Irrtümern  der  Neuerer  und  seiner  Erweisung,  daß  „die
Lutherischen  schlechter  als  die  Türken  seien“  (1530),  —
gibt  es  nur  eine  Instanz  in  ihr:  „Gottes  Wort.“  „Dieses
soll  Artikel  des  Glaubens  stellen,  und  sonst  niemand,  auch
kein  Engel  (Schmalk.  Art.  vergl.  Gal.  1,8),  denn  Gott
will  mit  uns  nicht  anders  handeln  als  durch  sein  Wort,
ohne  welches  er  keinem  seinen  Geist  oder  Gnade  gibt.“
Dieses  Wort,  Gottes  persönliche,  ob  auch  „in  geringe
Windeln  gelegte"  Offenbarung,  in  heiliger  Schrift  verfaßt,
bezeugt  über  allem  und  vor  allem,  aber  auch  in  allem,
daß  Jesus  Christus  „sei  nicht  der  Mann,  der  uns  verklagt
noch  droht,  sondern  der  uns  versöhnt  und  vertritt  durch
sein  eignen  Tod  und  Blut,  der  liebe  Heiland,  der  süßeste
Tröster,  der  treue  Bischof  unserer  Seelen.  Er  allein  ist  der
einige  Weg  und  Steg,  der  Zirkel,  darin  der  einige  Punkt
steht,  in  dem  alle  anderen  Figuren  begriffen  werden,  das
einige  Eins,  der  Anfang  aller  Zahlen.  Darum  sagt  Er
(Matth.  11,  28):  zu  Mir.  Wer  aber  sind,  die  da  kommen
sollen?  Die  Mühseligen  und  Beladenen.  Was  ist  das  für
ein  Gesindel?  Ich  kenne  die  Bauern  nicht:  Meister
Mühselige  und  Beladene.  Stattliche  Namen  als  Bürgermeister
  solltens  sein!  Die  Verheißung  erstreckt  sich  über
Bös  und  Gut,  Klein  und  Groß,  Kalt  und  Warm,  Dürr
und  Grün,  so  ist  sie  nicht  allein  frommen,  heiligen  Leuten
uzuschreiben  in  langen  Kleidern  bis  auf  die  Schuhe!  —
8  einen  Ungenannten  1528).  Dieser  Christus  liegt  in
der  Krippen,  aber  sitzt  gleichwohl  zur  rechten  Hand  Gottes,
des  allmächtigen  Vaters;  nicht  allein  seine  bloße  Gottheit
ist  bei  uns,  die  doch  wie  ein  verzehrendes  Feuer  gegen
Stoppeln  wäre,  sondern  Er,  der  Mensch,  den  alle  Trübsal
versucht  hat,  der  mit  uns  als  mit  Menschen  und  mit  seinen
Brüdern  Mitleid  haben  kann.“  Nicht  der  weltferne  Richter,
der  in  unnahbarer  Majestät  thront  oder  von  dem  Triumphbogen
  der  Kirche  in  hoher  Erhabenheit  herabsieht,  dessen
Gnade  die  göttliche  Mutter  und  die  Heiligen  erst  erbitten

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