280  Fragen  aus  dem  Anfechtungsrecht.

Heirathsgutes  oder  des  gesetzlich  in  die  Verwaltung  des  Mannes  gekommenen
  Vermögens  der  Frau  als  im  Widerspruche  mit  den  güterrechtlichen
  Grundsätzen  des  BGB.  (88  1391,  1418  Abs.  1  Nr.  1,  §  1525
Abs.  2,  §§  1542,  1550  Abs.  2  BGB.)  beseitigt  worden  (Begr.  S.  20,
21,  59;  Hahn-Mugdan  S.  241,  263;  Oetker  S.  143;  Jäger  S.  262;
L.  v.  Seuffert  S.  215;  v.  Sarwey-Bossert  S.  171).

IIl.  Fristberechnung  und  Anfechtungsfrist.

Die  Berechnung  der  Fristen  in  §  30  Nr.  2,  §  31  Nr.  2,  §  32  Nr.  1
und  2,  §  33  Konk.-Ordn.,  §  3  Nr.  2—4  Auf.-Ges.  erfolgt  nach  dem  BGB.
(§  72  Konk.-Ordn.;  8  222  Abs.  1  CPO.;  Oetker  S.  145;  Jäger
S.  245,  254,  261;  L.  v.  Seuffert  S.  211,  213).

Bei  der  zehntägigen  Frist  des  §  30  Nr.  2  wird  der  angebrochene
Tag  nicht  mitgerechnet.  Ebensowenig  wird  der  Tag  der  Zahlungseinstellung
  oder  des  Eröffnungsantrages  eingerechnet.  Die  Frist  umfaßt
zehn  volle  Kalendertage  und  endigt  mit  dem  Ablaufe  des  letzten  Tages
6  187  Abs.  1,  §  188  Abs.  1  BGB.;  RGE.  Bd.  26  S.  5;  Seuffert's
Archiv  Bd.  47  Nr.  254;  Rassow  und  Küntzel  Bd.  35  S.  1159;
Jäger  S.  245;  L.  v.  Seuffert  S.  211;  Oetker  S.  144;  v.  Sarwey-Bossert
  S.  159).

Die  Monats=  bezw.  Jahresfristen  des  §  31  Nr.  2,  §  32  Nr.  1
und  2,  §  33  Konk.-Ordn.,  §  3  Nr.  2—4  Auf.-Ges.  berechnen  sich  nach
*  187  Abs.  1,  §  188  Abs.  2  BGB.  Ihre  Rückwärtsberechnung  erfolgt
bei  der  Konkursanfechtung  von  der  Eröffnung  des  Konkursverfahrens,  bei
der  Einzelanfechtung  von  der  Anfechtung  an.  Die  Frist  endet  mit  dem
Ablauf  desjenigen  Tages  des  letzten  Monats,  welcher  dem  Tage  entspricht,
in  den  das  für  den  Beginn  der  Frist  maßgebende  Ereigniß  fällt  (Oetker
S.  144;  Jäger  S.  225,  261,  266).

Diese  Fristen  sind  keine  prozessnalen  oder  Verjährungsfristen.  Die
Streitfrage,  ob  sie  Ausschlußfristen  sind,  deren  Ablauf  ein  entstandenes
Anfechtungsrecht  wieder  erlöschen  läßt,  oder  ob  sie  eine  materiellrechtliche
Frist,  eine  zeitliche  Voraussetzung  für  die  Entstehung  des  Aufechtungsrechts
  sind,  kann  hier  nur  gestreift  werden  (Planck,  Komm.  z.  BGB.,
Vorbemerkung  zu  §  194  S.  243,  244;  Kohler,  Konkursrecht  S.  252;
Jäger  S.  254,  266;  v.  Sarwey-Bossert  S.  172).  Hölder  verneint
in  seinem  Komm.  zum  allgemeinen  Theil  des  BGB.  S.  403  und  im
Archiv  für  bürgerliches  Recht  Bd.  11  S.  207  fg.  einen  grundsätzlichen
Gegensatz  zwischen  Verjährungs=  und  Ausschlußfristen  (hiezu  Rehbein,
Komm.  z.  BGB.  Bd.  1  S.  305;  Cosack  S.  97  fg.;  RGE.  Bd.  17
S.  70  und  328,  Bd.  27  S.  285,  Bd.  40  S.  39;  Bolze  Bd.  4  Nr.  357).
Meines  Erachtens  sind  diese  Fristen  präklusiver  Natur;  sie  enthalten  eine