Bärenmütze  —  Bastion.

im  Lager  von  Aldershott  mit  gutem  Erfolg
  angewendet.  In  Deutschland  erhielt
  die  B.  eine  große  und  dauernde  Bedeutung
  durch  den  Krieg  von  1870/71  nicht
allein  *  die  Errichtung  der  Lazarette,
sondern  auch  für  die  Lagerbauten  zur  Unterbringung
  der  kriegegeian  enen  Franzosen.
  Zunächst  wurden  auf  den  Artillehieshiebpläßen.
  (bei  Königsberg  i.  Pr.,
Stettin,  Glogau,  Neiße,  Jüterbogk,  Lockstädt,
  Wahn,  Wesel)  Barackenlager
erbaut,  für  deren  Anlage  gleichzeitig  der
Zweck  maßgeben  war,  .  jedes  Lager
einer  ganzen  Artilleriebrigade  an  Offizieren,
  Mannschaften  und  Pferden  ausreichenden
  Unterkunftsraum  für  die  Zeit  der
jährlich  auf  den  Schießplätzen  abzuhaltenden
  Übungen  zu  gewähren  hatte.  Diesem
Zweck  dienen  jene  Barackenlager  gegenwärtig
  noch.  Sie  haben  selbstverständlich
auch  alle  Einrichtungen  für  die  Verpflegung
  und  Verwaltung  der  barackierenden
Truppen  an  Küchen,  Brunnen,  Montierungskammern
  2c.  erhalten.  1875  ist  ein
ähnliches  Barackenlager  auf  dem  Schießplatz
  bei  Darmstadt  (Griesheim)  errichtet
worden.  Die  Mannschaftsbaracken
haben  Säle  entweder  für  50  oder  100
Mann,  die  Pferdebaracken  Abteilungen,
  für  je  eine  Batterie  46—50  Stände.
Bärenmütze,  s.  Kopfbedeckung,
Bark,  ein  Schiff  mit  drei  Masten,  von
denen  Fock=  und  Großmast  voll  getakelt
“  Raaen  versehen)  sind,  der  Besanmast
der  binterst  aber  nur  Gaffelsegel  führt;
a

Barkasse,  s.  Boote.

Barrikaden  werden  bei  schleuniger
Verteidigungseinrichtung  von  Ortschaften
zur  Sperrung  der  Straßen,  namentlich
an  deren  Eingängen  nach  der  feindlichen
Seite,  angelegt.  Zu  ihrer  Erbauung  dienen
  meist  schnell  herbeizuschaffende  Gegenstände,
  wie  Kasten,  Tonnen,  Möbel,  Wagen,
Bauholz,  Pflastersteine,  Eisenbahnschienen,
  Dünger  2c.  Sie  werden  zur  frontalen.
Verteidigung  mit  Bankett,  zuweilen  auch
mit  Scharten  (Schießlöchern)  versehen
oder  von  benachbarten  Verteidigungsanlagen
  aus  flankiert.  Durchgänge  für  den
Verkehr  werden  dadurch  hergestellt,  daß
man  die  B.  in  zwei  hintereinander  lie-19



enden  Teilen,  deren  zugekehrte  Enden
übergreifen,  aulegt.  Der  Barrikadenkampf
  im  Sinn  der  gewöhnlichen  Gebrauchsweise
  kommt  selten  zwischen  regulären
  Truppen,  meist  bei  bürgeruccken
Unruhen  mit  Straßenkämpfen  vor  und
stammt  wohl  aus  Paris,  wo  dergleichen
Kämpfe  schon  im  Mittelalter  stattfanden.
Im  Kampf  gegen  B.  wird  meist  nur
die  Artillerie  in  kurzer  Zeit  von  entscheidendem
  Erfolg  sein,  da  selten  B.  durch  Artillerie
  verteidigt  werden.  Die  Infanterie  muß
möglichst  gedeckt  vorgehen,  und  es  wird
von  der  Hartnäckigkeit  der  Verteidigung
abnges.  ob  ein  energisches  Vorgehen
auf  der  Straße  uröglich  ist,  oder  ob  dies
innerhalb  der  Häuser  mittelst  Durchschla-#us
  der  Wände  bis  zur  Flankierung  der

geschehen  muß.  In  äußersten  Fällen
muß  mit  der  Sappe  vorgegangen  werden.

Baschi-Bozuks  („Wirrköpfe-),  irreguläre
  türk.  Infanterie,  welche,  im  Krieg
angeworben,  von  der  Regierung  Waffen,
Munition  und  eine  Brotration  erhält
und  die  sich  sowohl  in  Feindes=  wie  Freundesland
  durch  Raub  und  Plünderung  siets
ausgezeichnet  hat.

Baschkirendivision,  in  der  russischen
Armee  zwei  Eskadrons  den  Kosaken  ähnliche
  Kavallerie,  welche  sich  aus  Baschkiren
rekrutieren.

Baschlik,  eine  Art  Kapottevon  leichtem,
ziemlich  wasserdichtem:  Wollstoff,  die  in
der  russischen  Armee,  mit  Ausnahme  der
Ulanen  und  Gardekürassiere,  über  der
Kopfbedeckung  getragen  wird.

Basteien,  die  in  der  altdeutschen  und
altitalienischen  Städtebefestigung  vorkommenden
  halbrunden  Türme  mit  Plattform

  und  Kasematten,  die  über  die  Stadtmauer

  vorsprangen,  und  nu  deren  Flankierung
  dienten.  Aus  den  B.  entstanden  die
Bastione  (s.  Bastion).

Bastion  (oder  Bollwerk),  bei  der  Bastionärbefestigung
  ein  aus  vier  geraden
Linien  besiehender  Teil  des  Hauptwalls,
der  drei  ausspringende  Winkel  bildet.  Es
ist  dadurch  entstanden,  daß  an  die  halbrunden
  Basteien  (s.  d.)  vier  Tangenten  gezogen
  wurden.  Die  den  nach  außen  am
weitesten  vorsprinhenden  Winkel,  den  Bastionswinkel,
  bildenden  Linien  heißen

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