4

Aus  dieser  Zusammenstellung  ergiebt  sich  unter  anderem  auch  die  Thatsache,  daß,  während  die
Zahl  der  männlichen  Lehrpersonen  seit  1875  dieselbe  geblieben  ist,  sich  die  der  Lehrerinnen  in  diesen
25  Jahren  nahezu  verdreifacht  hat.

Die  Entwickelung  der  Schule  zu  einer  Doppelanstalt  durch  Unterscheidung  einer  Oster=  und  einer
Michaelisseite  begann  gegen  die  Mitte  der  80  er  Jahren  und  fand  zu  Michaelis  1894  in  der  Teilung  der
Klasse  I  in  10  und  IN  ihren  Abschluß.

Bis  Ostern  1857  verblieb  die  Schule  in  den  Räumen  des  Hauses,  in  welchem  sie  schon  als
Privatanstalt  bestanden  hatte  (Große  Wollweberstraße  55).  Dann  bezog  sie  das  Schulhaus  in  der  Mönchenstraße,
  und  als  sie  sich  auch  dort  zu  beengt  fühlte,  errichtete  ihr  die  Munifizenz  der  städtischen  Behörden
den  Prachtbau  in  der  Elisabethstraße,  in  welchem  sie  sich  seit  Ostern  1894  wohl  fühlt.

Der  Direktor  Wilde,  der  erste  Direktor  der  „städtischen  höheren  Töchterschule“,  verstarb  im
Herbst  des  Jahres  1853.  Nach  einem  halbjährigen  Provisorium  übernahm  der  Direktor  Glagau  die
Leitung  der  Schule.  Als  dieser  im  Herbst  1872  sein  Amt  niederlegte,  trat  der  Direktor  Prof.  Dr.  Haupt
an  seine  Stelle,  welcher  bis  zum  Herbst  1898  (seit  Beginn  dieses  Jahres  wegen  ernster  Erkrankung  durch
Herru  Prof.  Dr.  Kühne  vertreten)  die  Anstalt  leitete.  Am  1.  Oktober  1898  trat  der  Unterzeichnete  in
sein  jetziges  Amt  ein.

Seit  dem  Bestehen  der  Anstalt  als  eines  städtischen  Instituts  sind  nachfolgende  Lehrkräfte  an  ihr
thätig  gewesen:  A.  Litteraten:  Graßmann  (O.  1843—1852);  Jungklaaß  (M.  1845—1850);  Dr.  Kühne
(M.  1847—15.  März  1900);  Dr.  Schirmeister  (O.  1850—Febr.  1884);  Dr.  Wegener  (1852—0.  1857);
v.  Boguslawski  (O.  1857—Ende  Dez.  1873);  Laetsch  (M.  1860—Ende  Dez.  1861);  Güntzel  (1.  Jan.  1862—
O.  1867);  Schridde  (1.  Aug.  1869—zjetzt);  Dr.  Heidenhain  (O.  1874—  jetzt);  Jung  (M.  1884-jetzt).  —
Im  Nebenamt  unterrichteten  an  der  Schule:  Müller  (O.  1845—9);  Dr.  Sachse  (O.  1845—2);  Hoffmeister
(O.  1845—5);  Ritschl  (O.  1845—92);  Dr.  Gesenius  (O.  1856—0.  1857);  Robolski  (O.  1857—M.  1857);
Dr.  Claus  (M.  1857—0.  1883).  —  B.  Ordentl.  Lehrer:  Nendell  (O.  1843—0.  1887);  Salzwädel
(0.  1843—1851);  Oelgarte  (M.  1852—0.  1862);  Berg  (O.  1862—jetzt);  Hart  (M.  1867—23.  Mai  1897);
Schröder  (O.  1887—M.  1895);  Herrmann  (M.  1895—jetzt);  Prost  (M.  1897-i:etzt;  vorher  bereits
vertretungsweise  an  der  Anstalt  thätig).  —  C.  Zeichenlehrer:  Runge  (O.  1843—Mai  1877);  Schmidt
(Mai  1877—0.  1886);  Kugelmann  (0.  1886—;jetzt).  —  D.  Musiklehrer:  Musikdirektor  Olschläger
(0.  1843—Sommer  1858);  Olschläger  jun.  (Sommer  1858—1861);  Musikdirektor  Flügel  (1861—
O.  1883).  —  E.  Wissenschaftliche  Lehrerinnen:  Frl.  Jeanneret  (O.  1843—9);  Frl.  Emmy  Cataneo
(O.  1843—1849);  Frl.  Reich  (O.  1843—M.  1847);  Demeoiselle  Maillard  (M.  1845—));  Frl.  Perrot
(M.  1847—2);  Frl.  Schmidt  (M.  1847—9);  Frl.  Heller  (Juli  1846—1871);  Frl.  Betty  Cataneo
(M.  1847—M.  1872);  Frl.  Kohnen  (O.  1847—1872);  Frl.  Müller  (1849—1866);  Frl.  Bally  (9—1861);
Frl.  Sonnenberg  (O.  1854—M.  1889);  Frl.  Eissen  (Frau  Prof.  Claus,  O.  1861—Ende  Dez.  1864);
Frl.  C.  Gunkel  (1.  Jan.  1865—;jetzt);  Frl.  B.  Gunkel  (seit  Juli  1866  vertretungsweise  beschäftigt,
angestellt  M.  1866.—jetzt);  Frl.  A.  Flügel  M.  1878—0.  1900;  von  M.  1871  ab  provisorisch  beschäftigt);
Frl.  Schwanbeck  (O.  1872--jetzt);  Frl.  Bergen  (M.  1872—0.  1878);  Frl.  Foß  (0.  1884—ijetz.),
Frl.  Sokolowski  (M.  1889—jetzt);  Frl.  Bauer  (O.  1890—0.  1899);  Frl.  Bock  (O.  1890—zjetzt);
Frl.  Ruth  (O.  1891—jetzt);  Frl.  E.  Schulze  (0.  i11892—jetzt);  Frl.  Balsam  (O.  1894  jetzt);
Frl.  Berent  (O.  1899—jetzt).  —  F.  Technische  Lehrerinnen:  Frl.  Meinecke  (O.  1890—jetzt),
Frl.  Emsmann  (0.  1891—jetzt);  Frl.  Teuscher  (seit  O.  1892  im  Nebenamte  an  der  Anstalt  beschäftigt;
seit  O.  1899  der  Anstalt  ganz  überwiesen);  Frl.  Helfriede  Haupt  (im  Nebenamt  in  der  Schule  thätig
seit  M.  1893).