68  Verbindlichkeit,  ein  Zeugniß  abzulegen.

guinitatis,  nativitatis,  in  causa  matrimoniali,
  in  casu  si  testes  utrique  litiganti
Pari  gradu  sunt  conjuncti,  et  si  veritas
aliter  haberi  nequeat.“
8.1  Coen  so  Hellfeld  jurispr.  for.  ad  h.  üt.
.  1906:
„Ad  testimonium  dicendum  compelli  nequeunt
  —  3.  Parentes  et  liberi,  conjuges,
  socer  et  gener,  ut  et  fratres  sororesve
  adversus  se  invicem.  Ouos  tamen
cogi  posse,  statuit  praxis,  si  utrique
litiganti  aequali  gradu  sint  conjuncti,
Vel  aliter  veritas  haberi  nequeat.“
Dieser  älteren  Doktrin  und  Praxis  ist  auch
der  Kommentar  über  die  Gerichtsordnung  (Bd.  III
zu  Kap.  X  §.  8  Note  2)  gefolgt,  indem  er  Beschränkungen
  der  fraglichen  Ausnahmen  angenommen
hat,  nicht  bloß  für  Fälle,  wo  es  auf  die  in  den
Familien  vorgekommenen  Geburten,  Verheirathungen,
  Sterbfälle  und  Ehestreitigkeiten  ankommt,  und
die  Wahrheit  auf  andere  Art  nicht  erhoben  werden
kann,  sondern  auch  für  den  Fall  „,  wenn  das  Verwandtschaftsverhältniß
  auf  beiden  Seiten  gleich  ist.
On  einer  Berichtigung  zur  zweiten  Auflage  ')  wurde
diese  letztere  Beschränkung  für  unstatthaft  erklärt,
aus  folgenden  Gründen  5).  -
Abgesehen  davon,  daß  elne  solche  Beschränkung
  der  gesetzlichen  Ausnahme  keine  Gesetzstelle  für
sch  hat,  so  kann  sie  auch  nach  der  Absicht  und
em  Zwecke  des  Gesetzes  nicht  für  zulässig  erachtet
werden,  vielmehr  muß  man  die  Entschuldigung  des
Zeugen  um  so  gewisser  zulassen,  wenn  er  nicht  bloß

4)  S.  den  Umschlag  zur  Lleferung  1  des  Bd.  I1II
(letzte  Seite.)

5)  Bgl.  Erk.  des  OAG.  zu  Lübeck  v.  14.  Mai  1840
(Hamburger  Sammlung  N.  F.  Bd.  1  S.  207  f.)