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Waffenstillstandsbedingungen  an  und  opferte  damit  ihrem  Parteiinteresse
  zuliebe,  um  nur  das  eine  anzuführen,  neben  Deutschlands
Selbständigkeit  viel  mehr  Menschenleben,  als  ein  verlängerter  militärischer
  Widerstand  gekostet  hätte.  Die  verschärfte  RKungerblockade,
der  Rückgang  der  Geburten  und  die  Kindersterblichkeit  forderten  unendliche
  Opfer.  Der  Abgang  an  Menschenleben  und  Gesundheit
wird  in  dieser  Seit  auf  die  Summe  von  täglich  800  geschätzt.  Selbst
vor  dem  HZunger  wußte  diese  Regierung  das  deutsche  Volk  nicht  zu
schützen,  denn  selbst  eine  Fortsetzung  des  Krieges  konnte  schlimmere
Sustände  nicht  Bervorrufen,  als  der  Waffenstillstandswinter  sie  infolge
  der  verschärften  Bungerblockade  Bervorgerufen  hat.  Dagegen
hätten  die  Feinde,  wenn  die  Deutschen  nur  noch  wenige  Wochen
ausgehalten  hätten  —  ihrem  eigenen  Eingeständnis  nach  —,  wegen
Mangel  an  Subsistenzmitteln  die  Waffen  strecken  müssen.

Hindenburg,  der  in  selbstloser  Aufopferung  der  Armee  auch  in
diesem  Augenblick  treu  blieb,  führte  sie  hinter  den  Rhein  zurück,  wo
sie  in  voller  Ordnung  und  Geschlossenheit  ankam  und  demobilisierte.
Nur  in  der  Etappe,  die  den  Einflüssen  der  Heimat  besonders  ausgesetzt
  war  und  die  zweifelhaftesten  Elemente  enthielt,  rissen  Unordnung
  und  Fahnenflucht  ein.  Jeder  suchte  die  Heimat  so  schnell
als  möglich  zu  erreichen.  Es  war  schwierig,  trotzdem  die  Derpflegung
  der  Armee  sicherzustellen.  Swar  wurde  die  Räumungsfrist
von  14  auf  17  Tage  verlängert,  sonst  aber  wurden  die  Räumungsbedingungen
  von  der  Entente  während  des  Rückzuges  noch  verschärft.
  Zeim  Beimat-  und  Stappenheer  ging  der  innere  Halt  verloren.
  Die  Arbeiter-  und  Soldatenräte,  die  immer  mehr  um  sich
griffen,  trugen  das  Ihrige  dazu  bei.

Auch  in  stafrika,  wo  allein  in  der  Welt  noch  Deutsche  fochten,
zwang  der  Waffenstillstand  die  Schutztruppe  dazu,  den  Widerstand
aufzugeben.

Lettow-Dorbeck  war,  wie  wir  sahen,  am  25.  November  1012
mit  228  Deutschen,  1722  Askaris  und  annähernd  4000  Trägern  über
den  Rovuma  gegangen  und  auf  portugiesisches  Gebiet  übergetreten.
Hier  erfuhr  er  bald,  daß  die  Abteilung  des  Rauptmanns  Tafel,  die
von  Mahenge  kam,  am  28.  Tiovember  die  Waffen  gestreckt  habe,  vereinigte
  sich  mit  deren  Trümmern,  überfiel  aber  noch  am  Tage  des
Überganges  eine  feindliche  Abteilung,  verschaffte  sich  auf  diese  Weise
Munition  und  Lebensmittel  und  zog  dann  nach  Süden  weiter.  Sehn
Monate  lang  hat  er  sich  dann  auf  portugiesischem  Gebiet  aufgehalten
  und  die  ganze  Kolonie  von  Morden  nach  Süden  durchzogen.
Wiederholt  war  er  durch  Derpflegungsschwierigkeiten  gezwungen
seine  Abteilung  zu  teilen,  und  lieferte  dem  Feinde  unzählige  Gefechte,
in  denen  er  und  seine  Unterführer  meistens  siegreich  waren;  denn  auch
die  schwarzen  Askaris  verstand  er  mit  dem  deutschen  Geiste  zu  erfüllen,
  während  die  Gegner  eben  nur  Engländer  und  die  noch
schlechteren  Hortugiesen  waren.  Niemals  gelang  es  dem  Feinde,  ihn