Arkuballisten  —  Armbrust.  9

Arkuballisten,  auch  Akrobolistä,
wurden  im  Mittelalter  die  großen  Armbrüste
  genannt,  die  man  bei  der  Verteidigung
  der  Städte  auf  den  Plattformen  der

hore  und  Türme  aufstellte,  auch  auf
hierzu  eingerichteten  Wagen  als  Feldgeschütze
  mit  ins  Feld  nahm;  letztere  nannte
man  Wagarmbrüste  und  das  dazu  gehörige
  Spannzeug  die  Wag.  Sie  batn
einen  Bogen  von  3—4  m  Länge  und  schossen
  große  Bolzen  und  Pfeile.

Armatür,  veraltete  Bezeichnung  für
die  Bewaffnungs=  und  Ansrüstungsstücke
des  Soldaten.

Armbrust  (Armborst,  Armst,  Arbost),
  eine  schon  im  Altertum  bekannte
Fernwaffe,  die  aus  dem  Bogen  in  der
Weise  hervorgegangen  ist,  daß  man  diesen
in  einem  Schaft  befestigte  und  mit  einer
Einrichtung  zum  Spannen  des  Bogens
und  Abfeuern  versah,  während  der  Schaft
gleichzeitig  als  Leitrinne  für  die  Führung
des  Bolzens  oder  Pfeils  diente.  Plinius
schreibt  den  ersten  Gebrauch  der  A.  den
Phönikern  zu.  Der  sogen.  Bauchspanner
  (Gastraphretes)  der  Griechen  war
eine  A.  In  Frankreich  soll  die  A.  schon
im  9.  Jahrh.  bekannt  gewesen  sein.  In
Deutschland  wurde  sie,  wie  es  scheint,  erst
durch  die  zurückkehrenden  Kreuzfahrer
eingebürgert,  daun  aber  hier  in  vielseitier

  Weise  ausgebildet.  Wie  die  Leistungssthieren
  der  Feuerwassen  von  ihrem  Kaliber
  (und  der  Pulverladung),  so  ist  die
der  A.  von  der  Stärke  des  Bogens  abhängig;
  je  mehr  diese  gesteigert  wird,  desto
größere  Kraft  ist  zum  Spannen  der  A.
erforderlich.  Man  bediente  sich  hierzu  je
nach  der  Stärke  des  Begens  verschiedener
technischen  Hülfsmittel,  nach  denen  die  A.
selbst  benannt  wird:

1)  Die  Geißfußarmbrust  wird  mit
dem  Geißfuß  gespannt,  einem  gabelartigen
  Gerät,  das  mit  seinen  Griffenden  über
zwei  Zapfen  zu  den  Seiten  des  Schafts  in
der  Gegend  der  Nuß,  in  welcher  die  Spannrast
  sich  befindet,  gehakt  wird.  Indem  man
den  Geißfuß  mit  dem  obern  Ende  nach  hinten
  biegt,  wird  die  Sehne  zurückgezogen
und  in  die  Rast  gelegt.  Buchh  einen  Druck
an  dem  Adbzug  dreht  sich  die  Nuß  und
gibt  die  Sehne  frei,  die  nun  vorschnellt.

Diese  A.  war  namentlich  bei  der  Reiterei
gebräuchlich.  Für  das  Fußvolk  gab
man  ihr  am  obern  Ende  einen  äberseuden
  Bügel  zum  Hineinsetzen  des  Fußes.
2)  Bei  der  Windenarmbrust  wurde
eine  Winde  über  zwei  rückwärts  am  Schaft
befindliche  Zapfen  und  über  die  Sehne
gehakt  und  letztere  durch  Drehen  einer
Kurbel  gespannt.  3)  Die  Flaschenzugoder
  Turmarmbrust  ist,  obgleich  von
der  Form  der  A.,  ihrer  Größe  wegen,  die
oft  7—9  m  betrug,  zu  den  Geschützen  zu
rechnen,  wie  sie  denn  auch  hauptsächlich
  zur  Verteidigung  auf  den  Wällen
verwendet  wurde.  Die  Zahnradarmbrust,
  im  15.  Jahrh.  gebräuchlich,
aber  selten  vorkommend.  Ein  über  die
Sehne  gelegter  gabelförmiger  Haken  wird
mittelst  eines  Zahnrads  das  durch  einen
  Schlüssel  gedreht  wird,  zurückgezogen.
5)  Die  Stein=  oder  Kugelarmbrust,
auch  Ballester  genannt,  schoß  keine
Bolzen,  sondern  Stein=  oder  Bleikugeln;
die  kleinere  Art  derselben  hieß  Schnäpper.
  Die  Waffe  besteht  aus  einem  eisernen
  Schaft,  an  welchem  in  der  Mitte  ein
eiserner  Hebel  so  befestigt  ist,  daß  er  nach
oben  aufgeklappt  werden  kann.  Hierbei
schiebt  er  einen  Spannhaken  nach  vorn,  der
beim  Herunterklappen  mit  der  eingehakten
  Sehne  zurückgezogen  und  dadurch  diese
gespannt  wird.  Der  Bogen  ist  aus  Stahl,
die  Sehne  doppelt  und  mit  einem  Kugellager,
  der  Schaft  am  Ende  mit  einem
hölzernen  Kolben  versehen.  Des  bessern
Zielens  wegen  ist  vorn  am  Schaft  eine
Gabel  angebracht,  zwischen  deren  Zacken
eine  verschiebbare  Kugel  als  Korn  sich  befindet,
  während  auf  dem  Spannhaken  eine
Visierklappe  steht.  Diese  im  16.  Jahrh.
sehr  gebräuchliche  Waffe  war  wegen  ihrer
großen  Wirkung  sehr  gefürchtet.  6)  Die
Lauf=  oder  Rinnenarmbrust  war
mit  einem  hölzernen  oder  metallenen
Nohr  versehen,  in  dessen  Schlitz  sich  die
Sehne  bewegte.  7)  Die  Chinesen  haben
eine  Repetierarmbrustmit  Schublade,
welche  hintereinander  20  Pfeile  liefert.
Der  Schaft  der  A.  war  in  der  Regel
  aus  Eibenholz,  die  Sehne  aus  zusammengedrehten
  Tiersehnen  gefertigt,
der  Abzug,  des  leichten  Auslösens  wegen,