stille  Zuflucht  des  Trostes,  der  Fürbitte  und  des  Rates
bieten  will.

„Und  die  Schule  hat  er  uns  erbaut.“  Wie  oft  ist
dieses  Wort  der  Juden  über  den  heidnischen  Hauptmann
(Luc.  7,  5)  auf  Luther  angewendet  worden!  Nicht  als  ob
er  erst  die  Schule  ins  Leben  gerufen  hätte.  Erzählt  er
doch  mit  Dank  von  seinen  Lehrern,  den  Nullbrüdern  in
Magdeburg  und  Melanchthon  weiß  von  dem  alten  Magister
Trebonius  gar  Liebliches  zu  berichten.  Aber  die  Volksschule,
  die  christliche  Volksschule  als  Fortsetzung  der  häuslichen
  Erziehung  und  auf  dem  evangelischen  Grunde  wie
diese  sich  erbauend  hat  er  doch  erst  recht  geweiht.  Sie
soll  alle  Kinder  umfassen,  auch  in  den  „Maidlinschulen“,
soll  taugliche  Männer  frommer  Art  zu  Lehrern,  vielgeschickte
Jungfrauen  zu  Lehrerinnen  haben,  soll  wenig,  aber  das
Wenige  gründlich  darbieten,  den  Katechismum  traktieren,
die  biblische  Geschichte  in  ihrer  ganzen  Größe  und  Tiefe
darstellen,  die  Kinder  im  Heiligtum  leben  lassen,  die  Geschichte
  des  Volkes  nicht  vergessen  und  den  Gesang  fleißig
üben,  denn  „einen  Schulmeister,  der  nicht  singen  kann,
den  seh  ich  gar  nicht  an.“  Der  Unterricht  soll  kurz  sein,
die  vielgerühmten  körperlichen  UÜbungen  nicht  vergessen.
Dieser  Volksschule  bescherte  er  den  Katechismus,  das  einfältigste
  und  großartigste  Buch  aus  seiner  Feder,  das  um
seiner  Schwere  willen  zu  schelten  noch  nicht  ihn  verstehen
heißt  und  der  Konstanzer  Johann  Zwick  schenkt  Kinderlieder,
  andere  wie  Agricola  Reimlein  und  Rätsel.  Die
allgemeine  Schulpflicht  zuerst  eingeführt  zu  haben,  ist  Ehre
und  Verdienst  protestantischer  Länder.  Die  rechten
Lehrer  aber  „soll  man  zehn  Jahre  stehen  lassen,  dann
stäupen  und  losgeben;  sie  haben  ihr  Brot  verdient,  darum
soll  man  sie  in  Ehren  halten.“  Die  ersten  Lehrer  der  Volksschule
  aber  waren  und  wurden  Pfarrherren,  ein  Nikolaus
Hermam,  ein  Mathesius,  ein  Thomas  Venatorius  (Jäger),
wohl  auch  ein  Vinzenz  Obsopoeus  (Koch)  in  Ansbach.

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