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Am  1.  Februar  wurde  von  dem  Direktor  und  dem  Bibliothekar,  Herrn  Oberlehrer  Jung,  eine
Revision  der  Lehrer-Bibliothek  vorgenommen.  Das  Ergebnis  derselben  wurde  in  einem  Protokolle
niedergelegt.

Die  Revision  der  Schülerinnen-Bibliothek  fand  am  28.  März  statt.

Am  15.  März  mittags  um  1¼  Uhr  wurde  der  Senior  unserer  Anstalt,  Herr  Prof.  Dr.  Kühne,
nach  kurzem  Krankenlager  aus  einem  Wirkungskreise  abberufen,  in  dem  er  über  ein  halbes  Jahrhundert
seinen  Lebensberuf  und  einen  vollen  Lebensgenuß  gefunden  hatte.  Es  ist  erstaunlich,  welches  Maß  von
geistiger  Kraft  und  von  Arbeitsfrische  er  sich  bis  in  sein  hohes  Alter  —  er  stand  im  77.  Lebensjahre  —
bewahrt  hatte.  —  Am  16.  März  veranstaltete  die  Schule  eine  Trauerfeier  für  den  Heimgegangenen.  Die
Trauerrede  hielt  Herr  Oberl.  Schridde;  er  führte  aus,  wie  dieser  einfache  Mann,  der  auf  äußeren
Prunk  keinen  Wert  gelegt  und  Ehrungen  und  Auszeichnungen  für  nichts  geachtet  habe,  dessen  Erscheinung
durch  ihre  Einfachheit  jedermann  aufgefallen  sei,  ausgezeichnet  gewesen  sei  durch  einen  lebhaften  Geist,  ein
vielseitiges  Wissen,  ein  warm  empfindendes  Herz  und  einen  festen  Charakter.  —  Die  Beisetzung  fand  am
18.  März  von  der  Leichenhalle  des  Nemitzer  Kirchhofes  aus  statt.  Friede  seiner  Asche!

D.  Aus  den  Konserenzen.

Bei  Neuanschaffungen  für  die  Lehrer-Bibliothek  soll  darauf  gesehen  werden,  daß  möglichst  alle
Zweige  der  Wissenschaften  vertreten,  zunächst  besonders,  daß  orientierende  Werke  vorhanden  sind.  Auch
sollen  die  Bedürfnisse  derjenigen  Mitglieder  des  Kollegiums,  welche  Studien  auf  einem  Spezialgebiete
zu  machen  gedeuken,  gebührende  Berücksichtigung  finden.  Beschl.  vom  11.  Okt.  1898.

Die  Prädikate  für  die  Leistungen  auf  den  Zensuren  sollen  den  auf  der  Rückseite  der  Zeugnisformulare
  vorgedruckten  Bezeichnungen  genau  entsprechen.  —  Die  Rangordnung  ist  auf  Grundlage  der
Zensur-Prädikate  nach  einem  bestimmten  Modus  festzustellen.  Beschl.  vom  1.  Nov.  1898.

Auf  Antrag  des  Direktors  wird  beschlossen,  ein  neues  „Klassenbuch“  einzuführen,  welches  die
beiden  bisherigen  Bücher  verschmilzt.  —  In  einem  besonderen  Teile  am  Schlusse  desselben  sollen  die
Prädikate  der  schriftlichen  Arbeiten  verzeichnet  stehen.  Beschl.  vom  3.  Februar  1899.  «

Konferenz  vom  4.  März  1899:  Für  den  Betrieb  des  französischen  Unterrichts  auf  der  Unterund
  Mittelstufe  werden  gewisse  Grundsätze  festgestellt:

1.  Die  grammatischen  Formen  und  Sätze  müssen  nicht  gegeben,  sondern  gefunden  werden;  sie
sind  gewissermaßen  von  den  Schülerinnen  selbst  zu  entdecken.

2.  An  jedes  Lesestück  müssen  sich,  nachdem  es  tüchtig  durchgearbeitet  worden  ist,  planmäßige
Ubungen  zur  Erweiterung  und  Vertiefung  des  grammatischen  Wissens  anschließen.  ·

3.  Das  gesprochene  Wort  muß  dem  geschriebenen  (gedruckten)  Worte  vorangehen.  Dieser
Grundsatz  gilt  auch  für  die  Lektüre.

4.  Die  Schülerin  muß  unter  Leitung  des  Lehrenden  arbeiten  lernen.  Es  darf  von  den
Schülerinnen  keine  Leistung  gefordert  werden,  zu  deren  Erfüllung  sie  nicht  in  gründlichen  und
fortgesetzten  Übungen  befähigt  worden  sind.

5.  Auf  der  Mittelstufe  sind  gelegentliche  Übersetzungen  aus  dem  Deutschen  im  Arschlusse  an
die  Lektüre  oder  die  Sprechübungen  unerläßlich.

Diese  methodischen  Leitsätze  wurden  in  Bezug  auf  ihre  Bedeutung  und  Tragweite  eingehend
begründet.  In  einer  Einleitung  der  Beratung  legte  der  Direktor  dar,  daß,  wenn  die  analytische  Methode
des  Sprachunterrichts  hier  und  da  in  gewisser  Beziehung  unbefriedigende  Resultate  ergeben  habe,  dies