Belgien.

ang  zu  derselben  ist  siets  von  außerhalb
.  uftkorridor).  Große  Geschoßladestellen
  werden  gleichfalls  durch  eine
Lokomotiv-,  kleine  durch  eine  Schaffnerlaterne
  erleuchtet.  Ahnlich  sind  auf
Schiffen  außerhalb  der  Pulverkammer  zu
deren  B.  Beleuchtungskammern  zur
Aufstellung  von  Lokomotivlaternen  einerichtet.
  Für  den  Handgebrauch  in  dieen
  Räumen  dienen  die  Sicherheitslaternen,
  die  nach  dem  Prinzip  der  Davyschen
  Sicherheitslampe  eingerichtet  sind
und  die  auch  beim  Laden  der  Minen  Verwendung
  finden.  Zum  Erleuchten  des
Vorterrains  von  Festungen  sind  Leuchtraketen
  im  Gebrauch,  in  andern  Staaten
auch  noch  Leuchtkugeln  (s.  d.),  die  aus
glatten  Mörsern  oder  Haubitzen  geworfen
werden.  Belde  Leuchtmittel,  namentlich
die  Leuchtkugeln,  sind  von  sehr  beschränkter
Wirkung  und  Dauer  und  werden  in  Zukunft,
  wie  es  1870/71  in  Paris  geschehen,
in  jeder  größern  Festung  durch  elektrische
Beleuchtungsvorrichtungen  ersetzt  werden,
die  seit  längerer  Zeit  sich  im  Versuch  befinden,
  deren  Konstruktion  jedoch  noch  nicht
abgeschlossen  ist.  Mittelst  ihrer  ist  es  möglich,
  das  Vorterrain  von  Festungen  und
Schiffen  sorgfältig  abzusuchen.  Beim
Batteriebau,  Sappieren  wie  in  den  Laufgräben
  dienen  Blendlaternen  als  Beleuchtungsmittel.


Belgien.  Heerwesen.  Die  Armee  ist
grundsätzlich  zur  Verteidigung  des  Landes
gegen  feindliche  Angriffe  und  zur  Wahrung
  der  Neutralität  bestimmt,  welche
die  fene  Unabhängigkeit  garantierenden
Mächte  ihm  auferlegt  haben.  Diesem  Defensivsystem
  entsprechend,  ist  die  Armee  dergestalt
  eingeteilt,  daß  bei  der  Mobilmachung
  zwei  Teile,  die  mobile  Armee  und
die  Armee  von  Antwerpen,  formiert
werden.  Die  erstere  besteht  aus  4  Divisionen,
  eine  5.  Division  wird  als  allgemeine
Armeereserve  durch  Mobilmachung  der
garde  civique  gebilder.  Die  dann  noch
verbleibenden  Truppen  werden  zur  Besetzung
  der  Festungen,  vornehmlich  des
verschanzten  Lagers  von  Antwerpen,  des
großen  natienalen  Reduits,  verwendet.
Die  4  Divisionen  bilden  2  Armeekorps  in
der  Gesamtstärke  von  60—65,000  Menn.

27

Nach  dem  Organisationsgesetz  besteht  die
belgisch  Armee  aus:
)  Infanterie:  18  Regimenter  à
3  Kriegsbataillone,  1  Reservebataillon  (à
4  Kompanien),  1  Karabinierregiment  à
4  Kriegs=  und  2  Reservebataillone;  der
Friedensetat  einer  Kompanie  beträgt  100,
der  Kriegsetat  225  Mann.  —2)  Kavallerie:
  8  Regimenter  à  4  Feld-,  1  Ersatzeskadron;
  der  Friedensetat  einer  Eskadron
ist  120,  der  Krichsrtal  154  Pferde.  —
3)  Artillerie:  7  Regimenter  und  zwar
4  Feldartillerieregimenter,  von  denen  2
aus  je  8  fahrenden  und  2  Reservebatterien,
die  beiden  andern  aus  je  7  fahrenden,
2  reitenden  und  1  Reservebatterie  bestehen,
  und  3  Regimenter  Festungsartillerie
  (de  sièege),  deren  jedes  16  Batterien,
1  Reserve=  und  1  Depotbatterie  zählt;  jede
Batterie  hat  6  Geschütze.  Die  Etats  betragen
  für  je  eine
im  Frieden  im  Krieg
Mann  Pferde  Mann  Pferde

fahrende  Batterie  94  64  155  132
reitende  Batterie.  115  112  109  184
Festungsbatterie.  70  —  176  —

4)  Train:  1  Bataillon,  bestehend  aus
6  aktiven  Kompanien  und  1  Depotkompanie;
  er  ist  für  die  Artillerie,  das  Genie
und  die  Administrationsbranchen  bestimmt
und  sein  Kriegsctat  auf  1892  Mann,
2880  Pferde  und  ungefähr  500  Fahrzeuge
festgesetzt.  —  5)  Genie:  1  Regiment  à  3
Bataillone  à  4  Kompanien  und  1  Depotkompanie,
  außerdem  5  Specialkompanien;
der  Friedensetat  einer  Kompanie  beträgt
85,  der  Kriegsetat  200  Mann.

Die  Gesamtstärke  der  Armee  im  Fricden,
  einschließlich  der  Stäbe,  Verwaltungszweige
  und  Gendarmerie,  beträgt  46,277

ann,  10,014  Pferde,  204  Geschütze;  der
Kriegsetat  beträgt  103,683  Mann  (ohne
Osffiziere),  13,800  Pferde  und  240  Geschütze.
  Davon  entfallen  auf

Infanterie  25571,  beziehentlich  75  541  Mann

Kavallerie  4810  "  7600  Pferde
Artillerie.  75590  -  14308  Mann
Genie.  .  1403  -  3010  Mann

Die  garde  eiviqgue  umfaßt  ungefähr
120,000  Mann  und  zwar  30,000  Mann
aktiver  und  90,000  Mann  nicht  aktiver
Bürgerwehr.  Das  jährlich  einzustellende