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auch  angesichts  der  Zaltung  seiner  tapferen  Armee  erreichen  zu
können.  Wenn  aber  ein  solcher  Waffenstillstand  nicht  zu  erhalten
wäre,  wenn  die  Feinde  auf  ihrem  Dernichtungswillen  beständen,
dann  müßte  seiner  Ansicht  nach  das  ganze  Volk  zum  Widerstande  aufgefordert
  werden.  Don  einem  solchen  allgemeinen  Dolksaufstande
erwartete  er  die  Wiederbelebung  der  Kampffähigkeit  und  einen
erfolgreichen  Widerstand.  Auch  der  Unterseebootkrieg  durfte  seiner
Ansicht  nach  während  eines  Waffenstillstandes  nicht  aufgegeben
werden,  oder  nur  gegen  eine  entsprechende  Cieferung  von  Cebensmitteln.
  Die  Regierung  aber  hatte  bisher  nichts  zur  Erlangung
eines  solchen  getan,  obgleich  ihr  über  die  Kriegslage  schon  lange
reiner  Wein  eingeschenkt  worden  war.

Inzwischen  aber  hatte  sich  in  Deutschland  und  vor  allem  im
Reichstage  die  Stimmung  im  Sinne  der  feindlichen  Dropaganda  verschlechtert.
  Man  fürchtete  sogar  eine  Revolution,  und  der  Staatssekretär
  des  Außeren,  der  am  29.  September  mit  Hindenburg  und
Tudendorff  zusammenkam,  um  endgültige  Entschließungen  zu  fassen,
glaubte  daher  um  so  mehr,  daß  eine  Beranziehung  weiterer  Dolkskreise
  zur  Beschlußfassung,  und  daher  die  Einsetzung  einer  parlamentarischen
  Regierung  nötig  sei.  Eine  solche  konnte  Hertling  seiner
ganzen  Dergangenheit  nach  niemals  bewilligen,  und  die  Stellung
des  Reichskanzlers  war  daher  ernstlich  erschüttert.  Der  Kaiser  fügte
sich  den  Dorschlägen  des  Staatssekretärs,  und  am  30.  wurde  der
Graf  Hertling  entlassen.  An  seiner  Stelle  wurde  im  Einverständnis
mit  dem  Reichstage  HDrinz  Max  von  Baden  zum  Reichskanzler  ernannt,
  dem  eine  parlamentarische  Regierung  zur  Seite  trat.  Es
lag  offenbar  eine  große  Gefahr  darin,  in  diesem  Augenblicke  und
mit  diesem  Reichstage  eine  parlamentarische  Regierung  einzurichten,
denn  in  diesem  wie  in  der  Masse  des  Dolkes  führten  die
Darteien  die  Berrschaft,  die  nach  Macht  strebten,  der  feindlichen
Dropaganda  glaubten  und  einen  Rechts=  und  Derständigungsfrieden
für  möglich  hielten.  Der  Aufruf  zu  einer  Dolkserbhebung  war  von
solchen  Leuten  schwerlich  zu  erwarten,  und  nur  ein  solcher  konnte
in  der  Lage  helfen,  in  der  sich  Deutschland  befand.  Ich  bin  der  Überzengung,
  daß  damals  ein  energisches  Auftreten  noch  möglich  und
erfolgreich  gewesen  wäre.  Wenn  man  dem  deutschen  Dolke  die  volle
Wahrheit  gesagt  und  gegen  die  ehrlosen  Elemente  rücksichtslos  vorgegangen
  wäre,  um  erst  nach  überwundener  Krisis  die  notwendigen
Reformen  einzuführen,  wären  zahllose  Deutsche  bereit  gewesen,  ihr
alles  an  die  Derteidigung  der  Ehre  und  des  politischen  Daseins  ihres
Daterlandes  zu  setzen,  denn  noch  stand  die  Armee  im  großen  und
ganzen  unerschüttert  da,  und  noch  war  das  Hrinzip  der  Autorität  im
größten  Teil  des  Dolkes  lebendig;  dieser  wäre  bereit  gewesen,  sich
auf  den  Ruf  seines  Kaisers  zu  erheben.

Die  Regierungsmänner  dachten  anders;  sie  hielten  die  Einführung
  des  parlamentarischen  Svstems,  das  stets  die  Herrschaft