Brooktaue  —  Brücken.

versucht  und  durch  die  schnelle  Abkühlung
eine  vollständig  gleiche  Mischung  durch  den
seanzen  Rohrkörper  erzielt  hatten,  goß
chatius  Rohre  aus  8proz.  B.  (B.  mit  8
Proz.  Zinn)  in  eisernen  Schalen  über
einen  Kern  von  geschmiedetem  Kupfer.
Das  gute  Wärmeleitungsvermögen  der
Schalen  wie  des  Kerns  hat  eine  schnelle
Erstarrung  des  Gusses  zur  Folge.  Für  die
8,7  em  Rohre  wird  die  Seele  auf  8  cm
ausgebohrt  und  dann  durch  Hindurchpressen
  von  verschieden  starken  Stahlcylindern
auf  8.7  em  erweitert.  Durch  diese  Verdichtung
  erhält  die  B.  nahe  der  Seelenwand
eine  Härte  und  Festigkeit  ähnlich  dem  Gußstahl,
  welche  Eigenschaften  ihr  den  Namen
Stahlbronze  verschafften.  Das  gute
Verhalten  dieser  Geschütze  hat  der  Stahlbronze
  schunellen  Eingang  in  andern  Ländern
  verschafft.  d  Deutschland  werden
ur  Zeit  alle  Rohre  aus  B.  uach  einem
hulichen  Verfahren  (über  einen  eisernen
Kern)  gegessen  und  ihre  Seelenwand  verdichtet.
  Diese  B.  wird  Hartbronze,  die
bisherige  Weichbronze  genannt.  —  Die
Hartgußbronze,  die  zu  Buchsringen
und  Radnaben  für  die  Peldartilteie  verwendet
  wird,  hat  11,1  Proz.  Zinn.

Brooktaue  dienen  zum  Begrenzen  des
Rücklaufs  von  Schiffsgeschützen,  namentlich
  der  ältern;  von  den  neuern  führt  nur
die  Brookwell-Laffete  (s.  Laffeten)
B.  Es  sind  dicke  Taue,  deren  Enden  um
einen  starken  Bolzen  in  der  Bordwand  befestigt,
  und  die  um  das  Bodenstück  des  Geschützes
  durch  den  Brookring  oder  die  Laffete
  geführt  sind.

Brücken.  Die  im  Feldkrieg  herzustellenden
  B.  sind  entweder  Brückenstege,  Laufbrücken
  oder  Kolonnenbrücken.  Brückenstege
  sollen  nur  für  einzelne  Fußgänger
dienen  und  genügen  in  einer  Breite  bis
zu  1  m.,  Lauf  brücken  dienen  zum  übergang
  für  Infanterie  in  Reihen  und  einzelne
  Reiter  und  sind  daher  bis  2  m  breit

umachen.  Die  Kolonnenbrücken  müsen
  eine  solche  Breite  und  Festigkeit  erhalten.
  daß  sie  von  allen  Truppen  und  deren
Fahrzeugen  in  Marschkolonne  überschritten
werden  können,  zu  welchem  Zweck  sie  etwa
Im  breit  gemacht  werden.  Jede  Brücke
besteht  aus  dem  Oberbau,  Brückendecke

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mit  Geländer,  und  dem  Unterbau,  den
Unterstützungen.  Die  Entfernung  von
Mitte  zu  Mitte  je  zweier  Unterstützungen
ist  die  Spannung  oder  Spannweite
und  das  zur  Überbrückung  einer  Spanmung
  erforderliche  Material  eine  Strecke.
Sind  B.  nur  an  den  Usern  unterstützt,
so  heißen  sie  Ufer  brücken;  liegen  aber
noch  zwischen  den  Ufern  Unterstützungen,
o  heißen  sie  B.  mit  Mittelunters½tützungen,
  die  entweder  feststehende  oder
schwimmende  sein  können.  Je  nach  dem
zur  Verwendung  kommenden  Material
unterscheidet  man  Trainbrücken  oder
Feldbrücken.  Erstere  werden  aus  dem
von  den  Brückentrains  mitgeführten  Material
  als  Pontonbr  ücken  oder  Bockbrücken
  hergestellt.  Bei  den  Pontonbrücken
  besteht  der  Unterbau  aus  den
Uferunterstützungen  (Landstößen)  und
den  Pontons.  Letztere  sind  7,5  m  lang,
1,6  m  breit  und  0,61  m  tief,  aus  1  mm
starkem  verzinkten  Eisenblech  gesertigt,
mit  hölzernem  Rand  (Schandeck)  und
an  den  Enden  (Kaffen)  und  nach  dem
Boden  zu  abgerundet.  In  den  Kafssen
werden  die  Taue  der  Stromanker  (oberhalb)
  und  Windanker  (unterhalb)durch
Ankerrödel  befestigt.  Unter  sich  sind
die  Pontons  durch  Spanntaue  verbunden.
Der  Oberbau  jeder  Strecke  wird  durch
fünf  Streckbalken  hergestellt,  die  an
den  Schnürhaken  auf  dem  Schandeck  der
Pontous  mittelst  Schnürleinen  festgeschnürt
  werden.  Auf  die  Streckbalken
kommt  der  durch  Rödelbalken,  Rödeltaue
  und  Rödelknüppel  gehaltene
Bretterbelag.  Die  Rödelbalken  liegen  quer
über  die  Enden  der  Belagbretter  über  den
äußern  Streckbalken  und  werden  durch  Rödeltaue
  mit  diesen  verbunden.  Schließlich
wird  das  Geländer  aus  Geländerhölzern
und  Leinen  aufgestellt.  Bei  den  Bockbrücken
  kommen  als  Mittelunterstützungen
  zweibeinige  Böcke  zur  Anwendung,  die
aus  zwei  mit  ihren  Spitzen  in  Fußscheiben
stehenden  4,56  oder  3  m  langen  Bockbeinen
bestehen.  Über  dieselben  wird  von  oben  der
Holin  gelegt,  der  durch  Ketten  in  einer
der  Wassertiefe  entsprechenden  Höhe  getragen
  wird.  Die  Ketten  hängen  mit
einem  Endring  an  dem  obern  Zapfen  der