
428 Zu Theil I Abschn. 5 des RStGB. 
unvereinbar darstellt. Die Vorschriften des RStGB. 
kommen auch in allen neueren Reichsgesetzen 
— soweit dieselben in dieser Beziehung keine ander- 
weitigen Direktiven enthalten, deren Erlassung der 
Reichsgesetzgebung selbstverständlich überall unbe- 
nommen ist, — zur Anwendung; sie sind endlich 
auf alle später erlassenen und noch zu er- 
lassenden Landesgesetze anzuwenden, insoferne 
hierin unbeschadet der beschränkenden Vorschrift in 
5 u. 6 E.-G. bezüglich solcher Materien, 
welche das Eie nicht berührt, nicht besondere 
Konkurrenz-Bestimmungen getroffen werden. 
Unter „Materie“ nach dem cit. Einf.-Ges. ist 
das im materiell= strafrechtlichen Sinne dem Be- 
griffe nach Zusammengehörige zu verstehen, und ge- 
hören zu den Materien, hinsichtlich deren die früheren 
Strafandrohungen der Landesgesetze in Kraft bleiben, 
diejenigen, welche ihrer Natur nach überhaupt nicht 
in die Strafgesetzbücher aufgenommen werden, son- 
dern besonderen Gesetzen und Verordnungen über- 
lassen zu werden pflegen, z. B. die strafgesetzlichen 
Vorschriften über Forstfrevel u. dgl. 
8. 2, 3, 5, 6 d. Einf.-Ges. v. 31. Mai 
1870; I. SEntw. z. E.-G. Art. 1, II. Entw. 
§. 1; Motive F. 86; bayr. Staatsvertrag 
v. 23. Nov. 1870; Reichsges. v. 22. April 
1871 §S. 7; nbenhooffe Komm. S. 3 
N. 3, S. N. 5, S. 18 N. 1—4, 
S. 173 N. 34. Berner: 1. c. S. 203, 
204, 258 N. 2; Puchelt: Il. c. S. 363; 
pr. O.-Tr. 6. Ott. 1871 (Goltd. A. XIX, 
768), 30. Jan. 1873 (Goltd. A. XXI, 
261); pr. OAG. 7. Juni 1871 (Oppenh. 
Rechtfpr. XII, 313), 11. Mai 1872 (Goltd. 
A. XX, 245), 14. Sept. 1872 (Stengl. 
XII, * Reichsoberhandelsger. 20. Sept. 
1872 (Stengl. XII, 17); sächs. OAG.