Bombenröhren  —  Bottelier.  35

Kaliber  Seelenlänge,  die  mit  relativ  starken
Ladungen  Bomben  schossen.  1819  von  dem
französischen  General  Pairhans  vornehmlich
  zur  Kienverieidigung  konstrniert,
fanden  dieselben  später  ihrer  großen
Wirksamkeit  wegen  als  Schifss-,  Belagerungs=
  und  Arstungsgeschüte  vielfach  Verwendung.
  Die  23  em  B.  wogen  3064
die  28  cm  5574  kg.  Durch  die  gezogenen
Geschütze  sind  dieB.  ganzverdrängt  worden.

Bombenröhren,  Papierhülsen,  aus
welchen  in  kurzen  Pausen  mit  farbigem
Licht  brennende  Satzkügelchen  geschossen
werden.  Die  B.  dienten  früher  als  Signalmittel,
  sind  jetzt  aber  nur  in  Lustfeuerwerken
  gebräuchlich.

Bombensicher  (bombenfest,  bombeufrei)
  sind  solche  Hohlräume,  deren
Decke  so  fest  ist,  daß  sie  von  einschlagenden
  Geschossen  und  deren  Sprengwirkung
  nicht  zertrümmert  wird.  Solche
Decken  sind  entweder  in  Mauerwerk  gewölbt,
  oder  mittelst  Balken  oder  eiserner
Träger,  I-  (Doppel-T.)  Eisen,  hergestellt;
immer  aber  muß  die  Decke  eine  mindestens
1,5  mn  starle  Erdbeschüttung  erhalten.  Alle
Wohnkasematten  wie  Räume  zur  Unterbringung
  von  Pulver,  Mimition,  Geschützen,
  Proviant  2c.  müssen  b.  sein.

Bon  (#pr.  bongh),  s.  v.  w.  Empfangsbescheinigung,
  s.  Seldbofriegung.

Bonnett,  eine  teilweise  Erhöhung  der
Brusiwehr  in  den  ausspringenden  Winkeln
von  Festungswerken,  durch  welche  Mannschaft
  und  Geschütz  auf  dem  Wallgang
bessere  Deckung  gegen  enfilierendes  Feuer
gewinnen  sollen.

Boote,  kleinere,  meist  nicht  mu  Verdeckversehene
  Fahrzeuge  auf  Kriegsschissen,
die  je  nach  der  Art  ihrer  Bewegung  Ruder-,
  Segel-oder  Dampfboote  sind.
Beiboote  dienen  zum  Verkehr  mit  dem
Land,  zum  Ein=  und  Ausschiffen  von
Mannschaften  und  Sachen,  als  Rettungsboote
  2c.  Die  Zahl  und  Größe  der  B.
richtet  sich  nach  der  Größe  und  Besatzung
des  Schiffs,  dem  sie  zugehören;  die  großen
Kriegsschisse  haben  deren  12—15  verschiedener
  Größe.  Die  Barkassen  und  Pinassen
  sind  die  größten,  sie  fassen  70—80
Mann,  haben  12—20  Ruderer,  in  neuerer
Zeit  aber  meist  eine  Dampfmaschine

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(Dampsbarkasse  oder  -Pinasse)  und  führen
  dann  im  Bug  meist  ein  9  cm  Boots-(Landungs-)
  Geschütz.  Die  nächstgrößten
sind  die  Kutter,  bis  40  Mann,  6—12  Ruderer
  fassend.  Sie  dienen  als  Segel=  und
Ruderboote  vorzugsweise  für  den  täglichen
Verkehr  mit  dem  Lande.  Die  Gig,  ein
schlank  und  zierlich  gebautes  Boot  für  sechs
Ruderer,  wird  ausschließlich  vom  Schiffs-=kommandanten
  benutzt.  Die  Jolle,  das
Kochsboot,  ist  klein  und  leicht  und  hat
vier  Ruderer.  Die  Barkassen  und  Pinassen
  stehen  in  Gabeln  auf  dem  Oberdeck
und  werden  meittelst  Flaschenzüge  an  den
Nagen  gehoben  und  ausgesetzt;  Kutter,  Gig
und  Jolle  hängen  außerbords  zu  beiden
Seiten,  die  Gig  meist  vor  dem  Heck  des
Schiffs  in  Davids,  und  werden  an  ihren
Taljen  zu  Wasser  gelassen.  —  Bootskadett
  (ein  Seekadett)  kommandiert  nebst
dem  steuernden  Bootsmannsmaat  (s.
Maatdh  ein  Boot.  —  Bootsgasten,  die
dauernd  zur  Bemannung  eines  Boots  abgeteilten
  Matrosen.  —  Bootsmanö-=ver,
  Übungen  der  B.  und  ihrer  Besatzungen
  im  Landen,  Rudern,  Armieren  2c.

Borkdhemd,  s.  Troyer.

Böschung,  die  geneigte  Seitenfläche
einer  Erdanschüttung  oder  eines  Grabens.
Der  Winkel,  den  sie  mit  der  Horizontalen
bildet,  heißt  Böschungswinkel.  Die

öhe  der  B.  ist  der  senkrechte  Abstand
ihres  höchsten  Punktes  von  der  durch  den
Fuß  der  B.  gelegten  Horizontalen,  diese
selbst  ihre  Basis,  das  Verhältnis  vou
Basis  und  Höhe  die  Anlage.  Je  nachdem
  die  Basis  ein  Vielfaches  oder  Bruchteil
  der  Höhe  ist,  hat  die  B.  ganze,  zwei-,
drei-oder  mehrsache,  oder  halbe,  Drittel=  2c.
Anlage  und  bezeichnet  man  sie  mit  ½/1,
4,  /1  oder  ½,  /8.  Mittlerer  Boden,  dem
freien  Fall  überlassen,  böscht  sich  unter
ganzer  Anlage  (45°0),  Sandboden  flacher.

Botenjäger  hießen  früher  in  der  österreichischen
  Armee  die  den  höhern  Stäben
zum  Ordonnanzdienst  beigegebenen  ausesuchten

  Reiter,  deren  Dienst  jetzt  von  den
erittenen  Feldgendarmen  versehen  wird.

Bottelier  (spr.  lieh),  ein  Unteroffizier
oder  Matrose  auf  den  Kriegsschiffen,  der
mit  der  Beanfsichtigung  der  Proviantvorräte
  und  deren  Verausgabung  betraut  ist.

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