
550 Zu Theil 1 Abschn. 5 des RStGB. 
ren Bedeutung, das Wort „Beendigung“ 
aber in der letzteren gebrauchen wollte. Sonach 
wäre, um auf unser schon früher gebrauchtes Bei- 
spiel vom fortgesetzten Melken der Kuh eines Ande- 
ren zurückzukommen, das Verbrechen zwar mit jeder 
einzelnen Melkung vollendet, allein erst mit der letz- 
ten Melkung beendigt und für alle Fälle einer der- 
artigen Konkurrenz der Satz aufzustellen, daß in 
der Regel der Akt der Beendigung des Verbre- 
chens einerseits über den Ort hinsichtlich der Be- 
stimmung des Fori delicti und andererseits zeitlich 
über das zur Anwendung kommende Gesetz entscheidet. 
Die Beendigung des fortgesetzten Verbrechens 
nach seinem individuellen Thatbestande ist aber fer- 
ner auch das für den Beginn der Antragsfrist 
nach §. 61 d. RStGB. sowie für die Frage, wie 
lange eine Theilnahme an demselben denkbar ist, 
entscheidende Moment, worüber wegen der ganz 
gleichen Grundsätze in der folgenden Abhandlung VI 
über das fortdauernde Verbrechen das Weitere vor- 
getragen werden soll. 
Vgl. hierüber ferner: Heffter: Lehrb. ꝛc. 
#. 189 ff. und in Goltd. A. I S. 310; 
Schwarze im Arch. 1843 S. 461; Gäß- 
ler in Goltd. A. IX 514 ff.; John: 
ebendaselbst S. 541 ff.; Unterholzner: 
Verjährung, 2. Ausg. Bd. II S. 440, 441; 
Krug: Komm. 1, S. 223; Thilo: lc. 
S. 210, 211; Berner: I. c. I, 225 und 
Wirkungskreis neuer Strafgesetze S. 58 ff.; 
Goltd. A. II. 128; Zachariä: über die 
rückwirkende Kraft neuer Strafgesetze, §. 33; 
pr. Or. v. 26. Nov. 1855 (Goltd. A. III, 
803); 19. Dez. 1859 (Golt d. A. VIII, 
39); 11. Dez. 1857, 6. Okt. 1858 (Goltd. 
A. VI, 110 und VII, 316, 318); sächs. OA.- 
G. 28. Juni 1875 (Stengl. XV, 267; Otto: 
Anm. X, 127 N. 5).