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„Sur  Bekanntgabe  an  alle  Truppen.

Wilson  sagt  in  seiner  Antwort,  er  wolle  seinen  Bundesgenossen
vorschlagen,  in  Waffenstillstandsverhandlungen  einzutreten.  Der
Waffenstillstand  müsse  aber  Deutschland  so  wehrlos  machen,  daß
es  die  Waffen  nicht  mehr  aufnehmen  könne.  Uber  einen  Frieden
würde  er  mit  Deutschland  nur  verhandeln,  wenn  dieses  sich  den
Forderungen  der  Derbündeten  in  bezug  auf  seine  innere  Gestaltung
völlig  füge;  andernfalls  gäbe  es  nur  die  bedingungslose  Unterwerfung.


Die  Antwort  Wilsons  fordert  die  militärische  Kapitulation.
Sie  ist  deshalb  für  uns  Soldaten  unannehmbar.  Sie  ist  der  Beweis,
daß  der  Dernichtungswille,  der  1914  den  Krieg  entfesselte,  unvermindert
  fortbesteht.  Sie  ist  ferner  der  Beweis,  daß  unsere  Feinde
das  Wort  .Rechtsfrieden“  nur  im  Wunde  führen,  um  uns  zu
täuschen  und  unsere  Widerstandskraft  zu  brechen.  Wilsons  Antwort
kann  daher  für  uns  Soldaten  nur  die  Aufforderung  sein,  den
Widerstand  mit  äußersten  Kräften  fortzusetzen.  Wenn  die  Feinde
erkennen  werden,  daß  die  deutsche  Front  mit  allen  GOpfern  nicht
zu  durchbrechen  ist,  werden  sie  zu  einem  Frieden  bereit  sein,  der
Qtschland-  Sukunft  gerade  für  die  breiten  Schichten  des  Volkes
sichert.

Im  Felde,  den  24.  Oktober,  abends  10  Uhr.

gez.  von  Rindenburg.“

Anders  aber  dachten  die  Regierung  und  der  Reichstag.  Obgleich
der  Befehl,  nachdem  bekanntgeworden  war,  daß  er  den  Ansichten  und
Entschließungen  der  Regierung  nicht  entspreche,  zurückgezogen  war,
ergoß  sich  im  Reichstage  eine  wahre  Sturmflut  der  Entrüstung  über
die  Oberste  Beeresleitung,  die  nur  ausgesprochen  hatte,  was  jeder
ehrliebende  Deutsche  empfand.  Die  Regierung  rührte  keinen  Finger
zu  ihrer  Derteidigung;  ja,  Drinz  Max  stellte  sogar  die  Kabinettsfrage
für  den  Fall,  daß  Ludendorff  im  Amte  bliebe.  Gegen  diesen  wendete
sich  aller  Baß  der  Gegner,  weil  man  sich  an  den  Feldmarschall  selbst
nicht  Reramwagte,  und  in  jenem  das  treibende  Element  jeden  Widerstandes
  sah.  Ludendorff  nahm  am  26.  Oktober  seinen  Abschied.  Auch
der  Kaiser  ließ  ihn  fallen.  General  Groener  trat  an  seine  Stelle.
In  der  Note  vom  27.  Oktober  aber  bekannten  sich  die  Deutschen,  wie
Ludendorff  mit  RZecht  schreibt,  zur  Kapitulation.  Deutschland  war
nicht  mehr  zu  retten.  Seine  eigene  Regierung  hatte  ihm  hinterrücks
den  Todesstoß  versetzt.  Der  U-Boot-Krieg  wurde  preisgegeben.
Schon  am  20.  Oktober  wurde  befohlen,  daß  Hassagierschiffe  nicht
mehr  torpediert  werden  dürften,  ein  Befehl,  der  der  Einstellung
des  U-Boot-Krieges  gleichkam,  obgleich  damals  379  U.  Boote  auf
den  Werften  lagen.  Umsonst  hatte  Hindenburg  an  die  Tage  nach
der  Schlacht  von  Kunersdorf  erinnert,  in  denen  einst  Friedrich  der
Große,  obgleich  am  Ende  seiner  Silfsmittel,  dennoch  nicht  verzweifelt