Ende  —  Entern.

digungsfähig  sein  muß.  Altere  Festungen
kesteeg  häufig  mehrere  becher  Umwallungen,
  von  denen  dann  die  innerste,  die
vorliegende  überhöhende  E.  die  Hauptenceinte
  heißt.

Ende,  Seemannsausdruck  für  jedes
Tau,  das  zum  laufenden  Gut  gehört,  also
durch  Blöcke  geleitet  wird;  s.  Kabelgarn.

Endgeschwindigkeit,  die  in  irgend
einem  Punkte  der  Flugbahn  für  diesen
Punkt  vorhandene  Gwindigkeit  des
Geschosses,  die  stets  kleiner  ist  als  seine
Anfangsgeschwindigkeit.  Ihre  Abnahme
(s.  Flugbahn)  wird  durch  die  Anfangsgeschwindigkeit,
  die  Gestalt  und  Schwere
ves  Geschosses  (Querschnittsbelastung)  beingt



ingt.

I  Gchlquier  (spr.  ang  eschikich,  d.  h.
uschachbrettförmige).  Bei  einer  Formation
en  6.  stehen  die  Truppenabteilungen  der
hintern  Treffen  auf  den  Zwischenräumen
der  vordern,  die  so  weit  sind,  daß  sie  ein
Durchziehen  der  entsprechenden  vordern
oder  hintern  Abteilungen  gestatten.  Die

eutige  Kampfweise  erschwert  diese  Art  des
reffenwechsels,  weshalb  diese  Aufstellung
mehr  und  mehr  außer  Brauch  kommt.

Enfants  de  troupe  (spr.  angfäng  do
trühp,  d.  h.  „Truppenkinder-),  Söhne,
meist  Waisen,  von  Unteroffizieren  oder
Soldaten,  seltener  von  Beamten  und
Offizieren,  welche  in  den  französischen
Regimentern  1—2  pro  Kompanie,  Eskadron
  oder  Batterie  auf  Staatskosten
erzogen  werden  und  bis  zum  16.  Jahr
Bekleidung,  Beköstigung  und  Halbsold  erhalten.
  nn  werden  8  entweder  wirklich
  Soldaten,  oder  treten  in  eine  bürgerliche
  Laufbahn.  Der  Sohn  Napoleons  III.
war  als  Enfant  de  troupe  bei  den  Garderenadieren

  eingeschrieben.  Die  mangel-Enfts
  Erziehung,  die  den  E.  d.  t.  zu  teil
wurde,  Hcchrte  zu  dem  Dekret  vom  25.
April  1875,  durch  welches  die  Errichtung
einer  Ecole  d’essai  pour  les  e.  d.  t.  zu
Rambouillet,  südwestlich  von  Paris,  mit
einem  Jahresbudget  von  130,000  Frank
angeordnet  wurde,  welche  600  Zöglinge
aufnehmen  kann  und  etwa  den  deutschen
Militärwaisenhäusern  entspricht.

Enfants  perdus  (Ipr.  angfäng  verdäh,
»verlorne  Kinder  [.Haufen)),  im  Mittel-95



alter  bis  um  die  Mitte  des  17.  Jahrh.
eine  Art  leichter  Infanterie,  unsern  heutigen
  Tirailleuren  entsprechend,  die,  mit
Arkebusen  bewaffnet,  das  Gefecht  zu  eröffnen
  hatten  und  darum  für  werlorengehalten
  wurden.  Aus  den  E.  p.  zu  Fuß
entstanden  nach  Erfindung  der  Handgranaten
  die  Grenadiere  (vgl.  Läufer).

Enfield-Gewehr  (pr.  ennfihld),  s.  Handfeuerwaffen
  (S.  178).

Enflieren  ([Pr.  ang.),  eine  Truppenaufstellung
  oder  hinterelnander  liegende
Festungslinien,  Fronten,  nach  ihrer  Längenrichtung
  meist  auf  größern  Entser-Uungen
  mit  Geschützen  beschießen,  wobei
das  Treffen  eines  bestimmten  Punktes
nicht  beabsichtigt  wird.  Diese  Enfiliergeschütze,
  meist  15  cm  Kanonen,
stehen  in  Enfilierbatterien.

England,  s.  Großbritannien.

Enrollieren  (Ipr.  ang.),  in  eine  Musierungsrolle
  eintragen.

utbleier,  s.  Verbleiung.

Entern.  Das  Ersteigen  der  Takelage
eines  Schiffs  heißt  aufentern,  das  Niedersteigen
  niederentern.  Ebenso  heißt
E.  das  Ersteigen  eines  feindlichen  Schiffs,
um  sich  besenzn  bemächtigen.  Vor  Erfindung
  der  Schußwaffen  war  dies  die
natürlichste  Kampfart,  die  auch  noch  bis
ür  Einführung  der  Dampfkraft  zur  Fortwegung

  der  Schisse  im  Gebrauch  blieb,
um  im  Kampf  Mann  gegen  Mann  die
Entscheidung  herbeizuführen,  nachdem  der
Gegner  durch  das  Geschützfeuer  sehr  gelitten
  oder  bewegungsunfähig  geworden.
Der  Schwächere  suchte  durch  Ausspannen
von  Enternetzen  dem  Gegner  das  E.
zu  erschweren,  schloß  die  Kanonenpforten
und  stieß  diejenigen,  die  durch  dieselben
einsteigen  wollten,  mit  Enterpiken
zurück.  Der  Angreifer  suchte  sich  zunächst
an  den  Gegner  mittelst  Enterhaken
(s.  Draggen),  die  er  in  die  Takelage
warf,  festzuklammern  und  dann  die  Enternetze
  mit  dem  Enterbeil  zu  zerhauen.
Dieses  war  noch  mit  Spitze  zum  Einhauen
in  die  Schiffswand  vanseten,  um  dem
Enterer  Halt  zu  geben,  so  daß  er  an  Bord
des  feindlichen  Schiffs  springen  konnte.
Die  Römer  bedienten  sich  hierbei  der
Enterbrücken,  welche  sie  an  Bord  der