den  Gesandten  von  Petersburg  und  Paris,  dessen  Name
schon  eine  Welt  von  Einfluß  und  ein  Programm  heil—
samer  Gewalt  einschloß,  zum  Minister  berufen,  der  ihm
den  Gedanken  an  Abdankung  benahm  und  mit  Eisen
und  Blut  Fragen  zu  lösen  verhieß,  die  in  Strömen  von
Tinte  wie  ertrunken  waren.  —  Zwar  über  die  ersten
Reden  des  Ministers  spottete  die  Kölner  Zeitung,  man
habe  Geist  in  ihnen  vermutet,  es  sei  aber  nur  brausende
Soda  gewesen.  Aber  das  Land  merkte,  daß  in  „der
ministeriellen  Schlachtordnung  nicht  nur  ein  Bataillon,
sondern  eine  ganze  Armee“  erschienen  sei.  Und  diese
Armee  wohnte  im  Haupte  eines  einzigen  Mannes  und
kämpfte  in  seiner  Faust.  „Dem  Fürsten  treu  bis  in  die
Vendée,  für  alle  anderen  keinen  Blutstropfen!“  Das  war
die  Losung  des  Mannes,  der  bei  dem  ihm  so  teueren
königlichen  Herrn  alles  vermochte,  weil  dieser  die  Treue
sah,  die  alles  wagte  und  an  sie  glaubte,  auch  wenn  er
sie  nicht  verstand.  26  Jahre  haben  die  beiden  Männer
nebeneinander  gestanden,  eins  in  der  Liebe  zum  Vaterlande,
  in  dem  Opfermute,  der  sich  nicht  liebt  noch  schont
und  das  Lob  nicht  begehrt,  wenn  das  Recht  nur  durch
Schmähungen  siegt.  Fest  aneinander  gekettet,  nicht,  weil
die  Notwendigkeit  empfindlich  es  gebot,  sondern  weil  die
Freiheit,  die  der  Herr  dem  Diener  ließ,  dieser  nicht  mißbrauchte,
  sondern  bewucherte,  und  die  Wahrheit,  das
Beste,  was  der  Diener  dem  Herrn  geben  und  gönnen
kann,  mit  dem  königlichen  Geschenk  des  Vertrauens  gelohnt
  ward,  durch  schwere  Tage  einander  versichert  und
durch  große  und  siegbeglänzte  Stunden  ohne  Ruhmrätigkeit
  im  Dank  gegen  Gott  verbunden,  haben  Kaiser  Wilhelm
  I.  und  sein  Kanzler  ihr  Jahrhundert  in  die  Schranken
gefordert,  nicht  um  es  zu  knechten,  sondern  um  es  zu
prägen.  Ranke  sagt  einmal:  „Nicht  von  umsichtigen  Bewegungen
  werden  die  Völker  geleitet,  sie  werden  von
großen  Gefühlen  bestimmt.“  Und  diese  Gefühle  haben

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