Defilement  —  Degen.

taktische  Bebeutung  gewinnt  das  D.  in
diesem  Fall  dadurch,  daß  die  das  D.  passierende
  Truppe  in  ihrer  Marschkolonne
nicht  gefechtsbereit  sein  kann.  Das  Hervorbrechen
  (Debouchieren)  aus  dem  D.
wird  daher  der  Moment  sein,  in  dem  sie
sich  ausder  Marsch-zur  Gefechtsformation
zu  entwickeln  hat,  der  deshalb  dem  Feinde
die  günstigste  Gelegenheit  bietet,  sie  zu  vernichten.
  Während  die  debouchierende
Truppe  durch  die  Tiefe  ihrer  Kolonne  die
Wirkungder  eindlichen  Artillerie  in  hohem
Grad  begünstigt,  ist  sie  selbst  in  ihrer  Bewegung
  nicht  einmal  fähig,  sich  zu  verteidigen,
  geschweige  denn  den  Feind,  der  sich
dem  D.  gegenüber  in  denjenigen  Punkten,
  die  ihm  die  günstigste  Feuerwirkung
  gestatten,  gedeckt  aufgestellt  haben
wird,  anzugreifen  und  aus  diesen  Stellungen
  zu  vertreiben.  In  diesem  Sinn
ist  ein  Damm  zwischen  Gewässern  oder
durch  einen  Sump/,  eine  Brücke  über  einen
breiten  Fluß  ein  absolutes  oder  wirkliches
  D.  Ein  Waldweg,  die  Straße  einer
Stadt  werden  für  Artillerie  und  Kavallerie
Kleichfalls  absolute  Defileen  sein,  nicht  aber
immer  für  Infanterie  und  zwar  dannnicht,
wenn  dieselbe  in  aufselbster  Ordnung  an
den  Seiten  des  Defilees  vorgehen  kann.
Eine  Dorfstraße  ist  also  auch  nur  dann  als
ein  D.  zu  betrachten,  wenn  das  Dorf  nicht
seitlich  umfaßt  und  so  das  Hervorbrechen
aus  der  Dorsstraße  von  einer  oder  beiden
Seiten  her  gedeckt  werden  kann.  Diese
Dorfstraße  kann  aber  dadurch  zu  einem
wirklichen  D.  werden,  wenn  die  hindurchmarschierende
  Truppe  verabsäumt
hat,  ihr  Debouchieren  durch  Seitendetachements
  außerhalb  des  Dorfs  zu
sichern.  Das  Debouchieren  wird  vom  Feind
meist  auch  dadurch  erschwert  werden,  daß
er  am  Ausgang  des  Defilees  Hindernisse
anlegt,  durch  welche  die  debouchierende
Truppe  im  Vormarsch  oder  in  ihrer  Entwickelung
  zum  Gefecht  im  wirksamsten
Schußbereich  seiner  Waffen  aufgehalten
wird.  Die  umsichtige  und  energische  Verteidigung
  eines  Defilees  kann  daher  zu
den  blutigsten  Kämpfen  führen.
Defilement  (spr.  -mangh),  in  der  Befestigungskunst
  das  Decken  der  hintern  Werke
oder  des  innern  Raums  durch  die  vordern

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geen  das  feindliche  Feuer.  Eine  derartige
nwendung  des  Grundrisses  von  Brustwehren,
  daß  diese  nicht  der  Länge  nach  bestrichen
  (e  nfiliert)  werden  können,  heißt
das  horizontale  D.;  die  Anordung  des
Profilsvon  Festungswerken,  daß  der  Raum
hinter  der  Brustwehr  oder  dem  Wall  bis  zu
einer  gewissen  Grenze  gegen  Einsicht  und
firektes  Fruer  geschützt  ist,  heißt  das  vertikale
  D.  Festungslinien  sind  dann  horizontal
  defiliert,  wenn  ihre  Verlängerungen
in  ein  für  den  Angreifer  ungangbares
oder  zur  Aufstellung  von  Geschützen  ungeeignetes
  Terrain  fallen.  Derselbe  Zweck
wirderreicht,  wenn  die  Teile  des  Geländes,
in  denen  die  Enfillierbatterien  angelegt
werden  müssen,  von  den  Nebenwerken
unmittelbar  unter  Feuer  genommen  werden
  können.  Läßt  sich  eine  derartige  Lage
der  Linien  nicht  erzielen,  so  sucht  man
durch  Anlage  von  Traversen  oder  Bonnetts
das  Enfilieren  derselben  zu  erschweren,
was  um  so  mehr  erreicht  wird,  je  näher
die  Traversen  aneinander  gelegt  und  je
höher  sie  gemacht  werden.  In  der  Regel
werden  sie  so  angelegt,  daß  ein  oder  zwei
Geschütze  zwischen  ihnen  Platz  finden.
Wird  E“3  durch  das  im  wirksamen
  ußbereich  liegende  Vorterrain
so  weit  überhöht,  daß  der  Raum  hinter  ihr
bis  zu  einer  gewissen  Grenze  eingesehen,
also  auch  durch  direktes  Feuer  beschoffen
werden  kann,  so  muß  die  Brustwehr  ganz
oder  durch  ein  Bonnett  erhöht,  andernfalls
hinter  derselben  eine  Rückenwehr  oder
Traverse  angelegt  werden,  durch  welche
dann  der  Schutz  für  den  dahinter  liegenden
  Raum  erreicht  wird.  Für  die  Anlage
von  Festungen  ist  es  Grundsatz,  alles
Mauerwerk  dem  direkten  Feuer  zu  entsihhen.
  Hierdurch  wird  die  Höhe  der  Esarpenmauern
  bestimmt.  Reduits  und
Kaponnieren  müssen  so  dicht  hinter  einer
deckenden  Brustwehr  liegen,  daß  eine  Linie
von  der  wdeckenden  Krete  (der  deckenden
Brustwehr)  bis  zum  Kordon  des  Reduits
oder  der  Kaponniere  mit  der  Horizontalen
einen  Winkel  von  110  bildet.

Degen,  eine  für  den  Stich  oder  Stoß
bestimmte  und  als  Seitengewehr  getragene
blanke  Waffe  mit  langer,  schmaler,  einoder
  zweischneidiger  Klinge.  Der  D.  wurde