
Zu Theil 1 Abschn. 5 des RStGB. 101 
statt bekräftigt, falls das beharrliche Verbleiben auf 
jener Anzeige bei der Zeugnißablage schon in der 
ursprünglichen Willensentschließung des Thäters lag, 
in welchem Falle der b. Kassationshof unter dem 
31. Jan. 1874 (Bl. f. RA. 1874 S. 309) eine 
ideale Konkurrenz nach F. 164 mit §. 156 an- 
nahm, welcher Gerichtshof unsere Anschauung ander- 
seits auch noch dadurch unterstützte, daß er sich am 
24. Aug. 1874 (Goltd. A. XXIII, 63) dahin 
aussprach, es müsse bei getrennter Willensbestimm- 
ung, wenn je ein gesonderter Vorsatz gefaßt wurde 
und solches faktisch feststeht, realer Zusammenfluß 
einer falschen Anschuldigung (durch Anzeige bei dem 
Vertreter der Staatsanwaltschaft) und des darauf 
folgenden falschen Zeugnisses (vor dem Untersuchungs- 
richter) angenommen werden, — vgl. weitere Ur- 
theile des b. Kassationshofes v. 12. Jan. 1874 
(Bl. f. RA. 1874 S. 333), v. 19. Jan. 1874 
(Stengl. XIII, 301), v. 19. Okt. 1874 (Stengl. 
XIV, 278), v. 31. Dez. 1874 (Bl. f. RA. 1875 
S. 349), des pr. O.-T. v. 16. Mai 1860 (Goltd. 
A. VIII, 558), des pr. OAG. v. 29. Febr. 1873 
(Goltd. A. XXI, 439), v. 22. Deg. 1873 
(Stengl. XIII, 289), — während b) wieder um- 
gekehrt ein Handeln, welches äußerlich besehen als 
eine einzige Handlung sich darstellt, juristisch in 
mehrere selbstständige Handlungen zerfällt und eine 
Real-Konkurrenz repräsentirt, so, wenn Jemand in 
je selbstständig gewollter Weise durch Einen Schuß 
zwei Personen tödtet, durch Eine Aeußerung Mehrere 
beleidigt. · 
Vergleiche Urtheile des b. Kassationshofes v. 
21. Juni 1869 (Stengl. VIII, 356), v. 24. Okt. 
und v. 9. Dez. 1873 (Bl. f. RA. 1874 S. 310), 
v. 13. Juni 1874 (Goltd. A. XXIII, 65), des 
sächs. OAG. v. 9. Juni 1873 (Allgem. Ger.-Ztg. 
f. d. K. Sachsen, herausg. v. Dr. Schwarze,