Deutsches  Reich  (Marine:  Flottengründungsplan).

Maschinistenpersonal:  130  (304)  Deckoffiziere
  (Maschinisten),  50  (—)  Maschinistenapplikanten,
  210(570)  Maschinistenmaate,
  80  (233)  Feuermeister,  800  (2131)
g  er;  sodann  24  (41)  Deckoffiziere  (Mei-3
  200  (3717Meistersmaate,  600698
Handwerker,  70  (141)  S#aretgehüllen,
30(108)  Verwalterapplikanten,  90(154
Stabswachtmeister  und  Sergeanten,  2
(41)  Materialienverwalter,  (#3  Materialienverwaltersmaate,
  100  Seekadetten,
  300  (300)  Schiffssungen,  40
60)  Okonomiehandwerker.  An  Arzten:

Generalarzt,  7  Oberstabsärzte,  20  Stabsärzte,
  36  Assistenzärzte.

Material.  An  Schissen  sollen  vorhanden
  sein:  1)  Panzerschiffe:  8  Fregatten,
  6  Korvetten,  7  Monitors,  beziehungsweise
  Panzerkanonenboote,  2
schwimmende  Batterien;  2)  un  gepanzerte
  Schiffe:  20  Korvetten,  6  Avisos,
18  Kanonenboote,  2  Artillerieschiffe,  3
Segelbriggs,  28  Torpedofahrzeuge.  Diese
No  soll  den  dreifachen  Zweck  erfüllen:

chutz  und  Vertretung  des  Seehandels
auf  allen  Meeren,  Verteidigung  der  vaterländischen
  Küsten  und  Entwickelung  des
eignen  Offensivvermögens.

An  Geldmitteln  sind  hierzu  als  erforderlich
  veranschlagt  worden:  eimmal,g  e
für  die  ganze  Periode  218,437,500  M
D)  fortlaufende  in  allmählicher  Steigerung
von  16,290,000  Mk.  für  1874  bis  zu
31,368,000  Mk.  für  1882.  Aus  diesen
Mitteln  sollte  der  Ausbau  der  Kriegshäfen
zu  Kiel  und  Wilhelmshaven  vollendet,  die
Werft  zu  Danzig  zu  einer  leistungsfähigen
Ankbesserungenkstätte  ausgebaut,  die
nötigen  Garnisonbauten  hergestellt,  ferner
  die  erforderlichen  Betriebsmittel  und
Vorräte  für  die  Werften,  das  Torpedomaterial
  beschafft,  für  Beleuchtung  2c.  der
Jade  gesorgt  und  der  Ems-Jadekanal
hergestellt  werden.  Dieser  Plan  sollte,
was  ausdrücklich  hervorgehoben  wurde,
nur  als  allgemeiner  Anhalt  dienen,  von
welchem  abgzewichen  werden  könne  und
müsse,  sobald  es  erforderlich  werde,  den
Hortschriten  in  Wissenschaft,  Technik  und

rlahrung  Rechnung  zu  tragen.  Dem  entsprechend
  haben  auch  schon  erhebliche  Abweichungen
  stattgefunden,  namentlich  ha-73



ben  die  Bauten  nicht  in  der  geplanten
Weise  gefördert  werden  können.  Man  hat
ferner  von  dem  Bau  schwimmender  Batterien,
  die  lediglich  Defensivzwecken  dienen
können,  Abstand  genommen,  dafür  aber

ten,  die  auch  zum  offensiven  Küstenschutz
geiguet  sind,  erbaut.  Wenn  auch  der

chutz  der  deutschen  Küsten  als  ein  Hauptzweck
  der  deutschen  Flotte  hingestellt  und
hierbei  ein  überseeischer  Angriffskrieg,  welcher
  zu  Seeschlachten  in  fremden  Meeren
führen  muß,  gänzlich  ausgeschlossen  wurde,
so  sollte  die  Flotte  doch  eine  solche  Stärke
erhalten,  welche  sie  befähigte,  in  den  heimischen
  Gewässern  angriffsweise  gegen
feindliche  flotten  vorgehen  und  diesen  eine
Schlacht  liefern  zu  können.  Es  müssen
daher  auch  die  eigentlichen  Schlachtschisse
(Breitseit-,  Kasematt=  und  Turmschiffe),
die  auch  zugleich  Hochseeschiffe  sind,  vertreten
  sein.  Im  Frieden  ist  dagegen  der  Schutz
des  Handels  und  deutscher  Ansiedler  an
fremden  Küsten  eine  Hauptausgabe  der
deutschen  Flotte,  zu  welchem  Zweck  Schiffe
in  jenen  Gewässern  stationiert  werden  n
unten),  die  zur  Vermeidung  des  Bewachsens
  des  eingetauchten  Schiffskörpers  mit
Schaltieren  aus  Holz  gbaut  und  ungepanzert
  sein  müssen.  Sie  müssen  gt-)

  eine  —N“  von  Panzerkauonenboo-„mögliche

  Schnelligkeit  und  Manörrierfähigkeit

  besitzen,  nur  geringen  Tiesgang
und  eine  Armierung  haben,  die  aus  einer
größern  Anzahl  Schüte  mittlern  und
kleinen  Kalibers  besteht.  Im  Krieg  wird
ihnen  der  Vorposten=  und  Kundschafterdienst
  zufallen,  zu  welchem  Zweck  sie  die
heimischen  Gewässer  durchkreuzen  (daher
„Kreuzere  genannt)  und  vermöge  ihrer
den  großen  Schlachtschiffen  überlegenen
Schnelligkeit  deren  Anrücken  signalisieren.
Immerhin  aber  ist  ihre  Kampfkraft  ausreichend,
  mit  der  feindlichen  Vorhut  ein
Avantgardengefecht  aufnehmen  zu  können.
In  blockierten  Häfen  wird  ihnen  mit  den
Panzerkanonenbooten  die  Ausführung
von  Ausfällen  gegen  das  Blockadegeschwader
  zufallen.  Die  Avisos  dienen  ausschließlich
  zum  Ordonnanzdienst,  beizen
deshalb  die  #ößtmögliche  Schnelligkeit
und  geringste  Armierung.  S.  Tabelle  auf
Seite  75  ff.