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front  der  Mittelmächte  zerrissen  und  auch  die  Türkei  den  Feinden
preisgegeben.  Bis  dahin  hatten  die  bulgarischen  Truppen  an  der
Struma  Konstantinopel  gedeckt;  jetzt  war  den  Ententeheeren  die
Möglichkeit  gegeben,  über  die  Maritza  gegen  die  türkische  Hauptstadt
  vorzumarschieren.  Einige  Bataillone,  die  aus  der  Ukraine
hinbefördert  wurden,  konnten  nicht  schwer  ins  Gewicht  fallen;  ein
großer  Transport  von  Truppen  über  das  Schwarze  Meer  war  wegen
Mangels  an  Schiffen  nicht  möglich.  Man  mußte  daher  damit  rechnen,
daß  Konstantinopel  über  kurz  oder  lang  von  den  verbündeten  Westmächten
  besetzt  werden  würde.

Die  deutschen  Truppen  aber,  die  im  Derbande  der  bulgarischen
Armee  gefochten  hatten,  gingen  in  vollster  Ordnung  zurück;  anfangs
auf  Mitrovica  und  Sofia,  später  gegen  Donau,  Save  und  Drina.
Alles  kam  darauf  an,  in  Serbien  und  Rumänien  eine  neue  Flankendeckung
  für  Esterreich--Ungarn  zu  bilden,  die  zugleich  den  Rücken  der
deutschen  Westfront  decken  mußte,  und  die  GEllieferungen  Rumäniens
zu  erhalten.  Auch  hier  war  die  Lage  eine  höchst  gespannte  geworden,
denn  die  Oberste  Heeresleitung  konnte  nur  wenige  Truppen  binschaffen.
  Tur  die,  die  bisher  in  Kankasien  gefochten  hatten,  wurden
dorthin  befördert,  da  es  klar  war,  daß  Rumänien  mit  der  Seit
kriegerisch  gegen  die  Deutschen  auftreten  würde.

Mittlerweile  blieb  die  feindliche  Orient-Armee  —  wie  aus  den
Ludendorffschen  Erinnerungen  ersichtlich  ist  —  fortwährend  im  Vorrücken.
  Schon  am  29.  September  besetzte  sie  Asküb,  am  16.  Oktober
die  Linie  Kraljewo  —  Krusevac  —  Alexinac  und  die  Gegend  nordöstlich
davon,  und  am  Sl.  Oktober  stand  sie  an  der  Donau,  an  der  Save
und  Drina;  die  Deutschen  aber  zogen  sich  entsprechend  zurück  und
besetzten  die  Front,  die  durch  diese  Ströme  gebildet  wird;  sie  deckten
in  ihr,  zugleich  mit  österreichischen  Truppen,  die  österreichische  Grenze,
in  Derbindung  mit  den  Truppen  in  Rumänien,  deren  Abzug  aus
Rumänien  übrigens  durch  das  VDorgehen  der  GCrient-Armee  gefährdet
  war.  Weiter  westlich  schlossen  sich  die  Truppen  des  Donaustaats
  dieser  Rückzugsbewegung  an.  Die  Jtaliener  konnten  am
4.  Oktober  Durazzo  und  Anfang  NMovember  Montenegro  besetzen.
Der  Erfolg  Beldenmütigster  Kämpfe  mußte  auf  diese  Weise  preisgegeben
  werden.

Auch  in  der  Türkei  ging  der  Widerstand  zu  Ende,  obgleich
Enver  Hascha  noch  immer  Eroberungspläne  im  Kankasus  verfolgte.
  Die  Engländer  hatten,  wie  wir  sahen,  unter  Aufbietung  eines
gewaltigen  Beeres  die  Türken  in  eine  Stellung  nördlich  des  Toten
Meeres  zurückgedrängt,  deren  rechter  Flügel  sich  bei  Arsut  an  das
Wittelländische  Meer  lehnte,  während  der  linke  nördlich  Jericho  am
Jordan  stand  und  das  Cstjordanland  von  verhältnismäßig  schwachen
Kräften  verteidigt  wurde,  die  die  Hedschasbahn  südlich  von  Damaskus
  festhielten.  Der  heiße  Sommer  hatte  den  Operationen  ein  Ende

gemacht.