
20 Neuere oberstrichterliche Erkenntnisse. 
nach der a. a. O. aufgestellten Regel „in urba- 
nis autem Praedüis alio jure utimur: ut, prout 
duisque habitaverit, ita et obligelur" — der 
Miether bei der relocalio lacila nur in solange 
verpflichtet sei, als er den Gebrauch der gemiethe- 
ten Sache fortsetze, daher die Miethe in jedem Au- 
genblicke kündigen könne, — Glück, Comm. Bd. 17 
S. 287 und die dort Not. 59 u. 60 angef. Schrift- 
steller. Wening, Civ.-R. Bd. 2 S. 265. Van- 
gerow, Leitf. Bd. 3 §. 644 Anm. 1. Puchta, 
Vorl. Bd. 2 §. 369. Windscheid, Pand. Bd. 2 
§5. 402. Sintenis, Civ.-R. Bd. 2 S. 673. Un- 
terholzuner, Schuldverh. Bd. 2 S. 324 — und 
die im fr. 13 S. 11 a. a. O. mit Worten „nisi 
in Scriptis certum tempus conducitioni compre-- 
hensum esl“ aufgestellte Ausnahme auf den Fall 
u verstehen sei, wenn für die ursprüngliche Miethe 
chriftlich eine bestimmte Zeit festgesetzt worden sei 
— Glück a. a. O. Not. 63, 64. Wening, Van- 
gerow, Windscheid, Sintenis, Unterholz- 
ner a. a. O., Seuffert, Pand. Bd. 2 §.329.— 
Allein diese Auslegung führe keineswegs mit Noth- 
wendigkeit zu der Folgerung, daß die vorbezeichnete 
Regel auch dann zur Anwendung kommen möchte, 
wenn die Kontrahenten bel Abschluß des 
ersten Miethvertrages eine bestimmte Kün- 
digungsfrist bedungen hätten. Einen solchen 
Fall habe fr. 13 §S. 11 a. a. O. überhaupt gar 
nicht im Auge, sondern vielmehr die stillschweigende 
Erneuerung eines ursprünglich auf bestimmte 
Zeit abgeschlossenen Miethvertrages. 
Sei nämlich die Miethe ohne Festsetzung eines 
bestimmten Endtermines abgeschlossen, über deren 
Dauer eine ausdrückliche Verabredung nicht getrof- 
fen worden, und folge eine stillschweigende Verab-