und  sich  erquichen.  Feiern  aber  und  müßig  gehen  können
die  Unchristen  auch  wohl,  darum  soll  Gottes  Wort  in
Schwang  und  Ubung  gehen,  daß  ein  rechter  Feiertag  gehalten
  werde“  (Großer  Katechismus),  „daß  Gott  sein  Werk
in  uns  hat.“

Wenn  aber  Amt  und  Amtssorge  den  Vater  in  die
Ferne  führen,  schreibt  er  den  Kindern  Briefe  vom  Besuch
des  Paradieses,  seinen  süßen  Früchten  und  frohen  Spielen,
seiner  Rindesfrohen  und  lebensfrischen  Herrlichkheit,  die
Lipp  und  Jost  und  Hänsichen  Luther  genießen  sollen,  wenn
sie  fromm  sind  und  gerne  beten.  Wahrlich,  dieser  Brief,
den  ein  Goethe  in  sein  freudenarmes  unfrohes  Haus  am
Alten  Plan  zu  Weimar  nicht  hätte  senden  hönnen,  ist  der
Freibrief  für  die  christliche  Jugend  und  der  Frohbrief  ihres
treuesten  Freundes,  der  mit  ihm  fort  und  fort  unseren
Kindern  einen  schönen  Jahrmarkt  mitbringt.

Wie  es  den  Kindern  im  Hause  wohl  sein  soll,  im
„Vaterhause“,  so  wird  das  Gesinde  treulich  in  die  Freuden
und  Leiden  des  Hauses  mit  herein  genommen.  „Muhme
Lene“,  die  entfernte  Verwandte  der  Hausfrau  —  ihre  „Stütze“
würde  man  sie  jetzt  nennen  —  genießt  Recht  und  Ehre  der
Hauszugehörigkeit,  der  alte  treue  Diener,  der  längst  nichts
mehr  leistet,  das  Gnadenbrot,  die  Magd  Margarete  „Grete
mit  ihrem  Besen“  höchste  Ehre  als  Heilige,  weil  sie  ganz
tue,  was  ihr  aufgegeben  ist.  Die  immer  schwieriger
werdende  Frage  der  Dienstbotennot  wird  immer  wieder
am  ehesten  gelöst,  wenn  man  die  Dienenden  in  das  Leben
des  Hauses  hereinnimmt  und  ihnen  nicht  nur  das  pflichtige
Recht  gibt,  sondern  sie  als  Miterben  der  gleichen  Seligkeit
  die  Liebe  und  Fürsorge  spüren  und  erkennen  läßt,
wie  man  ihr  Seelenleben  nicht  geringer  einschätze  als  das
eigene  und  ihren  tief  begründeten  Ansprüchen  entgegenkomme.
  Auf  dem  Grund  innerer  Angleichung  löst  sich
am  füglichsten  die  Frage  der  Über=  und  Unterordnung.

Dem  evangelischen  Hause  ziemt  Übung  und  Pflege  der

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