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Eude  1880  bestand  das  Offizier-—
korps  der  deutschen  Marine  aus:
1  Vice-,  5  Kontreadmiralen,  22  Kapitänen
  zur  See,  50  Korrettenkapitänen,  84
Kapitänleutnants,  137  Leutnants  zur
See,  109  Unterleutnants,  10  Fenerwerks-,
11  Zeug=  und  7  Torpederoffizieren,  zusammen
  435  Offizieren.  Von  diesen  gehören
  3  Kapitäne  zur  See.  7  Korvettenkapitäne,
  4  Kapitänlentnants  zum  Admiralstab;
  1  Kapitän  zur  See,  10  Korvettenkapitäne,
  2  Kapitänleutnauts,  1
Leutnant  zur  See  zum  Marinestab;  15
Kapitäne  zur  Sec  (und  3  à  la  snite),
32  Korvettenkapitäne,  77  Kapitänlentnants,
  136  Leutnants  zur  See,  97  Unterleutnants,
  54  Scekadetten  und  33  Kadetten
  zum  Secoffizierkorps.  Das  Sanitätsoffizierkarfs
  der  Marine  zählt  1
General-,  6  Oberstabs-,  20  Stabs--,  34
Assistenz=  und  Unterärzte,  zusammen  61

arincärzte.  Zum  Seebataillon  gehören:
1  Stabsoffizier,  6  Hauptleute,  6  Premier-,
17  Sekondeleutnants.  Bei  den  Werften
befinden  sich  im  technischen  Personal:  3
Maschinen-,  3  H  und  2  Hafenbaudirektoren,
  26  Maschinen-,  27  Schiffund
  4  Hafeubauingenieure  sowie  eine  entsprechende
  Anzahl  von  Unterbeamten,  17
Marinczahlmeister,  25  Unterzahlmeister.

Verwendung  der  Schiffe:  Alljährlich
  im  Sommer  wird  ein  Übungsgeschwader
  aus  4—6  Panzerschissen  und
1  Aviso  zur  Erprobung  der  Schiffe  und
Ausbildung  des  Personals  in  Dienst  gestellt,
  das  jedoch  in  der  Regel  in  den  heimischen
  Gewässern  bleibt.  Zur  Ausbildung
  von  Kadetten  und  neuen  Schifsjungen
  kreuzen  3  Segelschulschisse  über
Sommer  in  der  Ost=  und  Nordsee;  eine
Korvette  mit  Seekadetten  und  eine  zweite
mit  ältern  Schiffsjungen  treten  jeden
Herbst  eine  ein=  bis  zweijährige  weite
Reise  anu.  Das  Artillerieschulschiff  bleibt
mit  kurzen  Unterbrechungen  auf  der  Jade
im  Dienst.  Außerdem  sind  während  der
guten  Jahreszeit  2—3  Kanonenboote  an
den  deutschen  Küsten  mit  Vermessungen

boschiftig.  In  auswärtigen  Gewässern
werden  Stationen  je  nach  der  Wichtigkeit

der  hier  in  Frage  kommenden  deutschen
Interessen  mit  einem  oder  mehrern  Schif-2—


Deutsches  Reich  (Ossizierkerps,  Verwendung  der  Schisfe).

sen  dauernd  besetzt  #Phalten.  Dauach  sind
stationiert:  1)  im  Mittelmeer  (Konstantinopel)
  1  Kanuonenboot;  2)  in  den  westindisch-brasilischen
  Gewässern  1  Kowette;
3)  an  der  Küste  Ostasiens  1  Korrette,
2  Kanonenboote;  4)  im  südlichen  Stillen
Ocean,  den  polynesischen  Gewässern  (Samoainseln),
  1  Korvette.  2  Kanonenboote;
5)  an  der  Westküste  Südamerikas  2  Korvetten,
  1  Kanonenboot.  Zu  diesen  Stationen
  treten  das  Seekadetten=  und  das
Schilsjungenschullsohiff  bei  ihren  übungsreisen
  auf  längere  Zeit  hinzu,  namentlich
in  Ostasien,  Westindien  und  Australien.
Die  dentsche  Marine  besitzt  nur  2
Kriegsbhäfen:  Kiel  und  Wilhelmshaven:
ersterer  ist  ein  natürlicher  Hafen,  der  genügenden
  Raum  für  die  größte  Flotte  bietet
  und  bei  einer  Wassertiefe  von  12—16  m
den  größten  Kriegsschiffen  das  Anlegen  an
die  Bollwerke  gestattet.  Überall  bietet  der
Hasen  genügenden  Schutz  gegen  Sturm,
und  da  er  keine  Ebbe  und  Flut  hat,  so  gilt
er  mit  Recht  als  einer  der  vorzüglichsten
Kriegshäfen  der  Welt.  Zu  beiden  Seiten
der  Hafeneinfahrt  liegen  die  Küstenbetestigungen
  von  Friedrichsort.  Die  wichtigsten
orts  sind:  Friedrichsort,  Falkenstein,
tosch,  Körügen  und  Möltenort,  durch
welche  eine  so  wirksame  Bestreichung  des
Fahrwassers  möglich  ist,  daß  der  Hafen  als
Uuneinnehmbar  gelten  kann.  Die  gegenüber
  Kiel  bei  dem  Fischerdorf  Ellerbeck  im
Bau  begriffene  Werft  soll  2geräumige  Bassius,
  4  seste  Trockendocks,  Werkstätten  von
einer  allen  technischen  Anforderungen  genügenden
  Ausdehnung  und  große  Magaine
  für  die  Ausrüstung  von  Schiffen  erbaleen.
  Weniger  günstig  ist  der  Kriegshafen
zu  Wilhelmshaven  (s.  d.),  welcher  künstlich
angelegt  worden  und  den  Sturmfluten  der
Nordsee  ausgesetzt  ist.  Es  sinddrei  Trockendocks
  vorhanden,  doch  hat  sich  das  eine  Hafenbassin
  nicht  als  ausreichend  erwiesen.
Die  Reichskriegsflagge  ist  weiß,
durch  ein  stehendes,  schmales,  schwarzes
Kreuz,  das  in  der  Mitte  in  weißem  Kreis
den  Reichsadler  trägt,  in  vier  Felder  geteilt;
  das  obere  nächst  dem  Flaggenstock
besteht  aus  drei  gleich  breiten  inim'is
weiß,  roten  Streisen  und  trägt  in  der
Litte  das  Eiserne  Kreuz.