Feldschmiede  —  Feldtelegraphie.

schererschulen  herangebildet  werden  und
den  deutschen  Lazarettgehülfen  entsprechen.
Feldschmiede,  ein  zur  Ausführun
kleinerer  Schmiedearbeiten  und  des  duß
beschlags  dienendes  Fahrzeug  der  Kavallerie,
  Feldartillerie  und  des  Belagerungstrains.
  Jede  F.  hat  einen  eisernen  Schmiedeherd
  und  ein  Gebläse,  für  das  bis  vor
kurzem  der  gewöhnliche  Blasebalg  gebräuchlich,
  in  neuerer  Zeit  aber  ein  Centrisunakventilator
  #ingeführt  ist.  Die
schmieden  sind  zur  Mitführung  der
erhzeuge  wie  eines  Vorrats  an  Eisen
und  Kohlen  eingerichtet  und  gehören  bei
den  Batterien  mit  den  Packwagen  (Okono=Miesakrseugen
  ur  zweiten  Wagenstaffel.
Feldlelegraphie  (Militär=  oder
Kriegstelegraphie)  gliedert  sich  je
nach  den  Zonen,  in  welche  ihre  Thätigkeit
fällt,  in  folgender  Weise:  Zur  ersten  Zone
rechnet  man  die  Kriegstelegraphenlinien,
  welche  das  große  Hauptquartier
mit  der  Heimat  verbinden;  zur  zweiten  die
sogen.  Etappentelegraphenlinien,
d.  h.  die  Verbindung  des  Großen  Hauptquartiers
  mitden  Oberkommandos  der  einzelnen
  Armeen,  beziehentlich  Armeekorps;
zur  dritten  Zone  rechnet  man  die  leichten,
  die  sogen.  flüchtigen  Feldtelegraphenlinien
  zur  Verbindung  der  Generalkommandos
  unter  sich  und,  wenn  möglich,
  mit  den  Divisionsstäben.  Zur  vierten
Jone  endlich  werden  die  Linien  zu  rechnen
sein,  welche  bis  zu  den  Vorposten  führen  und
bei  größern  Detachierungen  und  Rekoegnoszierungen
  wie  zur  Befehlsübermittelung
  im  Gesecht  selbst  dienen.  Inderersten
Zone  werden  fast  ausschließlich  die  stehenden
  Leitungen  der  Staatstelegraphie  zu
besetzen  sein,  welche  auch  noch  in  die  zweite
Zone  übergreifen;  doch  werden  hier  schon
von  der  F.  mit  dem  von  ihr  mitzuführenden
  Material  Anschlüsse  zu  bewirken  sein,
die  in  Art  der  permanenten  Linien  (man
hat  sie  deshalb  auch  halbpermanente
Linien  genannt)  hergestellt  werden.
der  dritten  Zone  wird  das  Material  der  F.
fast  ausschließlich  zur  Verwendung  kommen;
  in  der  vierten  wird  außer  jenem
auch  das  Telegraphenmaterial  bei  den
Truppen  eintreten.  Diesen  verschiedenen
Zwecken  zuentsprechen,  wird  das  Material

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in  seiner  Konstruktion  und  das  Personal
in  seiner  Organisation  und  Zusammensetzung
  Rechnung  zu  tragen  haben.  Die
häufigen  Quartierwechsel  bedingen  einen
Bau  und  häufig  Rückbau  der  Linien.  Das
u  verwendende  Telegraphenmaterial  ersordert
  eine  leichte  Fahrbarkeit  und  muß
schnell  auszulegen  sein.

Hierbei  kommen  zwei  Systeme  zur
Geltung:  Für  oberirdische  Leitung  auf
Stangen  ist  nur  ein  einfacher  Draht  (in
Deutschland  2  mm  starker,  blanker  Kupferdraht),
  außerdem  aber  sind  Stangen  und
Isolatoren  erforderlich,  deren  Transport
schwierig,  deren  Aufstellung  zeitraubend
ist.  Ei.he  ist  es  und  sschneller  aueführ
bar,  ein  Kabel  (isolierter  Leitungsdraht)
ohne  weiteres  auf  den  Boden  auszulegen.
Die  Forderungen  für  die  Kriegsbrauchbarkeit
  eines  solchen:  möglichste  Leichtigkeit,
  Widerstandsfähigkeit  gegen  Zerreißen
und  gegen  Witterungseinflüsse  (Hitze,
Kälte,  Regen),  stehen  sich  gegenüber,  und
es  ist  bis  jetzt  nicht  gelungen,  ein  diesen
Anforderungen  wirklich  entsprechendes
Kabel  herzustellen.  Das  Material  muß
auf  Wagen  transportiert  werden,  die
auch  außerhalb  gebahnter  Wege  leicht
fahrbar  sind,  und  aus  denen  sofort  die
Auslegung  des  Drahts  oder  Kabels  erfolgen
  kann.  Eine  noch  größere  Beweglichkeit
  muß  für  das  Material,  das  bis  zu
den  Vorposten  hinansreichen  soll  und  das
daher  zum  Tragen  eingerichtet  ist,  gefordert
  werden.  Das  Vorpostenkabel  beeht

  aus  einer  mit  einer  Guttaperchaisolierung
  umhüllten  Hinleitung  von  7
feinen  Kupferdrähten,  die  mit  Baumwollsäden
  übersponnen  sind.  Auf  diesen  liegt
die  Rückleitung  aus  8  seinen  Kupferdrähten,
  die  von  einer  geteerten  Überklöpgelung
  von  Baumwolle  überdeckt  sind.

00  m  solchen  Kabels  mit  Verbindungsmussen
  an  den  Enden  sind  auf  eine  Kabeltrommel
  gewickelt,  die  in  einem  auf
dem  Rücken  zu  tragenden  Tornister  oder  in
einem  Kabeltransportkasten  so  gelagert  ist,
daß  das  Kabeldirekt  abläuft  und  ausgelegt
werden  kann.  Wie  in  der  ganzen  F.,  wird
auch  beim  Vorpostenapparat  der  Morse-Farbschreiber
  von  Siemens  u.  Halske
verwendet,  der  in  einem  Kasten,  mit  Leder-8*

