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während  Graf  Schlieffen  diese  Stadt  mit  hatte  umgehen  wollen.
Gleich  darauf  kam  man  wieder  auf  die  Notwendigkeit  zurück,  sich
ausgiebig  gegen  Haris  zu  schützen.  Man  unterschätzte  die  Widerstandsfähigkeit
  der  Troué  de  TCharmes,  die  man  mit  der  modernen
Artillerie  glaubte  bezwingen  zu  können,  und  zugleich,  wie  schon  beim
Aufmarsch,  die  Möglichkeit,  Truppen  vom  linken  auf  den  rechten
Flügel  zu  ziehen;  man  verlor  über  dem  allen  —  zum  mindesten
strategisch  —  die  Schlacht  an  der  Marne.  Auch  muß  es  als  Fehler
bezeichnet  werden,  daß  man  nach  der  Schlacht  noch  den  Versuch
machte,  mit  dem  geschwächten  linken  Flügel  des  Angriffsheeres
von  neuem  offensiv  zu  werden,  während  man  mit  dem  rechten  zurückging,
  und  daß  man  später  nicht  alles  daransetzte,  den  Bewegungskrieg
  aufrecht  zu  erhalten,  statt  an  der  Aisne  und  nördlich  davon
zum  Stellungskrieg  überzugehen.

Als  dann  mit  unleugbarem  Geschick  der  neue  Generalstabschef,
sich  immer  von  neuem  dem  Feinde  vorlegend,  das  Meer  erreicht
und  den  Gegnern  den  Einbruch  in  die  rechte  Flanke  der  deutschen
Armee  verwehrt  hatte,  wurde  die  Offensive  in  Flandern  mit  viel
zu  schwachen  Kräften  unternommen  und  blieb  dementsprechend  stecken.
Man  hätte  hier  gleich  von  vornherein  bedeutend,  mindestens  aber
um  zwei  Armeekorps  stärker  sein  können,  wenn  man  den  Mut  gehabt
bätte,  bei  NMebenaufgaben  dem  Schicksal  mehr  zu  überlassen.

Als  diese  Offensive  gescheitert  war,  mußte  man  sich  darüber
klar  werden,  daß  es  nunmehr  darauf  ankäme,  den  Gesetzen  der
inneren  Cinie  entsprechend,  Rußland  offensiv  niederzuwerfen  und
sich  gleichzeitig  in  Frankreich,  zu  Lande  wenigstens,  defensiv  zu  ver--hoalten.
  Der  erste  Feldzugsplan,  der  es  sich  zum  Sweck  gesetzt  hatte,
Frankreich  und  England  in  kurzer  Seit  niederzukämpfen,  um  sich
dann  nach  Rußland  zurückzuwenden,  war  mißlungen.  Der  Begriff
der  inneren  Linie  aber  war  geblieben;  nur  waren  die  Verhältnisse
gerade  in  ihr  Gegenteil  verkehrt.  Rußland  und  der  Osten  mußten
zunächst  niedergeworfen  werden,  um  sich  dann  mit  gesammelter
Kraft  gegen  den  Westen  zurückwenden  zu  können.

Anfangs  schien  es,  als  wolle  man  folgerichtig  verfahren:  ein
großer  Teil  der  russischen  Armee  wurde  bei  Gorlice—Tarnow  und
in  den  darauf  folgenden  Operationen  niedergeworfen  und  ganz
Galizien,  das  mittlerweile  verloren  worden  war,  wurde  wiedererobert,
  dann  aber  hörte  der  entscheidungsuchende  Wagemut  auf.
Falkenhan  hatte  die  Notwendigkeit,  zunächst  Rußland  völlig  niederzuwerfen,
  anscheinend  nicht  begriffen;  seinen  Swecken  genügte  es,
die  Russen  in  die  denkbar  kürzeste  Widerstandslinie  zurückzudrücken.
Statt  auf  Hindenburgs  Rat  die  russische  Armee  im  Rücken  zu  fassen
und  so  größtenteils  zu  vernichten,  begnügte  man  sich  damit,  sie
frontal  zurückzudrängen,  eine  Operation,  die  mit  dem  Durchbruch
am  Narew  begann  und  dem  Gegner  beträchtliche  Verluste  beibrachte,

ihn  aber  nirgends  wirklich  vernichtete  und  ihn  so  aus  dem  Spiel
v.  Bernhardi,  Deutschlands  Beldenkampf.  ·  34