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später  auch  Ritterschaft.  Durch  Verträge
die  Defensionsrecess)  wurde  fesigestellt,
  wie  viele  Ritterpferde  die  Ritterschaft,
wie  viele  Defensioner,  Artolerey  und
Schanzgräber  die  Gemeinden  zu  stellen
hatten.  Hierbei  findet  sich  die  nicht  immer
gehaltene  Einschränkung,  daß  die  Verwendung
  der  Defensioner  nur  innerhalb
und  zur  D.  des  Landes  zulässig  sei.  Da
aber  die  Defensioner  im  Frieden  nicht
ausgebildet,  sondern  nur  gemastert  wurden,
  auch  die  Gemeinden  möglich  schlechte
Subjekte  stellten,  so  wurde  der  Zweck  der
D.  nur  sehr  unvollkommen  erreicht  und
gab  zu  ewigen  Klagen  sowohl  des  Landes
wie  der  Generale  Veranlassung.  Am
meisten  ausgebildet  war  das  Defensionswesen
  in  Kursachsen.  Die  Defensionsordnung
  von  1613  setzte  die  Lehnsdieuste
der  Ritterschaft  auf  1592  3/:  Ritterpferde
in  zwei  Regimentern,  das  Fußvolk  auf
9360  Defensioner  in  13  Fähnlein,  1600
Schanzbauern,  die  Munition,  Artolerey
und  406  Heerwagen  sest.  Die  höhern  Offiiere
  und  ein  Teil  der  Unteroffiziere  wurden
  dauernd,  die  Ritterpferde  vom  Staate,
die  Desensioner  von  der  Stadt  oder  Landschaft
  besoldet  Nachdem  die  Defensioner
mehrfach  ausgeboten  und  trotz  des  Widerstauds
  der  Stände  außer  Landes  verwendet
  wurden  und  ein  Schrecken  der  eignen
Armee  blieben  trotz  der  endlosen  Verhandlungen
  zwischen  Regierung  und  Ständen
ur  Besserung  des  Defensionswerks,  wurn
  sie  nach  und  nach  mit  Beginn  des  18.
Jahrh.  in  allen  Staaten  aufgelöst.  —  Jetzt
bedeutet  D.  alles,  was  auf  die  Verteidigung
einer  armierten  Festung  Bezug  hat.  Die
hierüber  getroffenen  Festsetzungen  zur  Normierung
  der  materiellen  Verteidigungsmittel
  an  Geschützen,  Hü#assen=  Munition,
  Geräten  aller  Art  2c.  bilden  den
Defensionsetat,  der  für  jede  Festung
nach  Lage  der  örtlichen  Verhältnisse  besonders
  ausgestellt  wird.
Defenfionskaserne,  bombensicher  eingedeckte,
  zur  Verteidigung  eingerichtete
Kaserne,  die  zuerst  von  Montalembert
als  Reduits  im  Jnnern  andrer  Werke,
*  in  der  Kehle  flacher  Bastione  oder
enaillen,  angelegt  wurden,  um  der  kämbfenden
  Besatzung  als  letzter  Rückzugsort

Defensionskaserne  —  Defilee.

u  dienen,  wenn  der  Angreifer  bereits  in
ie  Festung  eingedrungen  ist.  In  neuerer
Zeit  werden  Defensionskasernen  nicht

men  r  e  .  ß
efenfisnsreteffe  ;
n  .  Deftnsion.

Defenstve.  Die  Fähigkeit  einer  Truppe,
feindliche  Streitkräfte  zu  vernichten,  ist
ihre  Stoßkraft  und  deren  Außerung  die
Offen  sive.  Die  Fähigeit  dagegen,  dem
Vernichtetwerden  darch  iefeindliche  Stoßkraft
  entgegen  zu  wirken,  ist  ihre  Widerstandskraft
  und  deren  Außerung  die  D.
Die  Offensive  bezweckt  die  Vernichtung
des  Gesnere.  Die  D.  vernichtet  nur,  um
nicht  selbst  vernichtet  zu  werden,  und  nur
so  weit,  als  für  den  jedesmaligen  Zweck
ausreichend  ist.  Die  Offensive  ist  daher
der  Anfäit  die  D.  die  Abwehr  des  feindlten
  ngriffs.  Die  D.  ist  also  im  weitesten
  Sinn  die  Verteidigung  und  entweder
  eine  strategische  oder  taktische.
Erstere  umfaßt  alle  die  Operationen  zur
Behauptung  eines  Kriegsschauplatzes,
deren  Ausführung  Aufgabe  der  taktischen
D.  ist.  Die  Verteidigung  eines  Landes
setzt  voraus,  daß  man  desselben  wie  Kirg
Verkehrs=  und  sonstigen  Hülfsmittel  vollkommen
  Herr  ist.  Stũtzpunkte  für  die  D.
bilden  die  Festungen,  und  soweit  es  sich
um  die  Abwehr  eines  feindlichen  Angriffz
handelt,  wird  man  die  eignen  Stellungen
noch  durch  Befestigungen  zu  decken  und  zu
verstärken  suchen.  Derart  befestigte  Stellungen
  werden  von  einem  energischen  Verteidigerimmer
  nur  alsdie  Stützpunkte  und
Mittel  zur  Verstärkung  der  eignen  Kraft
angesehen,  aus  denen  er  aber  zur  Offensive
hervorbricht,  sobald  die  Gefechtslage  einen
Erfolg  für  den  Angriff  erwarten  läßt.

Defenslinie,  s.  Bastion.

Desilee,  im  allgemeinen  jede  Ortlichkeit,
welche  eine  Truppe  zwingt,  sie  in  schmaler
Frentein  Marschkolonne,  zu  überschreiten;
o  bilden  Flüsse,  Dimme,  Thäler,  Waldwege,
  Dorfstraßen  2c.  Defileen,  doch  ist  der
Begriff  des  Defilees  ein  relativer,  insofern.
dabei  vorausgesetzt  wird,  daß  das  D.  die
ein  zige  Verbindung  zwischen  zwei  Ortlichkeiten,
  die  Truppe  also  gezwungen  ist,
von  der  einen  zur  andern  in  einer  einzigen
schmalen  Kolonne  zu  marschieren.  Die