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wäre,  wenn  man  nur  einige  Doraussicht  gehabt  und  sich  nicht
von  dem  Kriege  hätte  überraschen  lassen.  Dann  erfolgte  die  vollständig
  überflüssige  Kriegserklärung  an  Rußland  und  Frankreich,  die
Italien  den  erwünschten  Dorwand  gab,  neutral  zu  bleiben.  Dann
folgte  der  Aufmarsch.  Er  war  an  sich  verfehlt,  weil  er  den
Schlieffenschen  Gedanken,  durch  Belgien  vorzumarschieren,  zwar
festhielt,  aber  ihn  nicht  bis  zu  Ende  dachte  und  dann  danach  handelte.
Man  überschätzte  die  Wirkung  einer  deutschen  Offensive  auf  dem
linken  Klügel,  den  man  nicht  preisgeben  mochte,  und  überschätzte  die
Schwierigkeiten,  die  ein  Abtransport  von  Truppen  von  dem  linken
auf  den  entscheidenden  rechten  Flügel  verursachen  mußte.  So  mußte
man  dazu  kommen,  indem  man  den  linken  Flügel  stark  machen  und
dennoch  auf  dem  rechten  die  Entscheidung  suchen  wollte,  sich  —  wie
man  gemeinhin  sagt  —  zwischen  zwei  Stühle  zu  setzen  und  keinen
der  erstrebten  Swecke  zu  erreichen.  Als  dann  die  Cperationen
begonnen  waren  und  mit  gewohnter  Snergie  geführt  wurden,  ergab
sich  die  Möglichkeit,  im  Sambre=  und  Maaswinkel  die  5.  französische
Armee  zu  vernichten.  Sie  wurde  nicht  benutzt,  ja  vom  Generalobersten
  von  Bülow,  der  auf  Grund  der  ihm  zugegangenen  Meldungen
  die  Dinge  in  anderem  Cichte  ansah,  nicht  einmal  angestrebt.
Dagegen  sollte  in  völlig  unzeitgemäßer  Weise  die  Ost-Armee  vom
rechten  Klügel  der  West-Armee,  also  vom  Entscheidungsflügel  aus,
unterstützt  werden.  Der  deutsche  Generalstabschef,  der  seinen  eignen
Worten  nach  nicht  unter  dem  Eindruck  stand,  daß  die  Franzosen  viel
entscheidender  geschlagen  waren,  als  sie  es  in  der  Tat  waren,  hat
das  selbst  als  einen  Fehler  bezeichnet.  Die  Derstärkungstruppen
waren  noch  nicht  einmal  auf  dem  Eisenbahntransport,  als  bei
Tannenberg  die  Entscheidung  fiel.  Im  Lauf  der  Gperationen  verlor
dann  die  Oberste  Zeeresleitung  die  Sügel  vollständig  aus  der  Hand.
Wan.  lebte  in  dem  Wahn,  daß  die  Armeen  sich  im  Sinne  der  allgemeinen
  Operation  untereinander  verständigen  würden,  und  verzichtete
  darauf,  sie  im  einzelnen  gemeinsam  zu  führen.  Die  Armeeführer
  aber,  sich  selbstüberlassen,  in  der  Meinung,  daß  die  Führung
im  großen  Sache  der  Obersten  Beeresleitung  sei,  drängten  entweder
ungestüm  dem  Feinde  nach,  ohne  auf  den  Susammenhang  des  Ganzen
die  nötige  Rücksicht  zu  nehmen,  oder  blieben  hinter  dem  Möglichen
zurück.  Ihre  Truppen  wurden,  wie  das  die  Verhältnisse  bedingten,
immer  mehr  geschwächt,  während  gleichzeitig  eine  völlig  falsche
Beurteilung  des  Gegners  Hlatz  griff  und  die  Oberste  Zeeresleitung
viel  zu  weit  von  der  Front  entfernt  war,  um  ausgleichend  wirken
zu  können.  Sie  litt  zudem  unter  dem  Krankheitszustand  des  Generalstabschefs,
  der  schließlich  völlig  zusammenbrach.  Die  Armeefestung
Daris  wurde  in  ihrer  strategischen  Zedeutung  völlig  unterschätzt.
Man  glaubte  bei  ihr  vorbeimarschieren  zu  können  und  war  infolge
des  fehlerhaften  Aufmarsches  viel  zu  schwach,  die  Franzosen  weiter
zu  umfassen.  Man  wollte  sie  jetzt  südöstlich  von  Haris  einkesseln,