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am  5.  Oktober  sprach,  hatten  zwar  auf  ein  mannhaftes  Auftreten
gegenüber  den  Wilsonschen  Anmaßungen  hoffen  lassen,  davon  aber
war  in  dieser  Antwort  nichts  zu  spüren.  „Ich  weiß,“  hatten  diese
Worte  gelautet,  „daß  das  Ergebnis  des  Friedensangebotes  Deutschland
  fest  entschlossen  und  einig  finden  wird  sowohl  zu  einem  redlichen
Frieden,  der  jede  eigensüchtige  Derletzung  fremder  Rechte  von  sich
weist,  als  auch  zu  dem  Endkampfe  auf  Leben  und  Tod,  zu  dem  unser
Dolk  ohne  eignes  Derschulden  gezwungen  würde,  wenn  die  Antwort
der  mit  uns  im  Kriege  stehenden  Mächte  auf  unser  Angebot  von  dem
Willen,  uns  zu  vernichten,  diktiert  sein  sollte.“  Die  Antwort  an  Wilson
bewies,  daß  es  sich  hierbei  eben  nur  um  Worte  handelte,  hinter
denen  die  Taten  fehlten.  Das  wurde  noch  besonders  klar,  als  am
14.  Oktober  die  Antwort  Wilsons  auf  das  deutsche  Waffenstillstandsangebot,
  die  sogenannte  zweite  Wilsonnote,  einlief,  die  betonte,  daß
die  Räumung  des  besetzten  Gebietes,  die  Hreisgabe  des  U-Boot-Krieges
  und  entscheidende  Verfassungsänderungen  —  womit  Wilson
die  Beseitigung  des  Kaisers  meinte  —  allen  Waffenstillstandsverhandlungen
  vorausgeben  müßten.

Hatte  schon  die  Beantwortung  der  Wilsonschen  Anfragen  eine
Unterwerfung  unter  dessen  Willen  bezüglich  der  Räumungsfrage
bedeutet  und  jenem  das  Recht  zugestanden,  sich  in  die  inneren  Verhältnisse
  des  Reiches  zu  mischen,  so  handelte  es  sich  jetzt  um  weit
mehr.  Die  Bewilligung  der  Wilsonschen  Forderungen  kam  einer
völligen  Waffenstreckung  gleich  und  lieferte  Deutschland  dem  Haß
seiner  schlimmsten  Feinde  aus.  Deutschland  stand  vor  der  Frage,
ob  es  sich  auf  Gnade  oder  Ungnade  der  Entente  ausliefern  oder  das
Dolk  zum  letzten  Derzweiflungskampf  aufrufen  sollte.  Ehre  und  Überlegung
  forderten  zweifellos  das  letztere.

Am  7.  Oktober  fand  diesbezüglich  eine  Sitzung  der  Regierung
statt,  an  der  von  militärischer  Seite  General  Ludendorff,  Oberst  Heye
und  General  Hoffmann  teilnahmen.  Hier  wurde  die  Antwort  auf  die
Wilsonnote  und  deshalb  auch  die  militärische  Möglichkeit  weiteren
Widerstandes  besprochen.  Es  wurde  nachgewiesen,  daß  im  Osten  nur
26  Divisionen  ständen,  die  man  im  Westen  nicht  verwenden  könne,
im  Westen  dagegen  auch  nur  186  mit  Bataillonsstärken  von  nur
540  Mann,  die,  an  sich  schwach,  nur  dadurch  erreicht  worden  sei,
daß  man  22  Dinisionen,  gleich  66  Infanterieregimentern,  aufgelöst
habe;  daß  die  Gefahr  des  Bolschewismus  dauernd  wachse,  zumal
der  russische  Gesandte  Joffe  nach  wie  vor  ungestört  seine  revolutionäre
Hropaganda  in  Berlin  selbst  treiben  könne,  daß  aber  ein  Widerstand
besonders  zur  See  immer  noch  möglich  sei.  Es  wurde  von  militärischer
Seite  hervorgehoben,  daß  wir  Wilson  gegenüber  noch  völlig  freie
Hand  hätten,  daß  es  jetzt  aber  Pflicht  sei,  durchzuhalten,  und  daß  der
U-Boot-Krieg  als  unsere  einzige  offensive  Waffe  unter  keinen  Umständen
  aufgegeben  werden  dürfe.  Mehrere  Staatssekretäre  sprachen
sich  in  dem  gleichen  Sinne  aus,  und  so  konnten  die  Dertreter  der