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Während  diesem  hatte  die  englische  Armee  unter  General
Allenbv  sich  weiter  verstärkt.  Englische  Truppen  waren  durck  indische
ersetzt  worden,  die  eine  größere  Kopfstärke  hatten,  und  waren  nach
Frankreich  geschickt  worden,  von  wo  eine  indische  Kavalleriedivision
zur  Halästina-Armee  gestoßen  war.  Auch  T#euformationen  waren
aus  überschießenden  Mannschaften  gebildet  worden.  Die  indischen
Derbände  waren  von  englischen  durchsetzt;  die  Offiziere  waren
meistens  Engländer.

Demgegenüber  riß  bei  der  türkischen  Armee  die  Desertion  immer
mehr  ein,  vornehmlich  weil  die  Derpflegung  äußerst  mangelhaft
und  knapp  war.  Auch  übte  der  Feldzug  in  Kaukasien  einen  außerordentlich
  nachteiligen  Einfluß  auf  die  Halästina-Armee  aus,  da
viele  Offiziere  bei  ihr  abgingen,  um  im  Kankasus  einzutreten,  wo
ihnen  bei  geringer  Aussicht  auf  Gefechtstätigkeit  höhere  Bezüge
und  Beförderungsvorteile  geboten  wurden:  eine  Maßregel,  die  gewiß
  einzig  dasteht  in  der  Kriegsgeschichte.  Auch  die  Kohlen  wurden
bei  den  doch  so  notwendigen  Transporten  an  die  Halästina=  und
Bagdadfront  gespart,  um  Truppen  und  Armeebedarf  an  die  Kaukasusfront
  bringen  zu  können.  Dem  deutschen  Kommandierenden  in
Dalästina  wurden  außerdem  die  größten  Schwierigkeiten  gemacht,
so  daß  er  endlich  seine  Abberufung  beantragte  und  nur  durch  einen
direkten  Befehl  des  Kaisers  in  seiner  Stellung  erhalten  wurde.
Unter  solchen  Umständen  war  es  klar,  daß  der  Widerstand  der  türkischen
  Armeen  nicht  mehr  allzu  lange  dauern  konnte,  und  daß  das
Ende  abzusehen  war.  Tichtsdestoweniger  schlugen  sich  die  türkischen
Armeen  wenigstens  anfangs,  die  deutschen  Truppen,  die  übrigens
teilweise  in  den  entscheidenden  Tagen  der  Halästina-Armee  entzogen
und  abtransportiert  wurden,  bis  zuletzt  ausgezeichnet.

Mehrere  Erkundungsvorstöße  der  Engländer,  die  im  Juni  erfolgten,
  wurden  abgewiesen.  Am  9.  desselben  Monats  wurde  ein
Angriff  starker  feindlicher  Infanterie  westlich  des  Weges  Rattarbrücke—Miske
  1)  in  erbitterten  Bajonettkämpfen  zurückgeworfen;
ebenso  ein  solcher,  der  unmittelbar  an  der  Küste  bei  Arsut  und
Schar  el  Muntar  erfolgte.  Am  14.  Juli  fand  ein  verfehlter  deutschtürkischer
  Angriff  auf  den  Hügel  Massallabe  unweit  des  Jordan  statt,
bei  dem  die  deutschen  Truppen  sich  hervorragend  schlugen,  aber
von  den  Türken  im  Stich  gelassen  wurden.  Auch  im  GEstjordanland
wurde  dauernd  gefochten.  Bier  kämpften  auf  englischer  Seite  meist
arabische  Truppen,  die  sich  ständig  vermehrten.  So  wurden  Menzil,
Anese  und  Wadi  el  Schar  mit  wechselndem  Erfolge  von  ihnen  angegriffen;
  am  21.  Juli  erfolgte  ein  größerer  Angrif  auf  Maan,  der
erfolglos  blieb,  und  ebenso  wurde  ein  Angriff  starker  arabischer
Truppen,  die  durch  Zeduinen  verstärkt  waren,  auf  die  Station
Djardun  am  21.  und  22.  Juli  blutig  zurückgewiesen.

1)  Siehe  Karte  78.