der  Franzosen  und  die  Republick  Venedig“  (Bellarmin  1621)
mit  streng  bestimmenden  Gesetzen  in  das  Leben  des  Ein—
zelnen  eingreift,  dem  sie  die  Pflicht  der  Selbstentscheidung,
aber  auch  der  Selbstverantwortlichkeit  abnähme,  sondern
die  als  gottgeschenkte,  von  dem  Herrn  Christus  gestiftete
innere  Gemeinschaft  —  unbeschadet  äußerer  Ausgestaltung
und  Entwicklung  als  Freikirche,  als  Landes=  oder  Volkskirche
  —  um  diesen  ihren  Herrn,  der  sie  erlöst  und  geheiligt,
mit  Ewigkeitskräften  für  und  über  die  Zeit  ausgestattet,
in  fortgesetzter  Durchwaltung  und  fürbittender  Regierung
zu  behüten  verheißen  hat,  sich  im  Glauben  schart  „als
die  heiligen  Gläubigen  und  die  Schafe,  die  ihres  Hirten
Stimme  hören.“  (chmalkald.  Artikel.)  „Wo  also  (sagt
Melanchthon  ganz  in  Luthers  Sinn)  Gottes  Wort  rein
geht,  wo  die  Sakramente  demselben  gemäß  gereicht  werden,
da  ist  gewiß  die  Kirche,  da  sind  Christen.“  „Wo  Christus
ist,  da  ist  Kirche.  Und  wie  er  gehalten  wird,  so  ist  die
Kirche.“  Daß  dieser  Kirche,  „so  lange  dieses  Leben  währt,“
„nach  äußerlicher  Gesellschaft“  viele  Ungläubige,  Laue,
Gleichgiltige  angehören,  muß  getragen  werden,  andererseits
  hebt  die  Gewißheit,  daß  nicht  die  Teilkirche  oder
jene  allein  selig  macht,  sondern  daß  weit  über  die
Grenzen  der  Konfession  viel  wahre  Christen  leben.  Luther
hat  nicht  umsonst  von  Staupitz  (f  1524)  und  frommen
Klosterbrüdern  herztröstende  Zusprache  empfangen,  „den
besten  Tröster  und  Beistand,  so  unter  Menschen  zu  finden,
nämlich  den  ehrwürdigen  M.  Bartholomäum“  (Brief  an
Georg  Leiffer).  Da  die  Kirche,  die  weder  auf  eine  Erfindung
  —  diese  ist  einmal  geschehen  (Hebr.  9.  12)  —  noch
auf  Entdechungen  Luthers,  nicht  auf  Spekulationen  philosophischen
  Denkens  noch  auf  unbedachten  und  unberufenen
Neuerungen  beruht,  nicht  Deformation  des  mittelalterlichen
  Kirchtums,  sondern  die  von  Gott  veranlaßte,  geleitete
  und  gesegnete  Reformation  ist,  —  wir  sind  die
„wahre  hatholische  Kirche“  gegenüber  Johann  Ecks  404

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