
16 Neuere oberstrichterliche Erkenntnisse. 
Ob dieses Verbot auch heutzutage nach gem. R. 
noch wirksam sei, ist in Theorie und Praxis bestrit- 
ten. Der OGH., sich anschließend einem in Seuf- 
fert's Arch. Bd. 30 Nr. 44 mitgetheilten Urtheile 
und Bezug nehmend auf Pufendorf, observ. 
tom. III; observ. 12 S. 1; Keller, Pand. S. 474 
Note 9; Sintenis, Ckvilr, Bd. 3 S. 159 Anm. 6; 
Beseler, Lehre v. d. Erbr. Th. II. Bd. 2 S. 334 
Hasse im rhein. Mus. Jahrg. 2 S. 232; Pu- 
fendorf a. a. O. §. 5; Seuffert's Arch. Bd. 18 
Nr. 91, Bd. 30 Nr. z, hat sich für die Nichtigkeit 
solcher Verträge ausgesprochen *), bemerkend, daß 
deren Giltigkeit durch die ausdrückliche Zustimm- 
ung desjenigen bedingt sei, über bessen Ferbbschft 
verfügt wird. — Beseler a. a. O. S 
Weil indessen — fahren die 2* 5% 
Gründe fort — ein solcher Vertrag nach fr. 2 8. 2 
D. 28, 6 u. Const. 30 C. 2, 3 nicht blos verboten, 
sondern auch als den guten Sitten zuwiderlaufend 
bezeichnet sei, und somit nicht blos jener, welcher 
sich herbeilasse, über eine ihm künftig anfallende 
Erbschaft ohne Zustimmung desjenigen zu verfügen, 
welchen er zu beerben hoffe, sondern auch jener, 
welcher denselben zu einer solchen Verfügung be- 
stimmt, einer turpitudo sich schuldig mache, könne 
das auf Grund eines folchen Vertrages Hingegebene 
nach fr. 3 u. 8 D. 12, 5 nicht zurückgefordert wer- 
den. — Urth. v. 16. Okt. HVdNr. 2633. 
*) Bgl. Bl. f. RA. 1. Erg.-Bd. S. 147. 
Redakt.: K. Hettich in Rürnberg. Verl.: Palm & Enke 
(Adolph Ente) in Erlangen. Druck von Junge & Sohn.