Deutsches  Reich  (Festungen,  Bewaffnung,  Bildungsaustalten).

4  Lazarettgehülsen  und  12  Handwerker.
Der  Kriegsetat  eines  Bataillons  ist:  22
Offiziere,  2  Ärzte,  1  Zahlmeister,  81
Unteroffiziere,  25  Spielleute,  96  Gefreite,

96  Gemeine,  24  Trainsoldaten,  4  Lazarettgehülfen,
  1  Büchsenmacher  =  1052
Köpfe,  36  Pferde,  7  Fahrzeuge.

Der  Stab  eines  Kavallerieregiments
  ist:  1  Stabsoffizier  als  Kommandeur,
  1etatsmäßiger  Major,  1  Adjutant
3  Offiziere,  1  Unteroffizier  als  Schreiber,
1  Stabstrompeter,  3  Arzte,  1  Oberroßarzt,
  1  Zahlmeister,  1  Zahlmeisteraspirant,
4  Büchsenmacher,  1  Regimentssattler.  Der
Friedenssetat  einer  Eskadron  ist:  4—5
Ofliziere,  15  Unterofsiziere,  3  Trompeter,
117  Gemeine,  1  Roßarzt,  1  Fahnenschmied,
  1  Lazarettgehülfe,  4  Handwerker;
eines  Regiments  demnach:  25  Offiziere,

677  Mann,  743  Pferde.  Ein  mobiles

Kavallerieregiment  zu  4  Eskadrons  (die
5.  Eskadron  bleibt  als  Ersatzeskadron  zurück)
  ist  stark:  23  Oiffziere.  3  Arzte,  3  Roßärzte,
  1  Zahlmeeister,  61  Unteroffiziere,  13
Trompeter,  528  Gemeine,  1  Büchsenmacher,
  1  Sattler,  4  Lazarettgehülfen,  38
Trainsoldaten  =  676  Mann,  703  Pferde
und  Fahrzeuge.

Der  Stab  eines  Feldartillerieregiments
  besteht  aus:  1  Stabzofftzier  als
Kommandeur,  1  etatsmäßigen  Major,  1
Adjutant,  8  außeretatsmäßigen  Sekondeleutnants
  auf  der  Artillerieschule,  2  Unteroffizieren
  als  Schreibern,  1  Stabstrompeter,
  8  Arzten,  2  Roßärzten,  1  Zahlmeister,
  2  Zahlmeisteraspiranten,  46
LHatwerkern-  er  Friedensetat  einer

eldbatterie  ist:  4  Offiziere,  17  Unteroffiziere,
  91  Mann,  45  Pferde  (4  Geschütze);
  einer  reitenden  Batterie:  4
Offiziere,  14  Unteroffiziere,  76  Mann,  1
Roßarzt,  84  Pferde  (4  Geschütze).  Der
Kriegsetat  der  erstern  ist:  5  Offiziere,
15  Unteroffiziere,  3  Trompeter,  6  Oberefreite,

  138  Mann,  1  Fahnenschmied,  1
-Gazarettgehülfe,  1  Sattler,  5  Trainsoldaten,
  150  Pferde,  6  Geschütze,  12  Wagen;
der  letztern:  5  Offiziere,  14  Unteroffiziere,
3  Trompeter,  6  Obergefreite,  131  Mann,
1  Fahnenschmied,  1  Lazarettgehülfe,  2

71

Sattler,  5  Trainsoldaten,  230  Pferde,  6
Geschütze,  12  Wagen.
Festungen,  Bewaffunng  2c.

An  Festungen  sind  vorhanden:  Memel,
  Königsberg,  Pillau,  Boyen,  Thorn,
Danzig,  Kolberger  Küstenbefestigung,  Swinemünde,
  Stralsunder  Küstenbefestigung,
Friedrichsort,  Sonderburg-Düppel.  Posen,
  Glogau,  Neiße,  Glatz,  Küstrin,  Spandau,
  Magdeburg,  Torgau,  Königstein,
Wilhelmshaven,  Wesel,  Köln,  Koblenz,
Mainz,  Saarlouis,  Ingolstadt,  Ulm.  Rastatt,
  Germersheim,  Diedenhofen,  Metz,
Straßburg,  Neubreisach,  die  Brückenbefestigung
  bei  Düsseldorf,  die  Küstenbefestigungen
  in  Mecklenburg,  an  der  Elbe-,
Weser=  und  Emsmündung.

Die  Hondsenewas.  im  deutschen
  Reichsheer  haben  das  System  Mauer,
  die  Infanterie  hat  das  Infanteriegewehr
  M1,  Jäger,  Pioniere  und  Fußartillerie
  die  Jägerbüchse  M/71,  die  Kavallerie
  den  Karabiner  M71;  ein  Revolver
an  Stelle  der  glatten  Pistole  der  Kürassiere
und  Artillerie  ist  in  der  Einführung  be-Hissen.
  Die  bayrische  Armce  hat  diegleiche

ewaffnung  erhalten;  das  für  die  deutsche
Patrone  M/71  aptierte  Werder-Gewehr
ist  für  die  Landwehr  zurückgestellt.  Für  die
Besatzungstruppen  kommt  vielfach  noch
das  Zündnadelgewehr  zur  Verwendung.—
Die  Infanterie  führt  prro  Mann  80,  Unteroffiziere
  und  jeder  Mann  der  Karallerie
30  Patronen  bei  sich.  Die  Feldartillerie
führt  die  schweren  undleichten  Feldgeschütze
C/723  aus  Gußstahl  (Mantelrohre).

In  Preußen  besteht  eine  Generalinspektion
  des  Militärerziehungs-und  Bildungswesens,
  in  Bayern  eine  Inspektion  der
Militärbildungsanstalten;  unter
denselben  stehen  (in  Preußen  wie  in
Bayern):  die  Kriegsakademie,  Kriegsschulen,
  Artillerie=  und  Ingenieurschule,
Kadettenanstalten,  Unteroffizierschulen,
Militärschießschule,  Lehrbataillon,  Centralturnanstalt,
  Militärreitinstitut,  Equitationsanstalt,
  Militärroßarztschule,  Lehrschmieden
  sowie  verschiedene  Erziehungsanstalten
  für  Soldatenkinder,  deren  Zweck
kein  rein  militärischer  ist.