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reißen  des  Drahts  ber  Strom  unterbrochen,
und  der  Elektromagnet  läßt  den  langen
Stab  fallen.  Dasselbe  geschieht  mit  dem
kurzen  Stab,  sobald  das  Geschoß  durch
den  zweiten  Gitterrahmen  fliegt.  Dieser
hebt  in  seinem  Fall  eine  Sperrorrichtung
  aus,  so  daß  in  demselben  Augenblick
eine  Scheibe  mit  Messerrand  vorgeschnellt
wird,  die  in  den  vorbeifallenden  Zeitmesser
  die  Schußmarke  schlägt.  Hieraus
geht  hervor,  daß  der  Danuer  der  Flugzeit
des  Geschosses  von  einem  Gitterrahmen
bis  zum  andern  eine  gewisse  Fallhöhe  des
Zeitmessers  (langen  Stabes)  entsprechen
muß.  Der  Nullpunkt  für  die  Messung
der  Fallhöhe  wird  durch  die  Höhe  des
Messerrands  an  dem  am  Elektromagnet
hängenden  Zeitmesser  angezeigt  und  bezeichnct.
  Da  aber  eine  gewisse  Zeit  verstreicht,
  bevor  das  Entmagnetisieren  der
Elektromagneten  sich  vollzieht  und  die
Stäbe  zu  salen  beginnen,  wie  auch  für
das  Fallen  des  kleinen  Stabes  bis  auf  die
Messersperrvorrichtung  und  deren  Funktionieren
  Zeit  erforderlich  ist,  so  muß  die
derselben  entsprechende  Fallhöhe  am  Zeitmesser
  von  dem  Nullpunkt  an  in  Abzug
gebracht  werden.  Es  geschieht  in  der  Weise,
daß  man  mittelst  eines  Ausschalters  beide
Stromleitungen  zugleich  unterbricht,  infolgedessen
  auch  beide  Elektromagneten
ihre  Stäbe  Agleich  sallen  lassen.  Hierbei
  wird  durch  die  Messerscheibe  die  Ausschaltungsmarke
  in  den  Zeitmesser  gelagen,
  deren  Abstand  vom  Nullpunkt
in  der  Regel  durch  das  konstante  Maß  von
110,  mm  gegeben  wird,  dem  0),15  Sekunde
  Fallzeit  entspricht.  Die  Fallhöhe  von
hier  bis  zur  Schußmarke  entspricht  der
wirklichen  Flugzeit  des  Geschosses  zwischen
den  Gitterrahmen.  Sie  wird  mittelst  eines
besonders  hierfür  eingerichteten  Maßstabs
emessen,  und  mit  Hülfe  von  Tabellen
äßt  sich  dann  sogleich  die  Fallzeit  des  Zeilmessers
  und  die  Flugeei  wie  Geschwindigkeit
  des  Geschosses  angeben.

Chronosköp  C(-Zeltschauer-),  ein  Apparat,
  durch  welchen  die  Danuer  einer  Erscheinung
  mittelst  einer  Registriervorrichtungdirekt
  angegeben  wird.  Ein  solches  C.,
das  im  Feuerwerkslaboratorium  zu  Spandau
  zum  Messen  der  Brennzeiten  der  Zeit-Chronoskop

  —  Citadelle.

zünder  oder  andrer  Feuerwerkskörper  benutzt
  wird,  beruht  auf  dem  Prinzip,  daß
eine  Uhr,  die  ½100  Sekunde  zeigt,  mit
dem  Beginn  des  Breunens  zu  gehen  anfängt
  und  mit  dem  Erlöschen  des  Brennens
  zu  gehen  aufhört.  In  beiden  Momenten
  wird  ein  Faden  durchgebrannt  und
dadurch  ein  Hebelwerk  in  Bewegung  gesetzt,
  das  die  Arretiervorrichtung  der  Uhr
aushebt  und  wieder  schließt.  Diese  genauen
  Messungen  sind  für  die  Herstellung
  von  Shrapnelzündern  unerläßlich,
um  zu  befriedigenden  Treffergebnissen  zu
gelangen,  da  z.  B.  bei  einer  Fluggeschwindigkeit
  des  Geschosses  von  450  m  in  der
Sekunde  die  Differenz  von  /16  Sekunde
Brennzeit  einer  Entfernung  von  45  m
in  der  Flugbahn  entspricht.

Cirkularbefestigung,  eine  Befestigung,
deren  Grundriß  kreisförmig  ist;  sie  rührt
von  Albrecht  Dürer  her  und  wurde  von
Montalembert  und  Carnot  weiter  ausgebildet.
  Als  Vorteil  der  C.  wird  geltend  gemacht,
  daß  sie  bei  geringster  Ausdehnung
des  Walles  den  größtmöglichen  Raum  umschließe,
  und  doh  ihre  Linien  nicht  enfiliert
werden  können.  Ihre  Nachteile  der  ungenügenden
  Grabenflankierung  und  des  excentrischen
  Feuers  sind  so  bedeutend,  daß
sie  nur  selten  angewendet  worden  ist.

Cirkumvallationslinie,  s.  Kontravallationslinien.


Citadelle,  eine  ringsum  geschlossene
kleine  Festung  oder  Fort-  innerhalb  einer
größern  Festung  gelegen  oder  einen  Teil
ihrer  Enceinte  bildend.  Sie  soll  als  Reduit
  für  die  ganze  Befestigung  dienen,  in
welches  die  Besatzung  sich  nach  dem  Verlust
  der  übrigen  Festung  zurückziehen
und  den  Feind  zum  Belagern  der  C.  nötigen
  kann.  Zuweilen  verband  man  mit
der  Anlage  einer  C.  auch  den  Zweck,  die
zum  Aufruhr  neigende  Bevölkerung  im
Gehorsam  zu  erhalten.  Damit  nun  die
Geschütze  der  C.  freies  Schußfeld  hatten,
mußte  vor  ihr  ein  freies  Feld,  die  Esplanade,
  von  ca.  800  Schritt  Breite
verbleiben.  Zur  hartnäckigen  Verteidigung
der  C.  ist  es  nötig,  daß  dieselbe  in  ausreichender
  Weise  mit  bombensichern  Räumen
  für  die  Besatzung  und  das  anderweite
  Kriegsmaterial  versehen  ist.  Da  es

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