam,  den
Saren  in  Sofia  gegen  die  Revolutionäre  zu  halten,  wurde  eine  gemischte
  deutsche  Brigade,  die  nach  Transkaukasien  bestimmt  war,
nach  Sofia  gefahren.  Der  österreichische  Generalstab  setzte  eine
Division  aus  der  Ukraine  durch  Rumänien  nach  Serbien  in  Warsch.
Sbendorthin  wurden  zwei  deutsche  Gstdiovisionen  geleitet  1),  die  für
den  Westen  verfügbar  gemacht  worden  waren  und  sich  teilweise
schon  auf  der  Fahrt  dorthin  befanden,  ebenso  zwei  österreichische  Divisionen
  aus  Italien,  die  General  von  Arz  für  den  Westen  zur  Verfügung
  gestellt  hatte,  endlich  aus  dem  Westen  selbst,  der  so  schwer
zu  ringen  hatte,  das  Alpenkorps,  das  soeben  erst  aus  der  Schlacht
gezogen  war.  Diese  Truppen  wurden  bei  Nisch  zusammengezogen,
und  dorthin  auch  die  anfangs  auf  Sofia  gesandte  Truppe,  die
mittlerweile,  wie  ich  annehme,  auf  eine  Division  verstärkt  worden
war,  Beranbeordert,  da  es  sehr  bald  klar  wurde,  daß  von  Bulgarien
  nichts  mehr  zu  erwarten  sei.  Es  gab  die  ungeheuren  Dorräte
  preis,  die  in  Gradsko  aufgespeichert  waren,  und  schon  am
2.  Oktober  schloß  es  mit  der  Entente  einen  Waffenstillstand.  Am
S.  Oktober  dankte  Sar  Ferdinand,  der  schon  vordem  mit  der  Entente
verhandelt  haben  soll,  zugunsten  seines  Sohnes  ab  und  verließ  das
Land.  Die  Waffenstillstandsbedingungen  aber  waren  vernichtend  und
lieferten  Zulgarien  vollständig  seinen  Feinden  aus.  Sofortige  Abrüstung
  des  bulgarischen  Heeres;  Gefangennahme  der  noch  westlich
von  Usküb  stehenden  Teile  der  Bulgaren  in  Stärke  von  etwa
65000  Mann;  Beschlagnahme  der  bulgarischen  Waffen  und  Munitionsbestände
  durch  das  Grientheer;  Ausweisung  der  deutschen  und
österreich-ungarischen  Staatsangehörigen  aus  Bulgarien  binnen  vier
Wochen;  Übergabe  der  bulgarischen  Eisenbahnen  und  Häfen  an  die
Entente;  Räumung  der  seit  1015  durch  Bulgarien  besetzten  Gebiete;
Regelung  der  mazedonischen  Krage  im  Friedenskongreß,  wobei  schon
jetzt  die  Unverletzlichkeit  Altbulgariens  gewährleistet  wurde:  das
waren  die  Dinge,  die  gefordert  wurden.  Damit  war  die  Balkan-1)

  Es  waren  dies  die  217.  und  216.  Infanteriedivision  und  der  Stab  der
6.  Reservediviflon.