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Anhänger  gewonnen.  Die  Berliner  Truppen  schlossen  sich  daher  fast
durchweg  der  Bewegung  an.  Jägerbataillone,  die  zur  Hilfe  herbeigezogen
  wurden,  zeigten  wenig  Kampflust  und  legten  die  Waffen
ab.  General  Scheüch,  der  damalige  Kriegsminister,  verbot,  wenn
ich  richtig  unterrichtet  bin,  den  Waffengebrauch  für  die  wenigen,
treugebliebenen  Elemente  und  machte  sich  damit  zum  Withelfer  der
Revolution.  Die  Krone  aber  setzte  allem  der  Hrinz  Max  auf,  indem
er  die  Abdankung  des  Kaisers  um  die  Mittagsstunde  des
9.  Movember  bekanntgab,  noch  ehe  sie  erfolgt  war.  Su  allen
anderen  Seiten  wäre  er  dieserhalb  wegen  Hochverrats  vor  Gericht
gestellt  worden;  jetzt  trägt  er  für  alle  Seiten  den  Makel  dieser  Kandlung
  an  der  Stirn.  So  ging  Berlin  verloren.  Noch  am  Tachmittage
dieses  Tages  ging  der  Kaiser  in  das  neutrale  Holland,  wohin  ihm  der
Kronprinz  folgte.  Arbeiter-  und  Soldatenräte  begannen  nach  russischem
  Muster  das  Werk  der  Serstörung  alles  Zestehenden.  Die
Bundesfürsten  traten  in  den  nächsten  Tagen  ab.  Die  Regierung  des
Drinzen  Max  verschwand  verdientermaßen.  Sie  hatte  niemals  bestimmt
  gewußt,  was  sie  wollte  und  erstrebte.  Der  Rat  der  Dolksbeauftragten
  trat  an  ihre  Stelle.  Sbert,  Scheidemann,  Baase  und
Genossen  erklärten  aus  eigener  Wachtvollkommenhbeit  mit  vorläusig
  diktatorischer  Gewalt  Deutschland  für  einen  Freistaat.  Das  ganze
Dolk  unterwarf  sich  schweigend.  Auch  das  ungeschlagene  Beer  mußte
sich  dem  Willen  der  Machthaber  fügen.  Da  die  Regierung,  an  deren
Spitze  damals  noch  Hrinz  Max  von  Baden  stand,  die  letzte  Wilsonsche
Note  angenommen  hatte,  war  schon  am  8.  November  eine  deutsche
Waffenstillstandskommission  auf  der  Straße  von  Fumaps  nach  Givet
bei  den  französischen  Dorposten  eingetroffen,  um  die  Waffenstillstandsbedingungen
  der  Entente  entgegenzunehmen,  für  deren  Annahme
oder  Ablehnung  der  II.  Movember  12  Uhr  mittags  als  Termin  festgesetzt
  war.  Die  hauptsächlichsten  Zedingungen  aber  waren  in  ihren
Bauptzügen  folgende:

„I  Einstellung  der  Feindseligkeiten  sechs  Stunden  nach  Unterzeichnung
  des  betreffenden  Dertrages.  2.  Sofortige  Räumung  der  besetzten
  Gebiete  —  Belgien,  Frankreich,  Elsaß-Cothringen,  Luxemburg
  —  binnen  14  Tagen  und  nach  besonderer  ANbereinkunft  betreffs
der  Räumungszeiten  seitens  der  Deutschen  und  der  Besetzung  durch
die  Entente.  5.  Deutsche  Truppen,  die  die  erwähnten  Gebiete  in  dem
festgesetzten  Seitraum  noch  nicht  geräumt  haben,  werden  kriegsgefangen.
  4.  Die  Deutschen  geben  in  gutem  Sustande  ab:  5000
Kanonen,  zunächst  schwere,  50  000  Maschinengewehre,  3000  Minenwerfer,
  2000  Flugzeuge.  5.  Räumung  des  linken  Rheinufers  durch
die  Deutschen,  das  durch  die  örtlichen  Zehörden  unter  Aufsicht  der
Besatzungstruppen  der  Entente  verwaltet  wird.  Besetzung  je  eines
Brückenkopfes  bei  Mainz,  Koblenz,  Köln  von  30  km  Durchmesser
auf  dem  rechten  Rheinufer.  Schaffung  einer  neutralen  Sone,  deren
Westgrenze  10  km  vom  Strome  bzw.  von  der  Grenze  der  Brücken-