gebührt  nicht,  die  Schrecken  anzunehmen,  sondern  die  Trost—
worte  meines  Heilands.  Das  ist  der  Siegmann,  der  rechte
Held,  der  mir  hiermit  seinen  Sieg  gibt  und  zueignet.  Bei
dem  bleibe  ich,  des  Wortes  und  Trostes  halte  ich  mich,
darauf  bleibe  ich  hier  oder  fahre  dorthin,  er  lügt  mir
nicht  .  .  Es  bitten  für  euch  alle  eure  Kinder  und  meine
Käthe.  Etliche  weinen,  etliche  essen  und  sagen:  Die  Großmutter
  ist  sehr  krank.  Gottes  Gnade  sei  mit  uns  allen.
Amen.  Cuer  lieber  Sohn.“

Es  hat  aber  der  liebe  Sohn  sein  Haus  bauen  dürfen,
als  ein  durch  Gott  selbst  von  Gelübde  und  Ehelosigkeit
Losgesprochener,  nicht  der  eidbrüchige  Mönch,  sondern  als
der  Evangelist  von  Wittenberg,  der  „die  Ehe  frei  haben
will,  wie  sie  Gott  geordnet  und  gestiftet  hat  und  sein  Werk
nicht  zerreißen  noch  hindern  will“  (Schmalk.  Artikel).  Von
den  Feinden  verspottet  —  Erasmus  höhnt  über  eine  Tragödie,
  die  in  die  Komödie  ausgeht  —  von  den  Freunden
getadelt  und  nicht  verstanden  hat  der  Reformator  die  Ehe
gewagt,  sich  ihren  Ernst  und  die  heilige  Hochschule  des
Kreuzes  nicht  verhehlt,  die  Eigenart  weiblichen  Wesens
nicht  unterschätzt,  aber  21  Jahre  lang  durch  gute  und  böse
Tage  der  Treue  seiner  Ehefrau  sich  getröstet,  ihren  Sorgengeist
  mit  Humor  getadelt  („der  Selbstmartyrin  zu  Wittenberg,
  der  heiligen  sorgfältigen  Frauen  —  seit  der  Zeit  ihr
für  uns  gesorgt  habt,  wollt  uns  das  Feuer  verzehrt  haben
hart  an  meiner  Stubentür;  gestern,  ohne  Zweifel  aus
Kraft  eurer  Sorge  hat  uns  schier  ein  Stein  auf  den  Kopf
gefallen  und  zerquetscht  wie  in  einer  Mausefalle.“  Brief
vom  10.  Febr.  1546)  und  mit  Ernst  gestraft.  „Lehrst  du
also  den  Katechismum  und  den  Glauben?  Bete  du  und
laß  Gott  sorgen.“  Er  hat  ihre  Sparsamkeit  wohl  gewürdigt,
wenn  er  sie  auch  nicht  teilen  konnte  und  zuletzt  den  reichen
Gott  ihr  vermacht  und  sie  ihm.  Zwei  Christenmenschen,
von  Gott  zusammengefügt,  haben  einander  erzogen  und
geübt,  getragen  und  gelitten,  sind  gemeinsam  am  Sarge

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