Samstag  den  3.  Mãrz  1888.  53.  Jahrgaung.  A  5.
Dr.  J.  A.  Seuffert's

Plätter  für  Rechtsanwendung

zunächst  in  Bayern.

Inhalt:  Aus  der  Lehre  von  der  Gnimündigung.  (Foris.)  —  zZu  9  133  b
Konkureordnung.  —  Mitthellungen  aus  der  Rechilprechung  des
Kgl.  Boyer.  Obersten  Landesgerichis  in  München:  Ciollrecht  und
Csvisprozez.  —  Eine  Richilgstellung.  —  eiteratut.

Aus  der  Lehre  von  der  Entmündigung.
(Fortsetzung.)

Im  Privatrecht  besteht  die  Hauptwirkung  der
Interdiktion  darin,  daß  Veiträge,  welche  der  erklärte
Verschwender  ohne  Zustimmung  seines  Kurators  eingeht,
  zu  seinen  Gunsten  gänzlich  unwirksom  sind,  der
Kurator  jedoch  befugt  ist,  dieselben  gelten  zu  lassen
und  auf  beiderseitige  Erfüllung  zu  dringen.  Arndts
Pand.  §.  59  bei  Note  5  und  §.  230;  Seuffert
Pand.  F.  42  Abs.  3  und  §.  257;  Savigny  System
Bd.  III  §S.  112  C  S.  87—  89.  Alle  Stellen,  in
welchen  diese  Regel  ausgesprochen  ist,  nämlich:

I.  10  pr.  Dig.  de  curatoribus  furioso  et  alüs
extra  minores  dandis  27,  10  (nihil  transferre
posse  ad  aliquem“),

I.  6  Dig.  de  verborum  obligationibus  45,  1
(stipulando  sibi  acquirit;  tradere  vero  non
potest,  vel  promittendo  obligari),  4

I.  29  Dig.  de  condictione  indebiti  12,  6  (interdum
  persona  locum  facit  repetitioni,  utputa
si  is,  cui  bonis  interdictum  est,  solverit),


I.  3  Dig.  de  novationibus  46,  2  (cui  bonis
interdictum  est,  novare  obligationem  suam  non
potest,  nisi  meliorem  suam  conditionem  fecerit)

Neue  Folge  Band  XXXIII.