Deckoffiziere  —  Defension.  51

unter  dem  Oberdeck  das  eigentliche  Batteriedeck;
  das  darunter  liegende  D.  heißt
dann  das  Zwischendeck,  gleichnamig  mit
dem  Raum,  dessen  Fußboden  es  bildet.
Unter  dem  Zwischendeck  liegen  die  Vorratsräume,
  Maschinen,  Munitionskam-=mern.
  Die  Kajüten  der  Offiziere  liegen
im  hintern  Teil  (achter)  des  Zwischenoder
  Batteriedecks,  vorn  die  der  Mannschaften.
  Auf  neuern  Schiffen  ist  ein
Decksraum  2,25—3  m  hoch.  Einschnitte
in  den  Decks  (die  Luken  oder  Deckslichter)
  dienen  zur  Passage,  Erhellung
und  Ventilation.  Das  O.  wird  gebildet
durch  die  senkrecht  zur  Längsrichtung  des
Schiffs  liegenden  Decksbalken  und  die
quer  darüber  liegenden  Decksplanken.
Panzerschiffe  haben  hänfig  eine  Decksbeplattung
  von  Eisenplatten.  Das
Quarterdeck  liegt  bis  1  m  über  dem
Oberdeck  im  hintern  Teil  des  Schiffs  bis
zum  Kreuzmast.  Die  Bezeichnung  eines

chiffs  als  Ein-,  Zwei=  oder  Dreidecker
  bezog  sich  auf  die  Anzahl  der  Batteriedecks.
  Die  Decks  haben  in  der  Regel
eine  geringe  Wölbung  zur  Vermehrung
ihrer  Tragfähigkeit,  und  um  das  Wasser
besser  abfließen  tu  lassen.  Das  Maß  der
Wölbung  heißt  Sprung  desselben.

Deckoffiziere  bilden  eine  nur  in  der
Marine  vorkommende  Zwischenstufe  zwischen
  den  Offizieren  und  Unteroffizieren.
Die  D.  der  deutschen  Marine  sind  pensionsberechtigt
  und  verpflichtet,  der  Militärwitwenkasse
  beizutreten.  Sie  tragen
nach  Stoff  und  Schnitt  die  Uniform  der
Offiziere  mit  bestimmten  Abzeichen  (s.  d.).
Zu  den  Deckoffizieren  gehören:  der  Bootsmann,
  Feuerwerker,  Maschinist,  Zimmermeister
  und  Materialienverwalter;  sie  zerfallen
  in  zwei  Klassen,  von  denen  die  erste
den  Zusatz  -Ober-  zur  Charge  führt,  also
Oberfeuerwerker,  Oberbootsmann.  Alle
D.  werden  auf  Grund  bestandener  Eramina
  zu  ihrer  Charge  befördert  und  rangieren
  in  Bezug  auf  Alter  uuter  sich  nach
dem  Datum  ihrer  Ernennung.  An  Bord
beziehen  sie  Tafelgelder  und  HAütren  eine
eigne  Mrsse  (s.  d.).

Deckslichter  s.  Deck.
Decksplanken

Deckung  in  der  Befestigungskunst  alle
gegen  feindliches  Feuer  Schutz  bietenden
errainbildungen  und  künstlich  hergestellten
  Anlagen.  Deckungen  gegen  direktes
Frontalfeuer  sind  die  Brustwehren,  gegen
  Seitenfeuer  die  Traversen,  Schulgerwehren
  oder  Edaulements,  gegen
Rückenfeuer  die  Rückenwehren  oder
Parados,  getenwertilalseuer  die  bomben--sicher
  eingedeckten  Hohlbauten,  wie  Unterstände,
  Unterkunftsräume,  Hangards,
Kasematten,  und  gegen  Sprengstücke  die
Splitterfänge.  Die  Höhe  der  D.  muß
sich  nach  der  Höhe  des  zu  deckenden  Gegenstands
  richten  und  schwankt  zwischen  0,85
m  für  liegende  Infanterie  bis  zu  2,5  m
für  Festungsgeschütze  Sollen  Feldgeschütze
über  die  D.  hinwegfeuern,  so  darf  dieselbe
nur  O,,  für  Festungsgeschüte  1,6  m  hoch
Fein,  Sollen  Gegenstände  noch  in  gewisser
tfernung  hinter  der  Brustwehr  9.  d.)  D.
finden,  so  wird  ihre  Höhe  durch  das  vertikale
  Defilement  bestimmt.  Wirdhierdurch
  eine  besonders  große  Höhe  der  D.
verlangt,  so  zieht  man  häufig  die  Anlage
von  Schutzhohlräumen  vor.  Als  Material
  zu  den  Deckungen  dient  vorzugsweise
Erde,  außerdem  Holz,  Mauerwerk,  Eisen.
Holz  zu  Polissadierungen  und  Eindeckungen
  kommt  bei  Feld-,  dagegen  weniger  in
permanenten  Befestigungen  vor,  wegen
seiner  geringen  Widerstandsfähigkeit  und
Dauerz  hier  kommt  vorzugsweise  Mauerwerk,
  in  neuerer  Zeit  auch  Eisen  zu  Eindeckungen,
  sowohl  in  Form  von  Eisenbahnschienen
  und  Trägern  wie  Platten
zu  Panzerbekleidungen,  zur  Anwendung.
Defension  nannte  man  vom  15.  bis
ins  18.  Jahrhundert  die  gesamte  Landesverteidigung
  und  Kriegsverfassung  einschließlich
  der  dazu  mit  andern  Staaten
wie  mit  den  eignen  Ständen  geschlossenen
Verträge,  sodann  die  dieserhalb  errichtete
Landmiliz,  die  ihren  Ursprung  in  dem
Verfall  des  Rittertums  und  Heerbanns
und  in  dem  Mangel  siehender  Heere  hatte.
Als  der  ecreann  nicht  mehr  hinreichte
und  die  Landsknechte  zu  teuer  wurden,
begannen  die  Reichsfürsten  und  Reichsstände
  die  Aufstellung  von  Defen  si  onsvolk
  oder  Desensionern  (.  B.  1520  in
Brandenburg),  zunächst  nur  Infanterie,
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