das  den  Fürsten  bis  ins  Alter  begleitete,  das  Verlangen
nach  beschaulicher  Stille  und  enger  Beschränkung,  die  in
die  Tiefe  den  Eindrücken  nachgeht,  nicht  in  die  Weite  sie
vergeudet  und  in  der  Nähe  vergißt.  Wo  Liebe  zur  heimat—
lichen  Scholle,  die  ein  karges  Leben  freundlich  getragen
hat,  zu  Berg  und  Tal,  den  Stätten  der  kindlichen  Spiele
und  erwartungsvollen  Freuden,  Wurzel  schlägt,  da  kehrt
die  ernste,  hingebende,  ins  Einzelne  sich  versenkende  Liebe
zur  Natur  ein,  zu  dem  großen  Gottesparadiese,  in  dem
trotz  aller  Schäden  und  Schatten  noch  Kindheitsfreude  und
Jugendglück,  aus  ewig  treuen  Händen  gespendet,  lebt  und
blüht,  zu  dem  familienhaften  Gottesleben,  das  eine  weis—
lich  ordnende  Treue  Jahr  um  Jahr  verneut,  damit  an  ihr
der  müde  Mensch  im  Genuß  des  Gegenwärtigen  und  in
hoffender  Vorahnung  des  Zukünftigen  genese.  Wie  im
Plamann'schen  Institute,  in  das  der  Knabe,  dem  ein  Hauslehrer
  nicht  gehalten  werden  konnte,  allzufrüh  verbracht
ward,  mitten  im  Häusermeer  des  „großen“  Berlin  seine
Sehnsucht  nach  Wald  und  Seen  der  Heimat  ging,  so  hat
später  aus  dem  Zwang  und  Drang  der  lästigen  Geschäfte
der  Mann  sich  in  die  Natur  geflüchtet,  die  zu  schildern,
zu  loben  und  zu  rühmen  er  nicht  müde  ward.  Nicht  nur
die  Herrlichkeit  der  Pyrenäen  und  des  Meeres  bei  Biarritz,
die  wunderbaren  Farbentöne  der  ungarischen  Ebene,  zu
der  die  blauen  Berge  hinabgrüßen,  die  unvergeßliche  Eigenart
  des  russischen  Winters  und  die  sieghafte  Pracht  des
Frühlings  in  der  Steppe  weiß  Bismarchk  in  immer  neuen
Worten  zu  beschreiben  und  auszumalen,  sondern  auch  die
Anspruchslosigheit  des  Heimatswaldes  mit  seinen  alten
Eichen,  mit  der  Sabbathstille  und  dem  tiefen  Frieden  lobt
er  gerne,  wie  einer,  der  alter  Freunde  treulich  gedenht.
Wenn  einmal  deutsche  Lesebücher  wieder  geschaffen  werden
nach  Wachernagels  und  Masius'  Art,  werden  Bièmarchs
Naturschilderungen  in  sie  aufgenommen  werden,  nicht
schillernde  Prachtstüche  in  Stifters  Weise,  sondern  wirkungs-54

